Skip to main content
Pressemitteilung des Verkehrsministeriums

Tempo 30 hilft gegen Straßenlärm



Region – Tempo 30 in Ortschaften ist ein sehr wirksames Mittel gegen den innerörtlichen Straßenlärm. Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer erklärte mit Blick auf den Tag gegen den Lärm am kommenden Mittwoch: „Tempo 30 innerorts hilft schnell gegen Lärm vor allem nachts an viel befahrenen Straßen. Unsere Berechnungen zeigen: Konsequent angewandt würde die heutige Belastung mit sehr hohen Lärmpegeln nahezu halbiert.“

Mehr als 1,4 Millionen Menschen sind außerhalb der Ballungsräume vom Lärm der Hauptverkehrsstraßen betroffen. Damit lebt auch außerhalb der Großstädte etwa jeder sechste Mensch in Baden-Württemberg im lauten Umfeld großer Straßen. Das ergibt sich aus der aktuellen Lärmkartierung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Annähernd 350.000 Menschen sind nachts gesundheitskritischen Lärmbelastungen über 55 dB(A) ausgesetzt. Bei diesen Werten kann es zu Schlafstörungen, Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie kognitiven Entwicklungsstörungen bei Kindern kommen.

Staatssekretärin Zimmer sagte: „Schon heute werden in Baden-Württemberg mehrere zehntausend Menschen durch Tempo 30 innerorts vor Lärm geschützt. Das wäre für viele weitere Städte und Gemeinden eine gute Möglichkeit, etwas für die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu tun. Dazu muss aber die Rechtslage geändert werden. Deshalb sollte die entsprechende Reform der Straßenverkehrsordnung endlich auf den Weg gebracht werden.“

ANZEIGE

Wachsende Mehrheit für Tempo 30 in Ortschaften
Denn Umfragen zeigen eine wachsende Mehrheit für Tempo 30 innerorts. Hat die Zustimmung zu dem Satz „Tempo 30 innerorts ist ausreichend schnell” schon 2017 bei 52 Prozent gelegen, ist sie im Jahr 2023 schon auf 58 Prozent angestiegen. Die Ablehnung ist im gleichen Zeitraum von 48 Prozent auf 41 Prozent gefallen.

Lärmschutzmaßnahmen des Landes sind erfolgreich
Eine aktuelle Untersuchung auf Grundlage der Lärmkartierung zeigt den Erfolg der Maßnahmen, mit denen das Land gegen Verkehrslärm vorgeht. Ohne die bisherigen Maßnahmen zur Lärmminderung wären in Baden-Württemberg etwa 100.000 Menschen mehr von gesundheitskritischen Lärmpegeln betroffen.

Mobilitätswende, Flüsterasphalt und Tempo 30 senken die Lärmbelastung
Die Berechnungen zeigen, dass weniger Verkehr in Stadt und Land eine vollständige Umstellung auf E-Mobilität, Tempo 30 innerorts und lärmmindernde Fahrbahnbeläge im Bereich von Siedlungen die Lärmbelastung deutlich senken können. Die Zahl der Betroffenen mit Lärmbelastungen von über 55 Dezibel nachts würde um etwa drei Viertel und von Lärmbelastungen über 60 Dezibel um mehr als 90 Prozent abnehmen. Mehr als 250.000 Menschen, die heute in Baden-Württemberg gesundheitskritischem Straßenverkehrslärm ausgesetzt sind, könnte durch das Erreichen dieser Ziele geholfen werden. Das zeigt, wie groß der Einfluss des Straßenverkehrs auf die Gesundheit der Menschen ist – und wie dringend verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen unter anderem in der Straßenverkehrsordnung benötigt werden.

ANZEIGE

Die Berechnungen belegen eindrucksvoll, dass Lärmschutz und klimaschonende Mobilität Hand in Hand gehen. Städte und Gemeinden sollten entsprechende Maßnahmen beispielweise im Rahmen eines Aktionsplans für Mobilität, Klima- und Lärmschutz integriert planen und auf den Weg bringen.

