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Aufrüttelnde Fotos

Markus Mauthe berichtete im Kurhaus von seinen Reisen für Greenpeace



Foto: Ulrich Gresser
Der Schatten der Zukunft: Markus Mauthe beschrieb in Wort und Bild den dramatischen Klimawandel.

Bad Wurzach – Der in Friedrichshafen geborene Naturfotograf und -Filmer Markus Mauthe war im vergangenen Jahr viel unterwegs: Auf den Galapagos-Inseln, im Amazonas-Regenwald, im Senegal, im Norden Kanadas, auch im Senegal, Grönland und Australien. Überall fand er Spuren der von Menschenhand gemachten Klimaveränderung, sogenannte Klima-Kipp-Punkte. Auf Einladung des Naturschutzzentrums zeigte Mauthe seine zweieinhalbstündige Bild- und Filmreportage „Eine Welt für morgen“.

„Wer mit offenen Augen die Welt bereist, dem können die Probleme nicht entgehen, und wer mit dem Herzen unterwegs ist, dem können sie nicht egal sein.“ Unter diese Maxime hat er seine Reisen gestellt und sein Leben. In seiner aktuellen Reportage kommen Einheimische zu Wort, die oft Hilferufe an die Staatengemeinschaft senden. So wie der indigene Häuptling im brasilianischen Regenwald, der trotz seiner 92 Jahre sehr klare Worte zu der Zerstörung seiner Heimat durch die Brandrodungen fand.

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“Er hält uns den Spiegel vor”

Dr. Siegfried Roth, der Leiter des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried der gemeinsam mit seinem Team die Veranstaltung, die etwa 150 Interessierte in den Kursaal gelockt hatte, organisiert hatte sagte in seiner Begrüßungsrede über den Protagonisten: „Er zeigt in seinen Bildern aber auch schonungslos die Probleme unserer Zivilisation und hält unserer Gesellschaft so einen Spiegel vor. Seine Präsentationen sind ein Aufruf an uns alle, sich für einen gesunden Planeten und eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen einzusetzen.“

Für dieses neue Projekt in Zusammenarbeit mit Greenpeace machte Markus Mauthe sich gemeinsam mit der Klimaaktivistin und Journalistin Louisa Schneider auf den Weg in verschiedene Regionen der Welt, in denen das Klima zu kippen droht.  

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Weggespülte Strände

Auf der Bühne berichtete Mauthe auch von der Sahelzone des Senegal. Durch die Ausspülung der Strände aufgrund immer heftiger werdender Stürme an der Küste – Deiche wie an unseren Küsten gibt es dort nicht – wurden die Menschen, die zuvor vom Fischfang lebten, immer weiter ins Landesinnere vertrieben. Die Strände sehen dabei aus wie Müllkippen, weil viele Länder der Nordhalbkugel ihren Plastikmüll in Afrika „entsorgen“. Hier traf Mauthe auf einen der ersten Klimaktivisten des Senegal. Dem Senegal drohen wegen Überfischung durch chinesische Fangflotten und die Förderung der großen Gasvorkommen vor der Küste, die zumeist von ausländischen Investoren betrieben wird, weitere Umweltkatastrophen. Bereits die Sand-Ölförderung hat riesige giftige Schlacke-Seen hinterlassen. Die Hilfe zur Selbsthilfe, etwa durch Baumpflanzungen, muss sehr gut durchdacht sein: Bei Tagestemperaturen von weit über 40 Grad funktioniert dies nicht so wie gedacht, weil nicht genügend Wasser zum Hegen der jungen Bäume zur Verfügung steht. „Wir fordern Gerechtigkeit, Klimagerechtigkeit“, sagt der junge Klimaaktivist. Aber es gibt auch hoffnungspendende Projekte wie das von Africa Greentec. Mit diesen „Solartainern“-Containern mit Solarzellenbestückung bekommen Dörfer Strom, über eine Wasseraufbereitungsanlage Trinkwasser und auch Kühlräume.

