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Aktuell

Ravensburg - Der Artikel an meinen „lieben Vorstand“ ist geschrieben, dann taucht kurz vor Redaktionsschluss die Nachricht auf: Helga Reichert wird vom 21. bis 24. Oktober die „Filmtage Oberschwaben“ durchführen – in Ravensburg! Helga Reichert bestätigt die Nachricht.

Steinhausen/Rottum - Es kann nicht verwundern, dass Rebecca Weißbrodt eine weitere Koalition der CDU mit den Grünen kritisch sieht: Das gehe auf Kosten des konservativen Kerns der CDU. Die 36-Jährige ist Vorsitzende der AfD im Kreis Biberach und wohnt in meinem Heimatdorf Steinhausen an der Rottum, wo die Rechtsaußenpartei bei der Landtagswahl mit 15 Prozent der Stimmen überdurchschnittlich gepunktet hat. Das schmerzt Hans-Peter Reck (nicht verwandt mit dem Autor), den Bürgermeister der rund 2000-Einwohner-Gemeinde mit den Teilorten Bellamont (700 Einwohner) und Rottum (300) zwar auch, aber viel mehr noch leidet er am Wahlergebnis seiner eigenen Partei, der CDU. Eine Wahlnachlese im Wohlstandsgebiet.

… das geht gar nicht! Um die Verhältnisse klar zu stellen: BLIX ist seit langem Mitglied und Förderer des Vereins der Biberacher Filmfestspiele und berichtet noch länger über dieses Biberacher Kulturhighlight, umfänglich und fundiert. Das war und ist unser Anspruch. Deshalb können wir das Geschehen rund um das Ende der Zusammenarbeit mit der bisherigen Intendantin Helga Reichert und der Inthronisation ihrer Nachfolgerin Nathalie Arnegger nicht ignorieren. Denn eines ist offensichtlich: Weder der Vorstand noch die neue Intendantin spielen mit offenen Karten! Das ist umso ärgerlicher, da der Verein knapp 70.000 Euro aus der Stadtkasse einstreicht und somit in der Pflicht steht, sein Tun vorbehaltlos zu erklären. Was er nicht tut!

Altdorfer Wald - Nun ist es passiert, was Bernhard Dingler befürchtet hat. Sein Wald heißt nun „Alti“. Davor hat es den Leiter des Forstbetriebs Altdorfer Wald gegraust. Nun muss er nicht nur hinnehmen, dass jugendliche Aktivisten ein Stück Forst in der Nähe von Wolfegg besetzt haben, indem sie dort ein Baumhaus nach dem anderen zwischen Fichten und auf Douglasien und Buchen bauen, sondern dass die selbst ernannten Waldschützer Oberschwabens größtes Waldgebiet auch noch sprachlich vereinnahmen.

Ulm - Es ist die Generation, die den Überlebenden des 1. Weltkrieges folgte, deren Kindheit von der Not und Wirrnis der Weimarer Republik bestimmt war und deren Jugend vom Nationalsozialismus missbraucht wurde. Es sind „Hitlers Kinder“, die fanatisiert auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges verbluteten. Es ist die Generation von Hans und Sophie Scholl, den Geschwistern aus Ulm, die angeklagt wegen Hochverrats und Wehrkraftzersetzung am 22. Februar 1943 in München enthauptet wurden. Sophie Scholls 100. Geburtstag am 9. Mai ist Anlass zum Gedenken.

Wolfegg - Es ist Mitte März noch ungemütlich kalt in dem alten „Fischerhaus“, das im Bauernhausmuseum Wolfegg die neue Dauerausstellung „Kommen, schaffen, bleiben“ beherbergt und das nicht zufällig. Denn was heute der Historie dient, war in den 70er Jahren Unterkunft für „Gastarbeiter“, die im ländlichen Oberschwaben Arbeit fanden. Nach mehreren Jahren der Recherche und Vorarbeit findet sich in der „Keimzelle“ des Freilichtmuseums nun eine spannende Zeitreise, die mit vielen O-Tönen dokumentiert, wie die Fremden aus Südeuropa als Arbeitskräfte kamen und als Menschen die hiesige Welt, die Provinz war, veränderten und sich dabei selbst veränderten, indem sie blieben.

