Mesmer 09

Es war die Nacht zum 1. Mai. Es ist die Nacht der Streiche und des Humbugs. Auch getanzt wird in den Mai. Es ist die Walpurgisnacht, in der die Hexen ihr Unwesen treiben. Schaurig der Aberglaube, schön das Brauchtum. Aber in diesem Jahr fiel der fröhliche Umtrieb einem Virus zum Opfer. Der Tanz fiel aus. Auch in Wain. Doch der Aberglaube feierte böse Urstände. Auf dem „Galgenberg“ des kleinen Ortes östlich von Laupheim fanden sich drei Hexen. Strohpuppen, die hingerichtet wurden. Kein Scherz, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Und ein Dorf ist in Schockstarre. Was ist passiert? Und vor allen Dingen: Warum ist es passiert?

Das Was, der Tatbestand, ist freilich aktenkundig: Am 1. Mai fanden sich drei lebensgroße Strohpuppen, wie sie immer noch manch Funkenkreuz schmücken, auf dem Reinhardsberg, der auch Galgenberg heißt, zu einer Hinrichtungsszene drapiert. Zwei der Frauenpuppen scheinen auf einem rot beschmierten Holzpflock enthauptet, die andere stranguliert. Auf einem Schild stand zu lesen: „3 Hexen von Wain“.

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