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175-jähriges Jubiläum des Musikvereins Arnach: der Sonntag

Zusammen mit den Blutreitern den Festgottesdienst gefeiert



Foto: Uli Gresser
Am Schluss des Festgottesdienstes aus Anlass des 175-jährigen Bestehens des Musikvereins Arnach und des 100-jährigen Bestehens der Blutreitergruppe Arnach spielte der Musikverein „Großer Gott, wir loben Dich“. Unser Bild zeigt einen Teil der Musikantenschar.

Arnach – Auch der Sonntag des Jubiläumswochenendes begann mit einem Festzug. An diesem regnerischen Sonntagmorgen (25.5.) standen beim Kirchgang neben der 175-jährigen Jubel-Kapelle die Blutreiter mit  ihrem 100-jährigen Jubiläum im Mittelpunkt. Im Anschluss an den Festgottesdienst ging es wieder zurück zur Festhalle, wo die beiden Jubiläen mit Frühschoppen und Nachmittagskaffee ausklangen.

Mit dem “Kleinen Prozessionsmarsch” geleitete der Musikverein Arnach die Prozession mit Pfarrer Patrick Meschenmoser und Superior Konrad Werder vom Schulhof zur Kirche. Neben den beiden Vereinsfahnen des Musikvereines und den Fahnen von Feuerwehr und Soldaten- und Schützenkameradschaft  (Bild) folgten dem Vortragekreuz insgesamt neun Blutreitergruppen aus der Region mit ihren Standarten.

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Nach dem Einzug in die Kirche begab sich die kleine Bläsergruppe des Arnacher Musikvereins hinauf auf die Empore, von wo aus sie den Gottesdienst gemeinsam mit der Orgel musikalisch begleitete, während die anderen Musiker sowie die Ehrengäste zu den für sie reservierten Kirchenbänken gingen und die Standarten- und Fahnenträger im Chorraum Platz nahmen.

Hansjörg Schick (Bild), der Vorstand der Arnacher Blutreiter, übernahm die Lesung an diesem Sonntag.

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Das Evangeliumswort nach Johannes beeinhaltete den Satz, den die Gläubigen bei jedem Gottesdienst zu hören bekommen: „Frieden hinterlasse ich Euch, meinen Frieden gebe ich Euch!“

Das Evangelium trug Gottesberg-Superior Pater Konrad Werder vor.

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Die Festpredigt

Pfarrer Meschenmoser begann seine Predigt mit dem Satz: „Blumen sind nicht nötig, aber sie sind schön.“ Sie würden keiner Kosten-Nutzen-Rechnung standhalten, aber sie seien ein Zeichen der Zuneigung. Davon ausgehend fragte er: „Ist Musik nötig?“ Orgel, Chor, Orchester oder eine Musikkapelle? „Nein, aber es ist schön, dass es sie gibt.“ Musik werde auch schon in der Bibel erwähnt, so im Gleichnis vom verlorenen Sohn, als der Vater ein Fest mit Gesang und Musik ausrichtet, als dieser wieder heimkehrt. Die leidvolle Erfahrung, was fehlt,  wenn man ohne Musik Gottesdienst feiern muss, habe man in der Corona-Zeit gemacht. „Es fehlt etwas, wenn es bei Festen keine Musik gibt.“ Pfarrer Meschenmoser verglich die Musik, die aus dem Melodie-Thema, dem Motiv, die aus Harmonie besteht, aus den Noten der Tonleiter, mit den Menschen. Denn sie habe Ähnlichkeit mit unserem Leben: „Es leben Milliarden Menschen auf der Erde, aber keiner ist gleich wie der andere.“ Jedes Leben habe seine eigene Melodie mit seinen Höhen und Tiefen. „Gott hat jedem seine eigene Lebensmelodie zugedacht.“ Gottes Lied könne nur hören, wenn Stille herrscht. Es sei ein Thema mit Variationen. Das Musikstück funktioniere nur, wenn Harmonie untereinander gegeben sei. Im Zusammenspiel der Töne ergebe sich der Schönklang. „Wir leben nicht wie Robinson allein auf einer Insel, sondern sind soziale Wesen.“ Meschenmoser dankte der Musikkapelle für die Begleitung von Gottesdiensten, Prozessionen und auch die Begleitung beim letzten Gang. Den Blutreitern attestierte er gelebtes Zeugnis für Gott.

Pfarrer Patrick Meschenmoser bei der Predigt.

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Der Gottesberg-Superior dankte den Arnacher Blutreitern

Pater Konrad Werder, der Superior des Gottesberges und damit der oberste Geistliche im für das Heiligblutfest in Bad Wurzach zuständigen Wallfahrtsausschuss, hielt am Ende des Festgottesdienstes eine kleine Laudatio auf das Wirken der Arnacher Blutreiter, die es seit 1925 gibt, und damit sogar drei Jahre länger als die Reiterprozession in Bad Wurzach (damals nahmen die Arnacher am Weingartener Blutritt teil). „Seither hat Ihre Gruppe viel öfter als 100-mal an religiösen Festen mit Reiterprozessionen teilgenommen“, sagte Pater Konrad. Etwa in Weingarten, Bad Wurzach und noch bei anderen Reiterprozessionen in der Region.

Neun Blutreiter-Gruppen waren mit ihren Standarten im Chor der Arnacher Kirche vertreten. Unser Bild zeigt einen Teil der Blutreiter, darunter die beiden Arnacher Standartenträger Bruno Natterer und Klaus Schneider.

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Am Altar waren aus Anlass der beiden Vereinsjubiläen symbolisch ein Sattel mit Arnach-Schabracke und eine Tuba platziert.

