Kommt eine Neuregelung bei der Biber-Regulierung?
Region – „Zig Hektar überflutet.” Und teils Bedrohungen von wichtigen Wegen – wie Bahnstrecken. Als nicht mehr aktzeptabel schätzt der Kißlegg-Immenrieder Landtagsabgeordnete Raimund Haser Schäden ein, die in jüngster Zeit immer wieder durch Biber verursacht werden. Der energie- und umweltpolitische Sprecher der CDU im Stuttgarter Landtag hat sich deshalb für eine neue Biberverordnung in Baden-Württemberg eingesetzt. Sie soll „vor Weihnachten tatsächlich erlassen werden”, sagte Raimund Haser im Gespräch mit der Bildschirmzeitung.
Zwei Kräfte allein in einer Stadt. In Wangen arbeiten zwei Leute daran, Biberschäden zu beheben oder Bedrohungen durch Biberverbauungen zu begegnen. So berichtet es Raimund Haser (Wahlkreis Wangen-Illertal). Sein Parteifreund Dieter Krattenmacher spricht sogar in oberschwäbischer Dialektfärbung von einem „Sauvieh”. Derart drastisch schilderte Krattenmacher als Bürgermeister den Biber bei der jüngsten Kißlegger Gemeinderatssitzung am 10. Dezember. Denn durch das Nagetier sei die Bahnstrecke Kißlegg-Wolfegg bedroht gewesen. Nur dank eines zupackenden Bauern sei dem Biber „klargemacht” worden, dass er nicht so nahe des Bahngleises „bauen” solle. Der Landmann habe dies „selbstverständlich legal” ausgeführt.
“Es gibt keinen Grund, Natur in der Kulturlandschaft nicht zu regulieren”
Haser erzählte der Bildschirmzeitung, er habe bei den zuständigen Landesministerien in Stuttgart „immer wieder angeklopft”. Nämlich beim Landwirtschafts- und beim Umweltministerium. Zusammen mit anderen Landtagsabgeordneten „haben wir Druck gemacht”. Also gefordert, dass betroffene Landkreise in Baden-Württemberg mit dem Biber ähnlich umgehen dürfen wie in Bayern. Dort, so Haser, würden pro Jahr etwa 3000 Biber abgeschossen. In Baden-Württemberg „allenfalls zwei, mögen’s höchstens vier sein”, erläutert Haser. Er findet die Regelung in Bayern besser. Denn: „Es gibt keinen Grund, dass ich Natur in der Kulturlandschaft nicht reguliere.”
„Oberschwaben ist Einfallgebiet Nummer eins”
Die neue Biberbestimmung in Baden-Württemberg berücksichtige dann, dass verschiedene Teile des Landes „anerkannterweise unterschiedlich betroffen sind”. Das heißt: „Oberschwaben ist Einfallgebiet Nummer eins.” Deshalb werde es in der neuen Biber-Regelung Baden-Württembergs einzelnen Kreisen überlassen, wie sie auf vom Biber verursachte Gefahren oder Schäden reagieren. Noch sei die ganze Sache „nicht hundertprozentig garantiert”, sagte Haser der Bildschirmzeitung. Aber wenn die Verordnung komme, dann „ist das Entscheidende der Kreis”.
Julian Aicher
Transparenzhinweis: Julian Aicher lebt im Hofser Achtal bei Leutkirch. Dort beklagen vor allem Landwirte immer wieder erhebliche Schäden durch Biber.







