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Ulm – Amanda Knapp verkörpert den beharrlichen Weg, den nicht selten Frauen in ihrer Künstlerinnenbiografie gehen müssen, bis sie dort ankommen, wo sie hinwollen: leben für und mit der Kunst. Doch mit umso mehr Freude, Fleiß und Können ist die Bildhauerein nun am Werk. Noch bis 13. April sind ihre vielfältigen Werke auf Einladung der Ulmer Kunststiftung pro arte in der Galerie im Kornhauskeller in Ulm, Hafengasse 19, zu bestaunen.

Schon seit einigen Jahren ist die in Allmannsweiler lebende Künstlerin in Oberschwaben aktiv. So kuratierte sie im Dezember 2019 die Gemeinschaftsausstellung Schwarz-Weiss im Kloster Schussenried und machte mit einer sehenswerten, begehbaren Installation – ein Blätterwald (Schwarzwald/Schwarzbuch) – auf sich aufmerksam. Und mit ihrer Einzelausstellung „Bücher + Türen = dasselbe“ exponiert sich die Künstlerin in ihrer Vielfältigkeit und zeigt ihren Weg auf.

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Amanda Knapp inmitten ihrer vielfältigen Kunst in der Ulmer Galerie im Kornhauskeller. 

„Es passiert viel in der Kunst“, freut sich Amanda Knapp über ihren Soloauftritt. „Es ist eine spannende Angelegenheit.“ Gezeigt werden Werke aus Stahl, Stein, Holz, Bronze, Spezialgips und Papier, häufig in Form von umgearbeiteten Büchern, die aufgefächert und Seite für Seite eingefärbt den Betrachter staunen lassen. „Ich arbeite in Geschichten oder Zyklen, jedes Stück ist ein Unikat“, erklärt die Künstlerin.

Wie man durch eine Tür geht und dabei Neues entdeckt, so findet man in einem Buch, das man aufschlägt und darin liest, ebenfalls Unbekanntes, beschreibt die Künstlerin ihr Thema. Und warum sie sich für die  haptische Kunst der Bildhauerei entschieden hat, erklärt sie damit, dass die Augen Vieles erfassen könnten, die Fingerspitzen jedoch seien die Lupen der Augen. 

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„Bücher + Türen = dasselbe“ zeigt Amanda Knapp in ihrer Ausstellung.
Aus alten Büchern schafft Amanda Knapp junge Kunst.

Ihre künstlerischen Talente waren schon in ihrer Schulzeit offensichtlich, aber ihre familiären Verhältnisse waren in den 70er Jahren das Kontrastprogramm zu deren Förderung. Eine kaufmännische Ausbildung sollte den Broterwerb sichern, doch Brot allein macht nicht glücklich. Unglücklich und zäh folgte die in Bad Schussenried Aufgewachsene und nach Jahren dorthin Zurückgekehrte ihrer „Sehnsucht, Kunst zu machen“. Eine mehrjährige nebenberufliche Ausbildung zur Bildhauerin gab der Leidenschaft Struktur und brachte gepaart mit privatem Glück den Erfolg. „Kunst ist Suche“ und „die Aufgabe der Kunst besteht darin, Türen zu öffnen, wo sie keiner sieht“, erklärt die 64-Jährige ihr Tun. Sehenswert noch bis 13. April.

Galerie im Kornhauskeller 
Hafengasse 19, 89073 Ulm
www.proarte-ulmer-kunststiftung.de
www.amanda-knapp-akb.eu

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Text & Fotos: Roland Reck



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