Burgrieden-Rot – Höchst unterschiedlich sind die beiden Ausstellungen, die bis Ende September in der Villa Rot zu sehen sind – und höchst inspirierend.
Werke zu sehen. Inspiriert von der Lasurtechnik traditioneller chinesischer Tuschemalerei entwickelte er die Eitempera-Technik weiter: Hier werden Farbpigmente mit Eiweiß oder Eigelb gebunden. „Die meist monochromen Bilder zeichnen sich durch eine warme, porzellanartige Textur mit jadeartigem Glanz aus – erzielt durch das sorgfältige Auftragen von Farbschichten“, erklärt der Katalog. Und tatsächlich sollte man sich auf die ästhetischen, poetischen Landschaften einlassen, dann entdeckt man faszinierende Farbnuancen.
Auch die in denselben Räumen in der Ausstellung „Inspiration Universum“ präsentierten Arbeiten der Amerikanerin Carol Pruse erfordern genaues Hinsehen. Die 1956 geborene Malerin verbindet die Technik der bereits in der Renaissance beliebten Silberstiftzeichnung mit modernen Materialien wie Gießharz, Fiberglas, Metallfolien und winzigen LED-Leuchten. Letztere erkennt man im lichtdurchfluteten Raum allerdings leider nicht. Man sollte unbedingt das Video am Eingang anschauen, das die Arbeitsweise erklärt. Und dann (noch einmal) die halbkugelförmigen und die kugelförmigen Skulpturen und die flachen Kompositionen betrachten. Fasziniert von Astrophysik, versucht Prusa Kunst und Wissenschaft verschmelzen zu lassen, auf die Parallelen zwischen den chaotischen Kräften des Kosmos und der fließenden Energie des menschlichen Körpers hinzuweisen. Ihre teilweise höchst komplexen Werke können dabei mehrere tausend (!) Arbeitsstunden beanspruchen. Lassen Sie sich Zeit beim Betrachten!
Leichter erschließen lassen sich die Exponate der Ausstellung „Inspiration Technik“ in der alten Villa. Etwa Susi Gelbs „Capri-Batterie EU-Standard“, ein Update für Joseph Beuys Capri-Batterie von 1985. Dass Frederic Foerts „Propeller. Gescheiterter Flugversuch Nr.1“ nicht funktioniert, ist schnell klar, ebenso wenig wie Panamarenkos Flugmaschinen fliegen. Witzig sind die Drahtversionen einer Ständerbohrmaschine und eines Radios von Thomas Raschke. Der Maschinenbau-Ingenieur Hans Peter Schiffer präsentiert in seiner Sammlung Fotografien von Bernd und Hilla Becher, Lithographien von Roy Lichtenstein und Marcel Duchamp, und unter vielen anderen Werke von Jean Tinguely, Robert Rauschenberg, Günther Uecker und Andy Warhol. Am 21. September führt Hans Peter Schiffer durch seine Sammlung.
Es gibt zudem verschiedene Führungen durch die Ausstellungen und ein interessantes Beiprogramm. Geöffnet ist Donnerstag bis Samstag von 14 – 17 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 11 – 17. Das Café mit Gartenterrasse hat am Wochenende geöffnet.
Autorin: Andrea Reck
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