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Michael Scheyer (links) und Adrian Kutter plaudern über den deutschen Film. Foto: Filmtage Oberschwaben

Biberach – Als Gründer der Biberacher Filmfestspiele ist Adrian Kutter den Biberachern gut bekannt. Aber nicht nur dort, sondern auch deutschlandweit und auch außerhalb der Landesgrenzen hat der mittlerweile 82-Jährige die Kinolandschaft geprägt wie kaum ein anderer. „Kino ist mehr als Film“, war stets Kutters Credo. Was es damit auf sich hat, das erläutert er in einer ausführlichen Gesprächsreihe, die die Filmtage Oberschwaben nun als frei zugänglichen Podcast im Internet veröffentlicht haben. Unter dem Titel „Liebes Kino! Erinnerungen von Adrian Kutter“ ist er ab sofort auf allen gängigen Podcast-Portalen zu finden. Gleich zwei Folgen auf einmal sind zum Start veröffentlicht.

In der ersten Folge erzählt Adrian Kutter, wie er schon als Kind von den flimmernden Bildern im Kino seines Großvaters angezogen wurde, wie er als Jugendlicher begann, den Gleichaltrigen eigene Filmreihen anzubieten und wie er als junger Mann das studentische Kino in Mannheim wieder auf Erfolgskurs brachte. Egal wo Kutter sich aufhielt, ging er ins Kino und sorgte immer dafür, dass alle anderen dasselbe Filmvergnügen hatten wie er.

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In der zweiten Folge berichtet Kutter davon, wie er nach dem Studium nach Biberach zurückkehren musste, obwohl es ihn eigentlich in die weite Welt hinausgezogen hatte; wie er in Biberach dann entgegen aller Erwartungen ein nachgefragtes Programmkino in der Provinz aufbaute und wie er es schaffte, Größen wie Werner Herzog, Wim Wenders oder Volker Schlöndorff nach Oberschwaben zu bringen. Kutter erzählt außerdem, wie das war, als er die Uraufführung von „Die linkshändige Frau“ des Schriftstellers Peter Handke in Biberach organisieren sollte, und was er unternahm, als der dann plötzlich nicht mehr kommen wollte.

Adrian Kutters Erinnerungen sind mannigfaltig: Wie die Berlinale groß wurde und was sich heute verändert hat; warum Cannes hinter den Kulissen längst nicht so glamourös ist, wie auf dem roten Teppich; wieso er Locarno für das schönste aller Filmfestivals hält und warum sein Vater als Filmemacher im dritten Reich sowohl Reichspropagandaminister Joseph Goebbels Zorn als auch dessen Gunst auf sich zog. Detailreich, präzise und humorvoll lernen die Hörerinnen und Hörer die Geschichte des deutschen Kinos aus einer persönlichen und ungewöhnlichen Perspektive kennen und bekommen Lust darauf, Klassiker von damals vielleicht noch einmal zu genießen.

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Interviewt wird Adrian Kutter von dem freien Journalisten und Filmemacher Michael Scheyer, der selbst Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft studiert hat und der deshalb mit Kutter auf derselben Wellenlänge liegt. Der aber trotzdem noch staunend und verwundert genauso viel Neues über die deutsche Filmgeschichte erfährt wie die Zuhörerinnen und Zuhörer, die auch ganz ohne Vorwissen lauschen können.

Ab sofort gibt es nun alle zwei Wochen eine neue Folge zu hören. Alle wichtigen Infos zum Podcast „Liebes Kino!“ sind auf der Website der Filmtage Oberschwaben zu finden unter:

www.filmtage-oberschwaben.de/podcast



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