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Volksbank Allgäu-Oberschwaben

Top-Referenten beim VBAO-Investmentforum in Bad Wurzach



Foto: Uli Gresser
Wie kann man sicher anlegen in einer zunehmend unsicheren Welt? Mit Hans Joachim Reinke hatte die Volksbank Allgäu-Oberschwaben einen Topexperten zu Gast. Der Vorstandsvorsitzende von Union Investment gab Informationen aus erster Hand. Gleichermaßen kompetent informierte der namhafte Journalist Markus Gürne über dasselbe Thema.

Bad Wurzach – Die Volksbank Allgäu-Oberschwaben (VBAO) präsentierte bei ihrem ersten Mitgliederforum des Jahres 2026 (15.1.) im Saal des „Torfstechers“ in Bad Wurzach mit Hans Joachim „Aki“ Reinke und Markus Gürne gleich zwei Top-Referenten zum Thema Investment in einer zunehmend unsicheren Welt.

Nicht ohne Stolz begrüßte Vorstandssprecher Josef Hodrus (Bild) an diesem Abend vor rund 420 Mitgliedern die beiden Referenten, insbesondere den Vorstandsvorsitzenden der Union Investment Hans Joachim Reinke, denn von den vielen Milliarden, die dort von den Volks- und Raiffeisenbanken angelegt wurden, sind deren zwei von den Kunden der VBAO.

Hans Joachim „Aki“ Reinke, Vorstandsvorsitzender der Union Investment Gruppe, war früher Leistungssportler und spielte in der Wasserball-Bundesliga. Er startete seine berufliche Laufbahn 1987 bei der Volksbank Wachtberg. 1991 kam er zu Union Investment, wo er zunächst als Vertriebsberater und dann als Bezirksdirektor Vertrieb tätig war. 2004 wurde er zum Vorstandsmitglied der Union Asset Management Holding berufen. Seit 2010 ist Reinke Vorstandsvorsitzender der gesamten Union Investment Gruppe, hat damit in dem – seiner Meinung nach mittelständigen Unternehmen – 4415 Mitarbeiter unter sich.

Markus Gürne, Journalist und Leiter der ARD-Börsenredaktion, ist bekannt aus der Sendung „Wirtschaft vor Acht“. Nach dem Abitur studierte Gürne Rechts- und Politikwissenschaften sowie allgemeine Rhetorik in Tübingen. Bereits während der Schulzeit arbeitete er in der Sportredaktion beim Süddeutschen Rundfunk, während des Studiums absolvierte er ein Volontariat in der Aktuelles-Redaktion des Südwestfunk-Landesstudios inTübingen. Ab 1998 berichtete er als ARD-Korrespondent aus Baden-Württemberg. 2002 baute er die Berichterstattung von der Stuttgarter Börse für den Südwestrundfunk auf. Nach verschiedenen Auslandskorrespondentenposten, u.a. in Ägypten, im Irak und in Südostasien, ist er seit 2012 Leiter der ARD-Börsenredaktion und Moderator der Sendung Börse vor acht. Von 2013 bis 2022 moderierte er das Wirtschaftsmagazin Plusminus.

ARD-Journalist Markus Gürne vor seiner aufschlussreichen Weltkarte.

Ehrengäste

Die Liste der Ehrengäste prominent besetzt: neben den beiden Bürgermeistern von Leutkirch und Bad Wurzach, OB Jörg Henle und Alexandra Scherer, waren mit dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester, nach dem die sogenannte Riester-Rente als Anlageform benannt wurde, und Jakob Immler, Immobilieninvestor aus Isny gekommen.

Auch die Stadtoberhäupter aus Leutkirch und Bad Wurzach, Hans-Jörg Henle und Alexandra Scherer, waren gekommen.

Die Vorstandschaft der Volksbank Allgäu-Oberschwaben: Josef Hodrus (mit Frau), Stephanie Bernickel und Werner Mayer (von links).