Biberach - Nathalie Arnegger ist die Neue. Die 49-jährige Oberschwäbin, geboren in Biberach, aufgewachsen in Ravensburg, wohnhaft in Friedrichshafen beerbt Helga Reichert als Intendantin der Biberacher Filmfestspiele. Das verkündete der Vorstand des Vereins im Beisein von Oberbürgermeister Norbert Zeidler, der qua Amt zweiter Vorsitzender ist und angesichts der zahlreichen MedienvertreterInnen in der Stadthalle meinte: „So viele Journalisten kommen in Biberach nur, wenn der OB zurücktritt oder die Filmfestspiele eine neue Intendanz bekommen.“ Letzteres ist der Fall.

Aulendorf/Berlin - Als Vereinsmitglied kann sich BLIX zu den „Filmfest-Freunden“ zählen. Zu denen zählt sich auch Douglas Wolfsperger. Der Filmemacher mit oberschwäbischen Wurzeln war bereits 35 Mal in Biberach mit und ohne Film, als Gast, als Jurymitglied, als leidenschaftlicher Fan des Biberacher Filmfestivals und dessen ganz besonderer Atmosphäre. Schon drei Mal erhielt Wolfsperger einen Doku-Biber. Mit „Die Blutritter“ (2003) schuf Wolfsperger eine vielbeachtete Dokumentation über den Blutritt in Weingarten. Nun ist der 63-Jährige in „großer Sorge“, wie 107 weitere Filmschaffende, die wegen den Vorgängen um die Intendanz bei den Biberacher Filmfestspielen sich mit einem offenen Brief an die Stadt und ihre BürgerInnen wandten. BLIX berichtete und spricht nun mit Douglas Wolfsperger, als einer von den Initiatoren des offenen Briefes, über seinen Blick von der Spree zur Riss auf die hiesigen Vorgänge um die Filmfestspiele.

Altdorfer Wald - Die Generalprobe fand in Ravensburg statt, wo am 12. Dezember letzten Jahres, pünktlich zum fünften Jahrestag des Pariser Klimaabkommens, eine Hand voll junger AktivistInnen aus der Fridays-for-Future-Bewegung einen Baum in der Innenstadt besetzten. Die Polizei räumte Baum und -haus noch vor Silvester. Nun zogen die KlimaaktivistInnen aus der Stadt in den Wald und verkünden, „wir appellieren nicht länger mit Demonstrationen an euer Verantwortungsbewusstsein. Ab sofort stellen wir uns eurer Zerstörungswut aktiv in den Weg. Der Altdorfer Wald bleibt.“

Es ist ein Jahr her, dass BLIX mit seinem Märzheft noch gedruckt erschien. Dann folgten zwei Monate Pause. Das Virus zwang uns dazu. Wir nutzten die Zwangspause, um uns online neu aufzustellen. Wir finden, das ist uns gelungen. Nun sind wir ein Jahr älter und BLIX erscheint als Doppelausgabe März/April. Auch das ist dem Virus geschuldet. So wird BLIX auch in der Pandemie 18 Jahre alt, was wir in normalen Zeiten sicher groß gefeiert hätten.

Biberach - Es geht um Kultur und deren Zukunft. Da gehört Streit dazu, insbesondere in Zeiten der Pandemie. Dabei geht es nach einem Jahr Leblosigkeit auch um das Überleben der Innenstädte, um das Zentrum, wo sich Kultur in ihrer Vielfalt präsentiert. Und wenn man in Biberach darüber sinniert, dann nimmt man gerne Zuflucht zum größten Sohn der Stadt: Christoph Martin Wieland (1733-1813), Dichter und Denker der Aufklärung. Dessen Esel aus der Erzählung „Die Abderiten“ schmückt als frivole Lenk-Skulptur den Biberacher Marktplatz.

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