Liebe Leserinnen, liebe Leser, vor einem Jahr war die Wahl zum Bundestag. Heraus kam die Schwarz-Rote-Koalition mit Kanzler Merz (CDU) an der Spitze. Sie quält sich über die Runden, hat man den Eindruck. Wenngleich sie mit einem Paukenschlag begann.
Mit einer Grundgesetzänderung verschaffte sich die neue Bundesregierung ein „Sondervermögen“ für Investitionen von insgesamt 500 Milliarden, was richtiger Weise „Sonderschulden“ sind.
Nun steht am 8. März die Landtagswahl in Baden-Württemberg an, die zusätzlich spannend wird, da „Landesvater“ Winfried Kretschmann (Die Grünen) nach 15 Jahren die Villa Reitzenstein verlässt. Sein Erbe ist begehrt und umstritten und wird vom grünen Nachfolger Cem Özdemir und dem CDU-Chef Manuel Hagel beansprucht. Nicht zu vergessen: die AfD schickt mit Markus Frohnmaier ebenfalls einen Aspiranten als Nachmieter für die Villa ins Rennen, steht aber nicht für den Landtag zur Verfügung.
Statt Zeit mit dem Blick in die Glaskugel zu vergeuden, haben wir uns entschieden, Winfried Kretschmann mit einer Würdigung seiner Arbeit zu verabschieden. 15 Jahre sind ein Pfund! Und das an der Spitze von drei Landesregierungen als grüner Häuptling von grün-rot ein Mal und grün-schwarz zwei Mal. Was bleibt? Egal, wie man zu Kretschmann steht, er ist ein Original, der damit auch „the Länd“ prägte.
Anja Reinalter, grüne Bundestagsabgeordnete aus Laupheim und Moderatorin beim grünen Aschermittwoch, erklärt zum Abschiedsgeschenk des Kreisverbandes (siehe Titel): „Dir, lieber Winfried, überreiche ich im Namen des Kreisverbands einen großen grünen Optimisten vom Künstler Otmar Hörl – denn heute war deine letzte Rede als amtierender Ministerpräsident. Ein Grüner Optimist für dich – weil du uns gezeigt hast, dass man mit Haltung, Geduld und Zuversicht unser Ländle grüner machen kann. Danke.“
Die Frage bleibt strittig: Wie viel MEHR grün hat Kretschmann tatsächlich durchgesetzt als Länderchefs anderer Bundesländer mit anderen politischen Konstellationen? Nur dieses absolute MEHR zählt in dieser Bilanz. Deshalb zählt auch der Nationalpark nicht dazu, damit hat Baden-Württemberg im Länderranking lediglich aufgeholt, nicht überholt und schon gar nicht mehr getan als das Notwendige. Und dass der grüne Ministerpräsident gut mit den Autobossen konnte, zählt ebenfalls nicht, das tun seine Kollegen in Bayern und Niedersachsen auch. Oder bleibt letztlich nur das Erstaunen, dass der Grüne es – wider Erwarten – mindestens so gut hingekriegt hat wie seine Kollegen andernorts und überdies mit seiner „Politik des Gehörtwerdens“ stilprägend war. Immerhin.
Und da die Grünen – wie andere Parteien auch – die Zukunftsfähigkeit ganz dem technologischen Wettrennen zuschreiben, sei die KI nach dem Erbe Kretschmanns gefragt. Copilot antwortet sekundenschnell: „Sein politisches Vermächtnis ist weniger an einzelnen Projekten festzumachen als an einer Haltung: Politik als Dienst, nicht als Bühne. Verantwortung vor Eitelkeit. Ausgleich vor Konfrontation. Der Abschied von Winfried Kretschmann markiert das Ende einer Ära – und eröffnet zugleich Raum für Neues. BadenWürttemberg wird sich neu sortieren müssen. Doch der Einfluss dieses Ministerpräsidenten wird noch lange spürbar bleiben.“ Mit dieser Bilanz der KI wird Winfried Kretschmann leben können.
Dr. Roland Reck, Chefredakteur

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