Hans Joachim „Aki“ Reinke eröffnete seinen Vortrag mit den Auswirkungen einer neuen Weltordnung, u.a. auch hervorgerufen durch den Ukraine-Krieg: Die Globalisierung gefährdet   die grüne Transformation, die den Weg zur Energieunabhängigkeit ebnen soll. In der Folge bröckelt die Dominanz des Dollars, auch weil der Westen die russischen Zentralbankreserven einfriert. Und schließlich die Rolle Chinas als Weltmacht: „Es ist keine Frage, dass China Taiwan angreift, die Frage ist wann?“ Denn fast alle Hochleistungs-Chips sind made in Taiwan. Sicherheit in der EU kann nur durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden. Seit 2020 habe die Zeitenwende für alle Märkte begonnen: von moderatem Wachstum zu mehr Wachstum, erkauft durch mehr Inflation, höhere Zinsen ergeben eine höhere Kapitalnachfrage und erhöhen dabei auch den Preis fürs Kapital. Was im Ergebnis zu mehr und größeren Ausschlägen am Kapitalmarkt führt.

Durch die zweite Amtszeit von Trump ist ein neuer Großmachtstreit mit China entstanden, mit dem Risiko einer Eskalation als ständiger Begleiter der Kapitalmärkte. Zwar bot sich bei fast allen Anlageklassen im Jahre 2025 ein eher positives Bild, allerdings trübte die Abwertung des Dollars das Bild und belastete die Ergebnisse der Euro-Anlagen. Aufgrund der politischen Unsicherheiten sinkt das Vertrauen der Anleger in die Politik immer mehr.

Hans Joachim „Aki“ Reinke, Chef von Union Investment, bei seinem Vortrag in Bad Wurzach.

Fazit seiner Ausführungen: Die politischen Risiken bleiben erhöht, auch getrieben durch die höhere Staatsverschuldung. KI bleibt ein Wachstumstreiber. Aktien und Rentenanlagen sind zentrale Renditentreiber. Sichere Anlagen wie z.B. Gold und Bundesanleihen sind zur Diversifizierung unverzichtbar. Und schließlich seien europäische Streuprodukte weiterhin attraktiv.

Dem „Sondervermögen“ müssen Taten folgen

Fernseh-Börsenexperte Markus Gürne benötigte ein einziges Bild, das einer speziellen Weltkarte, um die Möglichkeiten und Risiken dieser Zeitenwende darzulegen. Der Goldpreis profitiere von den politischen Unwägbarkeiten. Aktuell habe Trump mit seiner Venezuela-Aktion China die Blaupause für deren Überfall auf Taiwan geliefert. Er rechnete vor, dass Geld wie das von der Bundesregierung aufgelegte „Sondervermögen“ allein nicht reichen werde, es müssten Taten folgen, nachdem in Deutschland zehn Jahre lang nicht im erforderlichen Maß (0,5% des Bruttosozialproduktes) in die Forschung investiert worden war.

Weil in Deutschland die härteste Währung nach dem Euro der Neid sei, müsste hierzulande ein Erwachen erfolgen. „Wir müssen anfangen zu kapieren, in welcher Welt wir leben.“ Als Beispiel dafür erzählte er von einem Erlebnis in Schweden, als ihm ein schwedischer Soldat sehr deutlich machte: „Wir sind nach 40 Jahren Neutralität in die Nato eingetreten, um von Euch geschützt zu werden, und nun schützen wir Euch!“, sagte dieser angesichts einer nicht enden wollenden Militärkolonne, für die der Zivilverkehr angehalten wurde. Für den durchaus kriegserfahrenen Journalisten ein Aha-Erlebnis.

„In Europa muß wieder mehr über das geredet werden, was uns verbindet, anstatt über das was uns trennt.“ Die Finanzen seien dabei fundamental wichtig, aber ähnlich wichtig sei Kommunikation, und zwar nicht per Tablet oder Smartphone, sondern persönlich. Eines machte Gürne deutlich: „Politik und Wirtschaft gehören zusammen.“ Nur gemeinsam könnten die Zukunftsperspektiven gemeistert werden.

Jakob Immlers Frage

In der Fragerunde mit den beiden Experten wollte beispielsweise Jakob Immler (Bild) wissen, wie die Erbschaftssteuer zu handhaben sei. Darauf schickte Aki Reinke ein klares Signal an die Politik: „Hände weg von den Unternehmen.“

Nach der Übergabe von Präsenten an die beiden Referenten durch Josef Hodrus bestand im Anschluss bei Häppchen und Getränken noch Gelegenheit zum persönlichen Gespräch.

Walter Riester, unter Kanzler Schröder Bundesarbeitsminister und Schöpfer der Riester-Rente, im Gespräch mit dem ARD-Börsenexperten Markus Gürne.

Text und Fotos: Uli Gresser

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Fotos: Uli Gresser

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