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Am 30. Januar im Kornhaus, 19.00 Uhr

Ludwig Zimmermann sprach über Bad Waldsee in der NS-Zeit



Foto: PA Kneer
Aufmarsch der NSDAP in Waldsee 1933. Privatarchiv Walter Kneer, Allmendingen

Bad Waldsee – 91 Jahre nach der Machtergreifung durch Adolf Hitlers Nationalsozialisten (30. Januar 1933), lud der Museums- und Heimatverein auf Dienstag, 30. Januar, ins Kornhaus zu einem Vortrag ein. Gezeigt wurden auch historische Aufnahmen und Dokumente. Regionalhistoriker Ludwig Zimmermann aus Mochenwangen, Verfasser des 2021 erschienenen Bandes „Über das katholische Oberschwaben im Nationalsozialismus – zwischen Begeisterung, Anpassung und Widerstand“, richtete nach der Einführung in sein 440 Seiten umfassendes Werk den besonderen Blick auf Vorgänge in den kleineren Städten und Gemeinden, worüber bisher nur wenig veröffentlicht wurde.

Ludwig Zimmermann, ein früherer Realschullehrer, orientiert sich konsequent an Bundespräsident Roman Herzog. Herzog forderte 1996 anlässlich der Ausrufung seiner Erinnerungskultur gegen das Vergessen, die Verbrechen und auch die Verbrecher endlich zu nennen, damit den zahllosen Opfern ein Teil ihrer Würde zurückgegeben werden kann. Deshalb ging Zimmermann auch auf Dr. Josef Bühler und weitere am Holocaust Beteiligte aus Oberschwaben ein.

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Auch Dr. Josef Bühler steht im Fokus

Der gebürtige Waldseer Josef Bühler war bekanntlich als Chef der Zivilverwaltung im polnischen Generalgouvernement Teilnehmer der Wannsee-Konferenz im Januar 1942, auf der die Endlösung der Judenfrage beschlossen und somit das Schicksal von Millionen Juden und weiterer als rassistisch minderwertig eingestufter Menschen beschlossen wurde. Neben der Darstellung seiner neuen Erkenntnisse ging Zimmermann auch auf die Hintergründe ein, die zu diesem Völkermord führten und stellte sich hinterher der Diskussion. Am Schluss bestand die Möglichkeit, das Buch zu erwerben und vom Autor signieren zu lassen.

Im Entenmoos, in der Nähe des Vötschenturms, stand bis 2016 dieses alte unbewohnte Haus, wohl aus dem 19. Jahrhundert stammend. An ihm nagte der Zahn der Zeit, doch die Inschrift am Giebel war bis zum Abriss noch sehr gut lesbar: Bäckerei Fritz Bühler stand da geschrieben. Es war das Elternhaus eines intellektuellen NS-Schreibtischtäters. Dr. Josef Bühler, der im Januar 1942 an der berüchtigten Wannsee-Konferenz teilgenommen hat, wurde hier am 16. Februar 1904 geboren, hineingeboren in eine kleine oberschwäbische Existenz, eine Bäckersfamilie mit zwölf Kindern, katholische, rechtschaffene Leute. Wie ein hochbegabter, katholisch geprägter Bäckerssohn aus Oberschwaben in den Kreis der Freislers, Heydrichs und Eichmanns gelangt und dort sein organisatorisch-administratives Können in den größten Mordplan der Weltgeschichte einbringt, das schildert der Bad Waldseer Heimatgeschichtler Hans Grimm in dem Sammelband „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus Oberschwaben“, der von Dr. Wolfgang Proske (Gerstetten) herausgegeben wurde (322 Seiten, broschiert, Band 4 einer Reihe, Kugelberg-Verlag, 2015, ISBN: 978-3- 945893-00-5; 19,99 €). (rei)

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Archivbilder (2015): Gerhard Reischmann



Fotos: MHV

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