Wenn in Baden‑Württemberg am 8. März ein neuer Landtag gewählt wird, entscheidet sich mehr als nur die politische Richtung der kommenden fünf Jahre. Es ist die erste Wahl nach einer umfassenden Reform des Landeswahlrechts – ein Systemwechsel, der das politische Gefüge im Südwesten spürbar verändern dürfte.
Zwei Stimmen für mehr Einfluss
Zum ersten Mal geben die Bürgerinnen und Bürger zwei Stimmen ab: eine für die Direktkandidatin oder den Direktkandidaten im Wahlkreis, eine für die Landesliste einer Partei. Was im Bundestag seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, hält nun auch im Land Einzug. Die Erststimme entscheidet über die 70 Direktmandate, je Wahlkreis ein Mandat. Die Zweitstimme bestimmt das Kräfteverhältnis im Landtag.
Mit diesem Schritt soll das Wahlergebnis proportionaler werden. Überhang- und Ausgleichsmandate sorgen dafür, dass die Sitzverteilung am Ende möglichst genau dem Zweitstimmenanteil entspricht. Im Landeswahlgesetz sind 120 „Regelsitze“ festgeschrieben, also werden im neuen Landtag mindestens 120 Abgeordnete sitzen – aber wegen der Überhang- und Ausgleichsmandate aller Wahrscheinlichkeit mehr.
Wahlalter 16
Eine weitere Neuerung könnte die politische Landschaft langfristig prägen: Erstmals dürfen auch 16‑ und 17‑Jährige ihre Stimme abgeben. Laut Statistischem Landesamt werden rund 650.000 Menschen bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg zum ersten Mal wahlberechtigt sein. Das entspricht sieben Jahrgängen im Alter von 16 bis 22 Jahren. Darunter sind 180.000 Minderjährige (16- und 17-Jährige). Insgesamt sind etwa 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt. Mit der Absenkung des Wahlalters reagierte die Landespolitik auf die Forderung, junge Menschen früher einzubinden und ihre Lebensrealitäten stärker zu berücksichtigen. Ob das die Wahlbeteiligung hebt, wird mit Spannung erwartet.
Wer darf wie kandidieren
Parteien und Wählervereinigungen müssen sowohl Kreiswahlvorschläge als auch Landeslisten einreichen. Für kleinere Gruppierungen gelten weiterhin strenge formale Anforderungen, etwa Unterstützungsunterschriften. Die Wahlorgane prüfen jeden Vorschlag sorgfältig – ein Prozess, der immer wieder für Diskussionen sorgt, wenn einzelne Listen oder Kandidaturen nicht zugelassen werden.
Im Wahllokal oder per Brief
Die Stimmabgabe bleibt unkompliziert: Wer am Wahltag verhindert ist, kann ohne Angabe von Gründen per Briefwahl teilnehmen. Im Wahllokal genügt ein Ausweis, selbst wenn die Wahlbenachrichtigung verloren gegangen ist. Die Stimmzettel sind neu gestaltet, um das Zwei‑Stimmen‑System klar abzubilden.
Wie aus Stimmen Sitze werden
Nach Schließung der Wahllokale beginnt die Auszählung – zunächst der Erststimmen in den Wahlkreisen, dann der Zweitstimmen landesweit. Die Kombination aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht macht die Berechnung komplexer als bisher. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach Zweitstimmen zustehen. Ausgleichsmandate korrigieren das Verhältnis.
Ein Wahlrecht mit Signalwirkung
Die Reform soll das Land moderner, demokratischer und repräsentativer machen. Kritiker warnen vor einem aufgeblähten Parlament, Befürworter sehen darin einen notwendigen Schritt hin zu mehr Fairness. Sicher ist: Die Landtagswahl 2026 wird nicht nur über politische Inhalte entscheiden, sondern auch darüber, wie gut das neue Wahlrecht in der Praxis funktioniert.
Dieser Artikel ist mit Hilfe von KI (Copilot) entstanden.
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