Aulendorf – Aufbruch statt Resignation war die Haltung der Teilnehmenden einer „Post-Biosphärenkonferenz“, die auf Einladung des BUND am 7. Februar in Aulendorf stattfand. Der Kreis, rund 30 Personen, bestand aus „einer Koalition der Willigen“ aus dem gescheiterten Biosphärenprozess, erklärten Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, und Maike Hauser, Regionalgeschäftsführerin BUND Bodensee-Oberschwaben, bei der abschließenden Pressekonferenz.
Zum Hintergrund: Die Möglichkeit eines Biosphärengebiets in Allgäu-Oberschwaben hatte die Landesregierung 2021 in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. In den Landkreisen Biberach, Ravensburg und Sigmaringen war die Initiierung eines Biosphärengebiets angedacht, welches auf die erfolgreichen Biosphärengebiete auf der Schwäbischen Alb (seit 2008) und im Südschwarzwald (seit 2016) folgen sollte. Ziel von Biosphärengebieten ist es, als Modellregion zu zeigen, wie sich Wirtschaft, Wohnen und Tourismus möglichst im Einklang mit Natur und Umwelt entwickeln lassen. Im Herbst 2025 kam es zu mehreren Negativbeschlüssen gegen das Biosphärengebiet in relevanten Gemeinderäten. Der Prozess wurde offiziell am 13. November 2025 beendet.
Maike Hauser, Regionalgeschäftsführerin BUND Bodensee-Oberschwaben: „So bedauernswert die Absage an das Biosphärengebiet auch ist: Wir wollen bewusst nicht über das Scheitern der Idee jammern, sondern die zahlreichen Ideen daraus nicht verloren geben. Dabei haben wir auf Basis der bereits im Prozess herausgearbeiteten Leitprojekte den Fokus vor allem auf die notwendigen Strukturen für eine erfolgreiche Umsetzung gelegt – denn nun müssen wir die Umsetzung der Themen neu denken – ohne Biosphärengebiet.“ Die Teilnehmenden konzentrierten sich dabei vor allem auf die umweltrelevanten Themenbereiche Wald, Jagd und Fischerei, Moorschutz, Wirtschaft und Klimaschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Ernährung und Regionalvermarktung sowie Landwirtschaft.
Die Konferenz habe gezeigt, dass bereits brauchbare organisatorische Strukturen vorhanden seien, heißt es in der Presseerklärung, wie zum Beispiel den Landschaftserhaltungsverband (LEV), den politischen Regionalverband (RVBO), das Interkommunale Zentrum für Moorschutz (IKZ) oder die LEADER-Regionen. Doch diese Strukturen seien mitnichten ressourcenmäßig so ausgestattet, dass sie die vielen, notwendigen Projekte aus dem Prüfprozess in die Umsetzung bringen könnten. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass finanzielle Mittel und personelle Ressourcen für ein Projektmanagement bereitgestellt werden müssen. Daran gelte es mit Nachdruck weiterzuarbeiten. Hauser: „Für eine intakte Natur und nachhaltiges Wirtschaften braucht es viele Schritte und Verbündete in der Bevölkerung, Politik, Wirtschaft und Forschung sowie in Institutionen und Behörden. Sie alle laden wir ein, sich konstruktiv für die Umsetzung der Leitprojekte und Ziele zu engagieren und gemeinsam eine organisatorische Struktur dafür zu erarbeiten – auch diejenigen, die das Biosphärengebiet rigoros ablehnten.“
Autor: Roland Reck
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