Sport ist eines der wirkungsvollsten und sichersten „Medikamente“. Doch leider ist eine ausreichende Dosierung erforderlich, um langfristig auch schweren Erkrankungen vorzubeugen.
Eine Kombination aus Krafttraining und regelmäßigem Ausdauersport gilt als optimal zur Prävention von Krankheiten. Insbesondere zur Diabetes-Prävention und zur Vermeidung von Herz-Kreislauferkrankungen (wie Herzinfarkt) sowie für ältere Menschen, die damit dem Muskelschwund vorbeugen können.
Fakt ist: Rund zwei Milliarden Menschen – mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung – bewegen sich zu wenig. Bei uns ist sogar fast jeder Zweite zu wenig aktiv und erreicht nicht die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Unsere moderne Lebensweise – Auto, sitzende Arbeit, Fahrstühle und Lieferdienste etwa – tragen ihren Teil dazu bei. Der zunehmende Bewegungsmangel spielt in der gleichen Liga wie die klassischen Risikofaktoren Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes. So weisen Menschen, die mehr als acht Stunden am Tag sitzen ein um rund 80 % erhöhtes Sterberisiko auf.
„Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um das Gleichgewicht zu halten, muss man in Bewegung bleiben“, schrieb Albert Einstein 1930 in einem Brief an seinen Sohn Eduard. So wie man auf einem stehenden Fahrrad leicht umkippt, kann Stillstand im Leben dazu führen, dass man das Gleichgewicht verliert. Bewegung – sei es körperlich, emotional oder intellektuell. Wie viele Kilometer der Ulmer Physiker tatsächlich im Sattel saß, ist nicht überliefert, aber offenbar hat ihm Radfahren Freude gemacht.
Bewegungsmangel führt zu negativen Veränderungen im Körper. Das Muskelgewebe schwindet und wird schwächer. Lässt die natürliche Haltefunktion der Rumpfmuskeln nach, entwickeln sich Haltungsschwächen und Haltungsfehler. Sie verursachen Schäden der Wirbelsäule und beeinträchtigen oft die Organfunktionen im Brustkorb, im Bauch und im Becken. Eine verkümmerte Muskulatur im Bereich des Fußes und der Wade kann zu Senkfußbeschwerden führen, denn geschwächte Muskeln sind nicht in der Lage, das Fußgewölbe zu halten, wenn ein zunehmendes Körpergewicht auf den Füßen lastet.
Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, dagegen zu halten. Körperliche Aktivität und Sport trainieren unsere Muskeln und Gefäße und der Körper wird beim Sport mit mehr Sauerstoff versorgt. Die vermehrte Durchblutung hält die Gefäße elastisch. Besonders Ausdauersport reguliert den Zuckerstoffwechsel und senkt Blutdruck- und Cholesterinwerte. Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten ausdauerorientierte Bewegung pro Woche mit moderater Intensität oder 75 Minuten Bewegung pro Woche mit hoher Intensität. Müsste eigentlich machbar sein.
Höchstleistungen hingegen müssen nicht sein. Sportarten wie Fahrradfahren, Walking, Schwimmen, Joggen oder ein Herz-Kreislauftraining im Sportsstudio oder Verein sind optimal Und ganz wichtig: Die gewählte Sportart muss Spaß machen.
Hilfreich ist es, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Starten Sie den Tag mit sanften Dehnübungen. Einfache Bewegungen wie das Strecken der Arme über den Kopf, das Beugen zur Seite oder das Kreisen der Schultern bringen den Kreislauf in Schwung. Versuchen Sie, regelmäßig zumindest kurze Spaziergänge zu unternehmen. Ein fünfminütiger Gang zum Briefkasten oder ein Spaziergang im Garten reichen oft schon aus, um die Durchblutung anzuregen und die Muskeln zu aktivieren. Auch wer viel sitzen muss oder nicht mehr gut zu Fuß ist, kann etwas für seine Fitness tun. Leichte Übungen wie dem Wippen der Füße, Knieheben oder dem sanften Drehen des Oberkörpers helfen, Muskelverspannungen zu lösen. Gehen Sie, wann immer möglich, zu Fuß, statt mit dem Auto zu fahren, oder nehmen Sie die Treppe statt Aufzug oder Rolltreppe.
Ein ganzes Buch zum Thema Bewegung schrieb 2024 der Physiotherapeut Uli Brüderlin. Die Essenz von „In Bewegung bleiben“: Wer sich nicht bewegt, wird krank. Wie die Evolution zeigt, sind Bewegung und Gesundheit untrennbar verbunden. Im leicht verständlichen Theorieteil präsentiert der Praktiker wissenschaftliche Fakten, im Übungsteil vermittelt er, wie jeder die Möglichkeit hat, aktiv für seine Gesundheit zu sorgen. Er gibt Einblick in die faszinierende Welt der Faszien und die Botenstoffe der Muskulatur. Mentales Training fördert Gesundheit und Wohlbefinden. Das Buch hilft auch Diagnose, Befund und Therapie zu verstehen. Anatomie und Physiologie werden einfach erklärt. Weitere Themen sind die Wirbelsäule, die Rolle des Gehirns und das richtige Gehen.

Verlag Uli Brüderlin, 148 Seiten, 19,90 €.
Autorin: Andrea Reck
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