Erfolge bereits umgesetzter Lärmschutzmaßnahmen
Durch engagiertes Handeln wurde bereits viel für Anwohnerinnen und Anwohner an lauten Straßen erreicht. Ohne die heute bereits bestehenden Tempobeschränkungen, lärmarmen Fahrbahnbeläge und Lärmschutzwände läge die Zahl der Personen, die nachts gesundheitskritischen Pegeln über 55 Dezibel ausgesetzt sind, um etwa ein Drittel höher. Etwa 100.000 Menschen wurden bereits von Lärmpegeln in dieser Höhe entlastet. Von gesundheitsschädlichen Lärmpegeln über 60 Dezibel in der Nacht wären ohne diese Maßnahmen sogar 53 Prozent mehr Menschen betroffen. Das zeigt: Lärmschutz wirkt!



Lärmminderungspotenziale der Einzelszenarien im Modell
Wo es durch den Straßenverkehrslärm besonders laut ist, muss und kann in der Regel ein Bündel von Maßnahmen ergriffen werden, um die Lärmpegel auf ein unbedenkliches Maß zu senken. Um möglichst viele Menschen vor gesundheitskritischen Lärmbelastungen zu schützen, sollten Maßnahmen auf planerischer, baulicher und verkehrlicher Ebene zusammen gedacht und umgesetzt werden.

ANZEIGE

Aufbauend auf den Grundlagendaten der aktuellen Lärmkartierung der Hauptverkehrsstraßen außerhalb der Ballungsräume wurden mit dem europäischen Lärmberechnungsverfahren verschiedene Szenarien berechnet und ausgewertet.

Das größte Lärmminderungspotenzial hat der Einsatz lärmmindernder Fahrbahnbeläge. Würden diese im Bereich von Siedlungen auf allen Streckenabschnitten mit zu hohen Lärmbelastungen verbaut, ließe sich die Zahl der von gesundheitsschädlichen Lärmpegeln Betroffenen über 60 Dezibel nachts mehr als halbieren. Die Zahl der von gesundheitskritischen Lärmbelastungen Betroffenen über 55 Dezibel würde um ein Viertel gesenkt.



Auch in Geschwindigkeitsbeschränkungen steckt ein hohes Minderungspotenzial: Würde in lärmbelasteten Ortsdurchfahren Tempo 30 eingeführt, könnte die Zahl der von gesundheitsschädigenden Lärmpegeln Betroffenen um mehr als 40 Prozent reduziert werden.

Ein wesentlicher Beitrag für den Lärmschutz geht mit den Zielen der Verkehrswende einher. Der angestrebte deutliche Rückgang des Autoverkehrs durch andere Mobilitätsformen und -angebote könnte in den Städten eine Entlastung von mehr als einem Drittel gegenüber den heutigen Belastungen über 60 dB(A) nachts bewirken.

Nach dem europäischen Lärmberechnungsverfahren steckt auch in der Antriebswende mit einer vollständigen Elektrifizierung des Kfz-Verkehrs ein erhebliches Minderungspotential: Wären bereits heute ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge in unseren Städten und Gemeinden unterwegs, würde sich die Zahl der von gesundheitsschädlichen Lärmpegeln oberhalb von 60 Dezibel betroffenen Menschen um etwa ein Viertel verringern lassen. Dabei wurde davon ausgegangen, dass das Antriebsgeräusch von E-Fahrzeugen innerorts vernachlässigbar ist und im Berechnungsverfahren ausschließlich das Rollgeräusch der Fahrzeuge berücksichtigt wird.