Brände in der Tundra

Dass auch die kanadische Tundra extrem gefährdet ist, zeigte Mauthe bei seiner Reise im vergangenen Sommer auf. Als er eine Reise, die er vor über dreißig Jahren gemacht hatte, nachzeichnen wollte, bekam er kaum ein dunst- und rauchfreies Foto zustande: Weil der Jetstream zum Erliegen kam, wurden die Wälder derart trocken, dass sich riesige Waldbrände ausbreiteten, die von den Feuerwehren ähnlich wie im Regenwald des Amazonas nicht mehr unter Kontrolle zu bringen sind. Bei den Löscharbeiten waren viele Feuerwehrleute aus vielen Ländern beteiligte, unter anderem trafen Mauthe und sein Team dort auch auf eine Brigade indigener Feuerwehrleute aus Brasilien, die sie von dort kannten. Eine große Gefahr, wenn es weitere Dürrejahre gibt: Der Permafrost im Norden taut, die Böden werden wegschwemmt. Das vom Permafrost gebundene CO2 – rund doppelt soviel wie in der gesamten Atmosphäre vorhanden – kann dann freigesetzt werden.

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Das schmelzende Eis

Einen weiteren Klimakippunkt fanden Mauthe und Schneider in Grönland: die schmelzenden Eisberge in der Disco-Bucht. Hier fotografierte Mauthe von einem ähnlichen Standpunkt wie bei einer seiner vorigen Reisen im Jahre 2009 und musste feststellen, dass in diesen wenigen Jahren bereits viele der weißen Riesen verschwunden sind. Wenn der etwa drei Kilometer dicke Eispanzer auf dem Festland schmilzt droht eine weitere Gefahr für das Klima auf der Nordhalbkugel: Der Golfstrom wird erlahmen, denn das entstehende Süßwasser bekommt dem Wärme bringenden Wind nicht. Die paradoxe Folge des Klimawandels: Die Temperatur in Europa würde dramatisch sinken. Kommentar von Mauthe „Lieber Mensch, sorge dafür, dass sich die Atmosphäre um kein einziges Zehntel-Grad weiter aufheizt.“

Korallen, todgeweiht

Bei seiner weiteren Reise zum Great Barrier Riff im Osten Australiens zeigte den tropischen Kipppunkt am entgegengesetzten Ende der Erde: Dort sind rund 80 % der Korallen dem Tod geweiht, viele drohen wegzuschwimmen. Aber die australischen Behörden haben – da der Tourismus ein großer Wirtschaftsfaktor ist – Gegenmaßnahmen eingeleitet. „Die Tourismuslenkung dort ist vorbildlich”, sagt Mauthe dazu. Viele Taucher betätigen sich als „Meeresforscher“, in dem sie bei ihren Tauchgängen aufschreiben, was sie sehen; anhand dieser Statistiken können die Meeresbiologen ablesen, wie sich der Bestand der wirbellosen Tiere entwickelt. In dem „Forever Reef Project“ sind alle Korallenarten für den Fall des „Supergaues“ eingelagert. Denn wenn das Gleichgewicht der Natur – etwa durch zu hohe Wassertemperaturen – gestört ist, droht der Verlust der Lebensgrundlage.

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Das Mahnfeuer

Vor inzwischen über 800 Tagen hat ein aboriginischer Musiker im australischen Outback (im Inneren des Kontinents) ein Mahnfeuer entzündet, um gegen die Ausbeutung einer Mine durch einen indischen Konzern in seiner Nähe zu protestieren. Denn laut des Aborigin (Ureinwohner) ist die Mine illegal, da das Land auf dem sie errichtet wurde, nie von den Ureinwohnern verkauft wurde. Der Musiker spricht vor allem junge Menschen mit seinem Rap an.

Für eine faire und lebenwerte Zukunft aller Menschen

Wir leben in unruhigen Zeiten – mehr und mehr bestimmen Krisen unseren Alltag. In dieser Zeit, in der der Ton auch innerhalb unserer Gesellschaft rauer wird, ist es umso wichtiger, dass wir zusammenhalten und gemeinsam aktiv werden – grad jetzt. Deswegen hat Mauthe zum Abschluss seines Vortrages mit einem Weltraumfoto des „Blauen Planeten“ die (bisherigen) Unwörter des Jahres den menschlichen Werten gegenübergestellt: „Menschlichkeit, Rechtsstaat, Solidarität, Vielfalt, Demokratie, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit. „Eine Welt für morgen“ sei ein leidenschaftlicher Appell an uns alle, gemeinsam an einer nachhaltigen Gesellschaft zu bauen, für einen gesunden Planeten und eine faire, lebenswerte Zukunft für alle Menschen!

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Fotos: Uli Gresser

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