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Evangelische Kirchengemeinde

Konzert zum 60-jährigen Jubiläum des Posaunenchors war ein Hochgenuss



Foto: Ulrich Gresser
Im Rahmen des Konzertes wurden die Bad Wurzacher Bläser für ihr Engagement geehrt. Der Leiter des Bläserteams Michael Püngel hatte die Ehre, Theo Klein, den Mitbegründer des Posaunenchores Bad Wurzach, für 70 Jahre aktives Musizieren zur Ehre Gottes auszuzeichnen.

Bad Wurzach – Für die, die an diesem Sonntagabend (17.3.) in die evangelische Kirche gekommen waren, darunter auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer, war es ein musikalischer Hochgenuss und die, die nicht gekommen sind, haben echt etwas verpasst.

Denn bei dem Konzert des Bläserteams des Evangelischen Jugendwerks (EJW,) anlässlich des 60jährigen Jubiläums des Posaunenchores der evangelischen Kirchengemeinde, stand nicht nur das Musikalische im Vordergrund, sondern auch die Würdigung der Bad Wurzacher Bläser durch den Landesjugendreferenten und Diakon Michael Püngel. Dieser war nicht nur Orchesterleiter und geistlicher Begleiter des Konzertes mit Gebeten und geistlichem Impuls, sondern sorgte auch mit seinen humorvollen Anmoderationen für das eine oder andere Lächeln auf dem Gesicht der Zuhörer.

Das Bläserteam des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg ist eines von vier Auswahlensembles im EJW. Dem Bläserteam des EJW gehören zwölf ehrenamtliche Bläserinnen und Bläser an, die aus verschiedenen Posaunenchören Württembergs stammen. Das Bläserteam tritt wie jetzt beim Jubiläum des Bad Wurzacher Posaunenchores, aber auch bei Großveranstaltungen wie dem CVJM-Kongress, bei Landesposaunen- und Jugendtagen auf. In der Regel spielt das Bläserteam nicht bei Benefizkonzerten, die freiwilligen Spenden kommen der Posaunenarbeit im EJW zugute.

Das Repertoire des Bläserteams umfasst Musik von Barock bis Pop, anspruchsvolle Werke für Posaunenchöre, aber auch Stücke für große Blechbläserensembles. Neben festlichen und fetzigen Bearbeitungen von Chorälen, neuen geistlichen Liedern, Gospels und Spirituals spielt es freie Musikstücke aus unterschiedlichen Epochen. In Bad Wurzach kamen auch Pauken und Schlagzeug zum Einsatz.

Die Bläser eröffneten das Konzert feierlich mit dem Concerto-D-Dur Allegro von Bach, adaptiert nach dem Violinkonzert von Vivaldi. Nach der Begrüßung durch Pfarrerin Silke Kuczera ging es weltlich mit der Carmen-Suite aus der gleichnamigen Oper von Georges Bizet weiter, dem sie eines der bekanntesten Kirchenlieder „Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“ aus der Feder von Johann Sebastian Bach als 12-stimmigen Eingangschor folgen ließen.

Michael Püngel leitete die Ehrungen für die Mitglieder des Posaunenchores Bad Wurzach mit Gedanken darüber ein, was einen Bläser ausmacht. „Bläser sind Idealisten und praktizierende Christen, die zur Gnade Gottes spielen.“

Ehrungen

Von sieben bis siebzig Jahren reichte die Zeitspanne, aus welcher die zu ehrenden Mitglieder sind. Josef und Julia Kiebler waren die „jüngsten Neuzugänge“ die seit 2017 dabei sind. Christina Häußermann-Hart ist seit 2004 Mitglied, Katja Schuchert seit 2002, Birgit Seufert seit 2001. Gleichzeitig mit Ramona Herrmann fing im Jahre 2000 Johannes Wirth, der den Posaunenchor aktuell leitet und dafür auch noch extra geehrt wurde, im Posaunenchor der evangelischen Kirche an. Martin Gottschling begann 1996 als Aktiver, während Gustav und Gabriele Gottschling bereits 1971 bzw. 1979 als aktive Musiker in den Chor eintraten. Edelgard Kesenheimer kam 1987 in den Chor – und blieb. Geehrt wurden auch Heidi Riedle (1977), Marion Vonier (1975), Hans Ulrich Seufert (1974), Guntram Oberdorfer (1973). Seit über 60 Jahren ist Richard Uhlemayr als Musiker zur Ehre Gottes unterwegs.

Alle aber stellte Theo Klein in den Schatten. Er spielte bereits in seiner früheren Heimat im Posaunenchor, ehe ihn die Liebe nach Bad Wurzach verschlug und er dort vor 60 Jahren zum Mitbegründer und langjährigen Leiter des Bad Wurzacher Posaunenchores wurde. Mit Heidi Riedle, eine Tochter von Theo Klein und Johannes Wirth, und dem Enkel sind drei Generationen der Familie im Chor aktiv.

Mit einem Pop- und Rock Klassiker – an diesem Abend von vier Posaunen und Schlagzeug vorgetragen – der anspruchsvollen Bohemian Rhapsody von Queen, eine Liebeserklärung von Queen-Sänger Freddie Mercury an die Oper des 19. Jahrhunderts, setzte das Bläserteam danach das Konzert fort. Wer kennt ihn nicht den Westernklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ , der ein neues Western-Genre begründete und dessen Filmmusik, die von Ennio Morricone übrigens vor dem Dreh des Filmes komponiert wurde, zum großen Teil auch für dessen riesigen Erfolg mitverantwortlich war. „Es gibt nichts sichereres als den Tod!“ so staubtrocken kommentierte Michael Püngel diese Auswahl.

Mit einem Kurzimpuls, in dem Püngel darüber sprach, dass Gott einerseits schon den Menschen zuhört, andererseits aber nicht für den Menschen „verfügbar“ ist, leitete er zum letzten Teil des Konzertes über: „Fly me to the Moon“ dem durch Frank Sinatra so weltberühmt gewordenen Swing-Klassiker, der sogar bei den Apollo-Mondmissionen im Weltall erschallte und mit Cornet Chop Suey von Louis „Satchmo“ Armstrong, einem der berühmtesten Trompeter aller Zeiten, ging es auf die „kirchenmusikalische“ Zielgerade. Nach dem von allen gebeteten „Vater Unser“ sang die ganze Kirche „Nun danket alle Gott“ , nach einem Vorspiel durch das Bläserteam. Johannes Wirth dankte den Bläsern „für die Gelegenheit, auch einmal aus den Kirchenbänken heraus der Musik zuhören zu können.“ Dekan Dr. Martin Hauff würdigte in seinem Grußwort den persönlichen „Ansatz“ des Bläserteams des evangelischen Jugendwerkes, würdigte das Lebenswerk von Theo Klein und fand es bemerkenswert, dass sein Enkel in dessen Fußstapfen als Leiter des Posaunenchores getreten ist. „Posaunen und Bläser gab es immer schon in der Bibel“. Sie durchbrechen Mauern und verbinden Menschen. Nach dem Segen durch Pfarrerin Kuczera wollten die Musiker um Michael Püngel mit „Puttin´ on the Ritz“ das Konzert beenden. Doch der begeisterte Applaus der Besucher bewog die Musiker, noch eine Zugabe folgen zu lassen, ehe im Gemeindesaal auf das Jubiläum angestoßen werden konnte.

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Fotos: Ulrich Gresser

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