Hintergründe
Die Lärmkartierung nach § 47c Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wird alle fünf Jahre durchgeführt. Die aktuelle Kartierung erfolgte erstmals auf

ANZEIGE

Grundlage europaweit harmonisierter Berechnungsverfahren. Die Ergebnisse sind daher nicht mit vorangegangenen Kartierungsrunden vergleichbar. Durch das neue Berechnungsverfahren wird unter anderem die Lärmausbreitung detaillierter modelliert und es wird ein neues statistisches Verfahren zur Ermittlung der Lärmbetroffenen angewendet. Insgesamt ergeben sich deutlich höhere Betroffenenzahlen als in den vorangegangenen Kartierungsrunden.

Die Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern (Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Reutlingen, Stuttgart und Ulm) führen die Lärmkartierung eigenständig durch und waren daher nicht Teil der Szenarien-Untersuchung.

Die Ergebnisse der Umgebungslärmkartierung 2022 und weitere Informationen stellt die LUBW zur Verfügung.

Der Artikel ist unter Downloads als PDF hinterlegt und kann herabgeladen werden



DOWNLOADS


NEUESTE BEITRÄGE

Vortrags-Forum der Baumesse: viel Wissen in kürzester Zeit

Messe „hausplus“ 2026 beginnt am 30. Januar

Ravensburg – Am 30. Januar beginnt in der Oberschwabenhalle die Baumesse „hausplus“. Sie dauert drei Tage, Freitag bis Sonntag. An allen drei Tagen kann man auf der Messe viel Wissen rund ums Bauen mitnehmen: Beim Vortrags-Forum wechseln die Experten einander ab. Jede halbe Stunde beginnt ein neuer Termin mit kompakten, nützlichen Infos. Alle aktuell wichtigen Themen sind dabei: Photovoltaik, Wärmepumpe, Heizung und auch Fördergelder. Die Vorträge sind im Messe-Eintritt bereits enthalten.
Minister Lucha übergab Förder-Scheck des Landes

Drittes Herzkatheterlabor stärkt kardiologische Versorgung am St. Elisabethen-Klinikum

Ravensburg – Ein wichtiger Meilenstein für die kardiologische Versorgung in der Region Bodensee-Allgäu-Oberschwaben: Die Klinik für Innere Medizin II am St. Elisabethen-Klinikum (EK) Ravensburg nimmt ihr drittes Herzkatheterlabor in Betrieb.
Am Freitag, 23. Januar, 19.30 Uhr

Musica latina y mas: “Gustavo” im Jazzpoint Wangen

Wangen – Am 23. Januar um 20.30 Uhr, Einlass 19.30 Uhr, tritt im Rahmen des Frühjahrsprogramms des Jazzpoint Wangen die Gruppe Gustavo auf.
Am Sonntags geht’ daheim gegen die Lausitzer Füchse

Towerstars spielten starkes Auswärtsspiel in Rosenheim

Ravensburg – Die Ravensburg Towerstars bleiben in Tuchfühlung mit den Top 4 der DEL2. Das Team von Coach Bo Subr siegte beim Tabellendritten Rosenheim mit 1:3. Für die Treffer sorgten Robbie Czarnik mit einem Doppelpack sowie Anselm Gerg, der für sein erstes DEL2-Tor gefeiert wurde.
Hohe Behandlungsqualität und Patientensicherheit weiter stärken

Dr. Alexander Pohle ist neuer Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am St. Elisabethen-Klinikum

Ravensburg – Seit dem 16. Januar 2026 ist Dr. Alexander Pohle Chefarzt der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg. Er folgt auf Dr. Kerstin Kunz, die im Sommer zu den Rems-Murr-Kliniken gewechselt ist. Die Zentrale Notaufnahme am St. Elisabethen-Klinikum nimmt eine herausragende Rolle in der notfallmedizinischen Versorgung der gesamten Region ein. Mit einer Fallzahl von rund 46.000 Patientinnen und Patienten im Jahr 2025 ist sie eine der zentralen Anlaufstellen für…

