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Erhabene Posaunenklänge und Orgelmusik

Tromposi mit fulminantem Konzert zum Eggmannsrieder Kirchenjubiläum



Foto: Ulrich Gresser
Die Musiker ernteten den verdienten Applaus: v.l. Karl Bertsch, Frank Martin, Ludwig Kibler, Matthias Stärk, Max Stärk, David Merk und Klaus Merk.

Eggmannsried – Erhabene Posaunenklänge und Orgelmusik aus verschiedenen Jahrhunderten bekamen die Zuhörer beim Konzert des Posaunenquartetts „Tromposi“ und des Organisten Ludwig Kibler an diesem Sonntag, 26. Oktober, in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Jakobus in Eggmannsried zu hören. Damit wurde das 300-jährige Weihejubiläum der Kirche beschlossen.

Vier Posaunen von der Orgel begleitet oder im Wechselspiel sind eine außergewöhnliche Besetzung. Doch die freundschaftliche Zusammenarbeit des Posaunenquartetts „Tromposi“ und des Organisten Ludwig Kibler besteht seit einigen Jahren.

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Das Posaunenquartett Tromposi existiert als Gruppe seit 1997 und kommt aus dem oberschwäbischen Raum: Matthias Stärk aus Wangen, Klaus Merk aus Eggmannsried, Frank Martin aus Ochsenhausen (Tenorposaunen) und Karl Bertsch aus Laupheim (Bassposaune).

Ludwig Kibler ist in Unteressendorf und Umgebung seit 1984 kirchenmusikalisch tätig. Neben seinem Beruf als Physikochemiker an der Universität Ulm ist er auch ein gefragter Dozent für Chöre und Bläser. Von 2003 bis 2017 war er Leiter des Kirchenchors St. Martin Unteressendorf und von 2010 bis 2020 Dirigent des Kammerorchesters Ochsenhausen. Er war von 1989 bis 2023 Soloklarinettist bei „Peter Schad und seinen Oberschwäbischen Dorfmusikanten“. Ludwig Kibler übt eine rege Konzerttätigkeit an Klarinette, Bassetthorn, Klavier, Cembalo und Orgel aus. Er ist stellvertretender Basilika-Organist an der Gabler-Orgel in St. Georg Ochsenhausen.

Mit der Fanfare von Jeremiah Clarke eröffneten alle fünf Musiker gemeinsam das Konzert, wobei die Posaunisten noch aus den Tiefen des Altarraumes agierten, um den Besuchern eine musikalische Ausgewogenheit zwischen Orgel und Posaunen zu gewährleisten. Mit der Sonata des venezianischen Kirchenmusikers der Hochrenaissance, Giovanni Gabrieli, setzten die Posaunisten, nun aber in direktem Kontakt zum Publikum vor dem Altarraum stehend, das Konzert fort.

Mit der „Aria I con 6 Variationes“ des Nürnberger Barockkomponisten Johann Pachelbel präsentierte Organist Ludwig Kibler seine – beziehungsweise die der Kirchenorgel in St. Jakobus – musikalische Wandlungsfähigkeit. Diese stellte er auch bei seinem nächsten Solostück unter Beweis, dem Capriccio in e-moll des Biberacher Musikers und Komponisten Justin Heinrich Knecht, bei der Kibler die Vielzahl an Tonschattierungen der Orgel zum Klingen brachte. Oskar Lindberg, ein schwedischer Komponist und Musiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, schuf die Kantate „Gammal fäbodspsalm fran Dalara“ für Orgel 1936, die im getragenen Tempo eines Kirchenliedes die Ohren der Besucher umschmeichelte. Ein Konzert mit Orgel ohne Bach? Gibt es üblicherweise nicht. Kibler erfüllte diese „Pflicht“ mit dem Praeludium und Fuge D-Dur in souveräner Manier.

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Zurück zu „Tromposi“: Mit einer weiteren Sonate, des in Breslau geborenen Komponisten und Musikers des Barock, David Speer, der lange Jahre in Göppingen wirkte, setzten sie ihren Solopart fort, in dessen späteren Verlauf die Vier auch noch dem Werk des französischen Musikers und Komponisten des Impressionismus, Claude Debussy mit zwei Werken Dieu qu`ill la fait bon regarder und Quant j`ai ouy le tambourin ihre Referenz erwiesen.

Beim Hanacpachap cuissicuinin, einer von dem Franziskanerpriester Juan Perez de Bocanegra zwischen 1620 und 1631 in der Quechua-Sprache verfassten Prozessionshymne zu Ehren der Jungfrau Maria, waren Orgel und Posaunisten wie zuvor schon bei „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy wieder miteinander vereint. Aber nicht nur das: Mit David Merk und Max Stärk hatten zwei der Musikersöhne die Ehre, als Schlagwerker die „großen“ Musiker zu begleiten. Mit seinem symphonischen Aufbau erinnert das Stück an Ravels Bolero. Den beiden Nachwuchsmusikern fiel die Ehre zu, mit ihren Trommeln ganz sanft die Hymne zu eröffnen, die sich von Takt zu Takt immer mehr steigerte, um dann nach einem furiosen Finale aller Beteiligten am Triangel wieder ganz leise zu enden.

Bei den drei Sätzen Moderato, Allegretto und einem Choral des „Posaunenquartett“ des ungarischen Tonal-Komponisten Frigyes Hidas (1928-2007) scheint zuweilen das ungarische Temperament und Mentalität durch: Alle Stimmen waren gefordert, um das manchmal melancholisch, manchmal flott daherkommende Tongebilde dem Publikum nahe zu bringen, darunter waren mit den Pfarrern Stefan Maier und Patrick Meschenmoser auch die beiden für die Seelsorgeeinheit Bad Wurzach verantwortlichen Priester.

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Pfarrer Meschenmoser und Ortsvorsteherin Brodd dankten

Pfarrer Patrick Meschenmoser dankte den Musikern vor dem letzten Stück für ihre überaus gelungenen Darbietungen. Auch Gisela Brodd, Ortsvorsteherin der Teilgemeinde Unterschwarzach, zu der Eggmannsried gehört, dankte den Musikern, auch im Namen von Bürgermeisterin Alexandra Scherer, die gerne gekommen wäre.

„Vollendet ist das große Werk“

„Vollendet ist das große Werk“ – mit diesem Stück von Joseph Haydn wollten die Posaunisten auch ihr Werk vollenden und den wohlverdienten Applaus genießen. Natürlich durften sie nicht ohne eine Zugabe abtreten, ehe der Kirchengemeinderat – wie bereits tags zuvor nach dem Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Georg Schneider – im Gang der Kirche zu einem kleinen Umtrunk einlud.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie

Tags zuvor wurde das 300-Jahr-Jubiläum mit einem Pontifikalamt gefeiert. Siehe Extra-Bericht in der Bildschirmzeitung.

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BILDERGALERIE

Fotos: Ulrich Gresser

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