Liebe Leserinnen, liebe Leser, der Biber hat es in sich – ohne es zu ahnen. Das Pelztier folgt nur seiner Natur. Und das ist der springende Punkt. Während „Meister Bockert“ seine Umwelt gestaltet, indem er unermüdlich Bäume fällt und Dämme baut, schauen wir nach dem Nutzen. Die Natur soll uns dienen, nicht stören. Und der Biber stört, wo er auftaucht, fallen Bäume, nicht einer sondern viele. Er staut Bäche und sorgt für Überschwemmungen, er buddelt Löcher in Böschungen und unterhöhlt Straßen. Achtung, Unfallgefahr! Mit seinem Chaos schafft er enormen ökologischen Mehrwert, zum Beispiel Feuchtbiotope. Aber auch das sieht nach Sumpf aus. Der Biber verhöhnt mit seinem wilden Tun unseren Ordnungssinn. Das empört uns! Denn Natur soll unseren Vorstellungen entsprechen und keinen Schaden anrichten. Das ist zwar unnatürlich, aber das schert uns nicht. Der Biber hält uns den Spiegel vor. Unverschämt! Das macht uns wütend. Daher der emotionale Überdruck beim Streit um ein faszinierendes Wildtier.