Millie (Alison Brie) und Tim (Dave Franco) sind seit zehn Jahren ein Paar und beschließen, ihrem Leben in der Stadt den Rücken zu kehren. Der Umzug in ein abgelegenes Haus am Waldrand soll einen Neuanfang markieren. Doch schon auf der Abschiedsparty zeigen sich erste Risse in ihrer Beziehung: Millie macht Tim einen Heiratsantrag, auf den dieser nur zögerlich reagiert. Sie ist die treibende Kraft, bodenständig, während er als angehender Rockmusiker mit Mitte 30 noch immer seinen Träumen hinterherhängt. Die Distanz zwischen ihnen ist greifbar. Diese Beziehungsdynamik wird auf eine buchstäblich körperliche Zerreißprobe gestellt, als ein übernatürlicher Vorfall im Wald eine drastische physische Metamorphose auslöst, die nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Existenz als Paar fundamental verändert.
Michael Shanks gelingt mit „Together“ ein beeindruckendes Langfilmdebüt, das sich nahtlos in die Riege des anspruchsvollen Genrekinos einreiht. Shanks nimmt sich Zeit, um Spannung aufzubauen und seine Figuren tiefgründig zu etablieren. Was als Beziehungsdrama beginnt, entwickelt sich zu einem satirischen Body-Horror-Film, der Fragen nach Nähe, Abhängigkeit und der Auflösung individueller Identität innerhalb einer Partnerschaft verhandelt. Shanks‘ Inszenierung ist atmosphärisch dicht, unterstützt durch ein eindrückliches Sounddesign und das unheimliche Setting des nächtlichen Waldes. Trotz der fiesen und schockierenden Elemente, die dem Body-Horror-Genre eigen sind, verliert der Film nie seinen schwarzen Humor und seinen Unterhaltungswert. Der größte Trumpf des Streifens ist aber unbestreitbar die Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Alison Brie und Dave Franco, die auch im wahren Leben verheiratet sind, verkörpern Millie und Tim mit einer unaufdringlichen, aber zutiefst überzeugenden Authentizität. Ihre zehnjährige Beziehungsgeschichte ist in jeder Geste, jedem Blick und jeder unausgesprochenen Spannung spürbar. Diese natürliche Vertrautheit und die Fähigkeit, sowohl die liebevollen als auch die frustrierenden Facetten einer langjährigen Beziehung darzustellen, ist das emotionale Fundament, das den Horror so effektiv macht. Absolut empfehlenswert.
Autor: Alexander Koschny
Erscheinungsdatum: 14. November 2025
Laufzeit: 98 Min. / FSK: 16
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