MEISTGELESEN

Ausführlicher Bericht

Bad Wurzach lehnt Biosphärengebiet ab

Bad Wurzach (dbsz) – Bad Wurzach steigt aus dem Prüfprozess zur Schaffung eines Biosphärengebietes in Oberschwaben aus. Mit 17 zu 4 Stimmen wurde am Montagabend (13.10.) in der Gemeinderatssitzung der Antrag der CDU-Fraktion angenommen. Ein Antrag der zweiköpfigen Fraktion der Grünen auf Vertagung einer Beschlussfassung wurde mit derselben Mehrheit abgelehnt. Die Entscheidung Bad Wurzachs gilt als schwerer Rückschlag für den Prozess, verfügt die Stadt doch mit dem Wurzacher Ried über ein Herz…
Betroffen: Aichstetten, Aitrach, Bad Wurzach, Kißlegg, Leutkirch, Isny, Wangen, Wolfegg und weitere Gemeinden

Verzögerungen bei der Müllabfuhr im östlichen Teil des Landkreises  

Landkreis – Aktuell kommt es im östlichen Teil des Landkreises Ravensburg zu Ausfällen und Verzögerungen bei der Müllabfuhr. Grund hierfür ist ein Dienstleisterwechsel sowie erschwerte Anfahrten durch die momentane Witterung. Betroffen sind insbesondere die Gemeinden Aichstetten, Aitrach, Amtzell, Argenbühl, Bad Wurzach, Kißlegg, Leutkirch, Isny, Wangen, Vogt und Wolfegg. Das Landratsamt bittet darum, Nichtleerungen zu melden und sich über die kostenlose Abfall-App über Verzögerungen ode…
Feneberg-Krise

Die Filialen sind uneingeschränkt in Betrieb

Leutkirch / Isny / Wangen / Kißlegg / Bad Waldsee (dbsz) – Die Feneberg Lebensmittel GmbH mit Sitz in Kempten/Allgäu hat beim Amtsgericht Kempten ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Ziel sei es, „das Unternehmen wirtschaftlich nachhaltig neu aufzustellen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. „Die Kundinnen und Kunden können in allen Lebensmittelmärkten der Feneberg Lebensmittel GmbH wie gewohnt einkaufen: Alle Märkte b…
Verzögerungen bei der Müllabfuhr im östlichen Teil des Landkreises

Informationen zu Nachleerungsterminen

Kreis Ravensburg – Aktuell kommt es leider weiterhin im östlichen Teil des Landkreises Ravensburg zu Ausfällen und Verzögerungen bei der Müllabfuhr. Betroffen sind die Gemeinden Aichstetten, Aitrach, Amtzell, Argenbühl, Bad Wurzach, Kißlegg, Leutkirch, Isny, Wangen, Vogt und Wolfegg. Das Landratsamt bemüht sich in intensiven Gesprächen mit dem zuständigen Unternehmen um eine möglichst zeitnahe Lösung. Nachleerungstermine sind auf der Homepage des Landratsamts zu finden (di…
Winterspaß ganz in der Nähe

Ski-Freuden am Karsee-Lift

Karsee (dbsz) – Der Winter ist gekommen, in Karsee ist der Ski-Lift in Betrieb. Der Skilift Karsee bietet Bügelschlepplifte mit mehreren Abfahrten bis zu 800 Metern Länge und ein uriges Ski-Stüberl mit sanitären Anlagen an. Der Karsee-Lift eignet sich ideal als Familienlift, auch zum Flutlicht-Skifahren. Skifahren, Wandern oder Hotsnow-Partys – der Skilift in Karsee bei Wangen bietet für alle Winterspaß. Zudem führen von hier Wanderwege durch unser wunderschönes Allgäu. Nachstehend veröf…

TOP-THEMEN

Reichenhofen – Auf der Kreisstraße K 8030 zwischen Herbrazhofen und Reichenhofen ist es am Samstagmorgen (17.1.) zu …
Kreis Ravensburg – Aktuell kommt es leider weiterhin im östlichen Teil des Landkreises Ravensburg zu Ausfäl…
Stuttgart – Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am 12. Januar acht Sternsingergruppen aus ganz Baden-Württembe…

VERANSTALTUNGEN