Finanzminister Bayaz besuchtete das Erwin-Hymer-Center
Bad Waldsee – Im Rahmen seines Besuchs in Oberschwaben hat Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Die Grünen) am 12. Januar gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Petra Krebs (ebenfalls Die Grünen) das neu gestaltete Erwin-Hymer-Center Bad Waldsee (EHCBW) besichtigt. Geschäftsführer Heiko Tichanow präsentierte seinen Gästen den aktuellen Stand des groß angelegten Umbauprojekts, das unter dem Titel „EHCBW goes forward“ die Weichen für die Zukunft des Standorts stellen soll. Hier der Bericht von Seiten der Grünen:
Das Erwin Hymer Center wird derzeit zu einem modernen Verkaufs- und Servicezentrum für Wohnmobile, Wohnwagen und Zubehör weiterentwickelt. Der Umbau des Hauptgebäudes ist bereits fertiggestellt, die Werkstatt wird derzeit umfassend ausgebaut: Die Zahl der Werkstattplätze wächst von bisher 24 auf künftig 35. Etwa die Hälfte der rund 100 Mitarbeitenden ist im Bereich Kundenservice beschäftigt – ein Bereich, der laut Tichanow künftig deutlich an Bedeutung gewinnen soll: „Früher lag der Fokus stark auf dem reinen Verkauf. Heute setzen wir verstärkt auf Service, Nachrüstung und individuelle Anpassungen – der sogenannte Aftersale-Bereich wird zum zweiten Standbein“.
Nachfrage wächst, Herausforderungen bleiben
Die Besucher zeigten sich beeindruckt vom neu gestalteten Standort – auch die dazugehörige Espressobar ERWINS. Camper Lounge fand großen Anklang.
Petra Krebs, selbst seit über 30 Jahren begeisterte Wohnmobilreisende, hob die wirtschaftliche Bedeutung des Camping-Tourismus hervor: „Wohnmobilstellplätze können für Kommunen ein echter Wirtschaftsfaktor sein – nicht zuletzt für die Gastronomie vor Ort.“
Ein Thema, das beide Politiker interessierte: Elektromobilität im Wohnmobilbereich. Bayaz, der erst kürzlich das E-Lkw-Programm von Daimler Trucks besichtigt hatte, erkundigte sich nach dem Stand der Technik, doch Tichanow verwies an dieser Stelle an die Hersteller: „Elektro-Wohnmobile stehen noch ganz am Anfang. Die Herausforderungen – etwa Gewicht, Reichweite und Infrastruktur auf Campingplätzen – sind derzeit noch groß.“
Führerscheinregelungen als Wachstumsbremse
Auf die Frage von Danyal Bayaz, welche politischen Rahmenbedingungen verbessert werden müssten, verwies Tichanow insbesondere auf die Problematik der Führerscheinklassen: Viele moderne Wohnmobile überschreiten mit Zuladung die 3,5-Tonnen-Grenze – was mindestens einen C1-Führerschein erfordert, für den alle fünf Jahre ein medizinisches Gutachten notwendig ist. Die geplante Ausweitung der Klasse B auf bis zu 4,25 Tonnen sieht Tichanow kritisch: „Das wird nicht ausreichen, um das Problem langfristig zu lösen.“ Auch die hohen Führerscheinkosten seien ein wachsendes Problem – nicht nur für die Caravaning-Branche, sondern etwa auch für Logistik- und Busunternehmen, die vielerorts händeringend nach Fahrerinnen und Fahrern suchen.
Danyal Bayaz und Petra Krebs zeigten sich beeindruckt vom Engagement und der Innovationskraft am Standort Bad Waldsee. Beide betonten, wie wichtig der direkte Austausch mit Unternehmen vor Ort sei – gerade in ländlichen Regionen. Die von Heiko Tichanow geschilderten Herausforderungen, etwa bei den Führerscheinregelungen oder den Ausbildungskosten, wollen sie mit nach Stuttgart nehmen. „Solche Rückmeldungen aus der Praxis sind für unsere politische Arbeit entscheidend“, so Bayaz. Man wolle prüfen, an welchen Stellschrauben auf Landes- oder Bundesebene gedreht werden könne, um mittelständische Betriebe noch gezielter zu unterstützen.
Anm. d. DBSZ-Red.: Mitteilungen / Stellungnahmen von (kommunal)politischen Vereinigungen / Akteuren enthalten in aller Regel Meinungsbestandteile. Wir gestalten im Hinblick auf die kommenden Wahlen Berichte von politischen Akteuren in der Optik von Leserbriefen, also mit kursiv gesetztem Titel.
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