Dafür müsse immer ein großer Aufwand getrieben werden: Ein Pferd zu halten, zu hegen und pflegen sei nicht mehr selbstverständlich, auch am Tag der Prozession brauche es viel Vorbereitung und man müsse einen Tag frei nehmen. Aber all das würden die Blutreiter ja gerne machen. Wegen der Kameradschaft und wegen des Glaubens, wegen der Verehrung des Heiligen Blutes. Mit Rosenkranzgebeten durch die Fluren zu reiten, unterbreche den Alltag, habe etwas Besinnliches und schaffe Raum, seine eigenen Anliegen zum Himmel zu schicken. Viele Generationen hätten diese Tradition gepflegt. „Einfach ist das nicht, denn Glaube und Kirche stehen zurzeit nicht hoch im Kurs – wenn nicht gerade Papstwahl ist.“ Deshalb sage er ihnen ein ganz großes „Gott vergelte es“ im Namen der ganzen Heilig-Blut-Fest-Gemeinde und freue sich schon auf den 11. Juli, wenn er die Arnacher und die anderen Blutreitergruppen beim Heiligblutfest begrüßen könne. Abschließend überreichte Pater Konrad dem Arnacher Gruppenführer Hansjörg Schick ein Geschenk. Selbstverständlich wurde das Gottesberg-Wallfahrtslied gesungen.

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Die Fürbitten sprach Ramona Buchbinder.

Am Schluss des Gottesdienstes dankte MVA-Vorstandssprecherin Stefanie Jöchle (Bild) allen, die dem Musikverein treu verbunden sind, die ihn mit Leben erfüllen und ihm ihre Kraft, ihren  ehrenamtlichen Einsatz spenden. Dabei vergaß sie nicht, den Altvorderen zu danken, auf deren Leistung man aufbaue.

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Der Musikverein Arnach intoniert das “Großer Gott”.

Zum Frühschoppen spielte der Musikverein Seibranz auf

Mit dem Marsch „Heimatland“ geleitete die Musikkapelle den Festzug zurück zum Festgelände, wo der Musikverein Seibranz (Leitung: Erich Minsch) – witterungsbedingt in der Festhalle, nicht im Freien – die musikalische Begleitung des Frühschoppens übernahm, bei dem kurze Grußworte gesprochen und die Jubliäumsgaben überreicht wurden. Gekommen war auch der Landtagsabgeordnete Raimund Haser, um den beiden Arnacher Jubiläumsvereinen seine Aufwartung zu machen.

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Der Musikverein Seibranz spielte beim Frühschoppen auf.

Bürgermeisterin Scherer dankte

Bürgermeisterin Alexandra Scherer betonte die Wichtigkeit der Vereine für das Dorfleben. Seit 175 Jahren träfen sich in Arnach Musiker/innen um das kulturelle Leben, kirchlich oder weltlich, würdig zu umrahmen. Sie betonte auch, dass der MV Arnach mit der Beteiligung an Kurkonzerten und dem Stadtfest mithelfe, den Zusammenhalt in der gesamten Stadt zu stärken. „Bad Wurzach ist stolz auf die blühende Musiklandschaft, in der auch der Musikverein Arnach eine klangvolle Rolle spielt.“ Beim Heilig-Blut-Fest seien Musikgruppen und Reitergruppen vereint. Umso schöner finde sie es, dass in Arnach beide gemeinsam ihre Jubiläen feiern.

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Bürgermeisterin Alexandra Scherer überreichte MVA-Vorständin Stefanie Jöchle ein Geschenk.

Auch die Blutreitergruppe erhielt von der Stadt ein Geschenk.

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Vier Generationen Blutreiter: Rupert Veser mit Schwiegersohn, Enkelin und Urenkel.

Der Dank des Ortsvorstehers

Der Arnacher Ortsvorsteher Manfred Braun freute sich ebenfalls darüber, dass die beiden Vereine ihre Jubiläen gemeinsam feiern. „Seit 100 Jahren ist es der gute Brauch, dass die Blutreitergruppe Arnach die heilige Reliquie hoch zu Ross durch die Region begleitet. Mit ihrer Teilnahme an den beiden Blutritten in Weingarten und Bad Wurzach zeigen sie öffentlich ihre Verbundenheit mit dem christlichen Glauben und ihren Respekt vor der religiösen Tradition.“ Im Namen der Ortschaft und des Ortschaftsrates dankte er den Blutreitern für den Erhalt dieser besonderen Tradition.

„Seit 1850 sorgt der Musikverein für „den guten Ton in Arnach“ – und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Herzen der Dorfgemeinschaft. Ohne Euch wären viele Feste nur halb so schön – und doppelt so leise.“ Die Musikanten hätten es geschafft, viele Generationen zu verbinden: von 8 bis 88 Jahren säßen Musikanten beieinander, die eines verbinde: die Freude an der Musik. Gerade das bereite auch allen große Freude. „Macht weiter so mit vollem Klang, Freude an der Musik und mit Eurer überaus großen Kässpätzle-Kompetenz.“

Dankansprache des Ortsvorstehers.

Berthold Schöllhorn überbrachte die Glückwünsche der Arnacher Vereine und als gemeinsames Geschenk etwas, um den Durst nach einer Musikprobe zu stillen.

Berthold Schöllhorn vom Sportverein Arnach gratuliert Blutreitergruppenführer Hansjörg Schick zum 100-jährigen Bestehen der Blutreitergruppe.

Martin Fimpel hält das Geschenk der Arnacher Vereine, Steffi Jöchle das Kuvert von Seiten der Stadt in Händen.

Text und Fotos: Uli Gresser

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Fotos: Uli Gresser

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