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Unser Reporter berichtet von der Passage am Hafendeckel

Passt das Narrenschiff durchs Wurzacher Tor?



Foto: Erwin Linder
Maßarbeit: Der Narr im Ausguck des Narrenschiffs muss nicht einmal seine Narrenkappe ablegen bei der Hafendeckel-Passage.

Bad Waldsee – Fasnetsmeetig. Schlechtes Wetter? Brrrr. Kalt, nass, ungemütlich. Doch echte Fasnetsfreunde lassen sich davon bekanntlich nicht beeindrucken. Entlang der gesamten Umzugsstrecke standen sie dicht gedrängt, froren sich gemeinsam die Nasen blau und tauten spätestens beim ersten „AHA“ wieder auf.

Während der Rathausplatz gern als „Waldsees gute Stube“ gepriesen wird, verlegte der BSZ-Reporter seinen Beobachtungsposten dieses Mal strategisch klug ans Wurzacher Tor – von geschichtsbeflissenen Waldseern immer noch „Hafendeckel“ geheißen. Schließlich galt es zu klären, ob das neue Narrenschiff „Prinz Erwin“ das Tor ohne Havarie passiert. Man weiß ja nie.

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Zierliche Rössle und ein Dickschiff auf Kurs

Wie immer eröffnet die Rösslegruppe den närrischen Reigen – mit zierlichen Schritten, eleganten Fräcken und geschätzt 280 Jahren geballter Lebens- und Fasnetserfahrung. Danach der große Moment: das Dickschiff „Prinz Erwin“. Die Menge hält kollektiv den Atem an. Passt’s? Reicht’s? Und siehe da: Nicht einmal der Narr im Ausguck  auf dem Oberdeck muss den Kopf einziehen. Chapeau! Präzise Vermessung ist eben auch eine närrische Tugend.

Die Rössle im Wurzacher Tor. Im Hintergrund das „Rössle”, eine Herberge mit Traditionsnamen.

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Von Bachrälle bis Nimmerland-Schafe

Am Fasnetsmeetig waren einige närrische Gruppen wieder ganz vorne dabei. Die Bachrälle gingen auf Expedition ins Steinacher Ried, der Gemeine Rat wurde standesgemäß von den feinsten irischen Butterstücken eskortiert, und die gut gelaunten Schafe folgten der Reise ins Nimmerland – gute Überfahrt und warme Wolle! „Waldsee Auswärts“, glückselige Mutter-Kind-Schafe, ein keltischer Clan, die Adlergass-Rälle und Shetlands „Rock-You“-Schafe rundeten den tierisch guten Reigen ab.

Nachwuchsarbeit im Brezgabuaba-Gewand

Ohne die Waldseer Brezgabuaba geht gar nichts. In kaum einem Häs lassen sich die Kleinsten so warm einmummeln – und das Beste: Mami und Papi tragen dasselbe. Viele große Narrenkarrieren nahmen ihren Anfang im Brezgabuaba-Format.

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Sütterlin, Saulgau und acht Maskentypen

Mit dem Ruf „Do raus, det naus, bei d‘r alte Linda naus“ sprangen die Narren aus Bad Saulgau mit. Ob heute noch jemand den Schriftzug lesen kann? Sütterlin ist halt nicht mehr Lehrplan. Acht Maskentypen umfasst ihr Kosmos: Doraus-Schreier mit Wurstzipfel oder Fischschwanz, Riedhutzel, Zennenmacher, Pelzteufel, Blumennärrle, Spitzmäule, Büttel sowie Adam und Nachtwächter – närrische Vielfalt mit Traditionsgarantie.

Kügele-Hoi und Drahtgewebe-Geheimnisse

„Kügele-Hoi!“ ist der Narrenruf vom Spritzenmuck aus Ehingen. Büttel, Krettenweiber, Dämonen, Kügele-Narren mit ihren Boppele, die Mate-Kapelle, Wilde Weiber und die namensgebenden Muckenspritzer sorgten für ordentlich Bewegung.

Die Altdorf-Weingartener Plätzerzunft antwortete mit „Breisgau-Ofenloch“. Besonders beeindruckend: die historischen Plätzler mit ihren Larven aus Drahtgewebe – unerkannt, aber mit freier Sicht. Die Lauratalgeister weinten sich stilecht durch den Umzug, während die Plätzlejugend bereits fleißig das Karbatschen-Schnellen übte. Waldweible, Wurzelsepp und Schlösslenarren waren natürlich ebenfalls mit von der Partie.

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Gole, Boppele und wandernde Köpfe

Weit gefächert zeigte sich auch die Riedlinger Gole-Welt: alter, neuer und kleiner Gole, die Gelbsucht samt Golebegleitern. Dazu Boppele mit Saublotra oder langer Schere – so mancher Waldseer Dachauer fand seinen Kopf plötzlich auf neuen Schultern wieder. Kupfernäs, Mohr, Löwen, Storch und Frösche komplettierten die Traditionspalette. Am Fasnetsdienstag werden in Riedlingen Froschkutteln serviert. Hoffentlich lassen die Riedlinger für den Storch noch ein paar Frösche übrig.

Stimmung: unsinkbar

Den krönenden Abschluss bildeten die Waldseer selbst: Narrensamen, Schorrenweible, junge und ausgewachsene Schrättele, Federele, Narro und Faselhannes und das Sammlervölkle mit Musik verwandelten die Stadt endgültig in eine Narrenhochburg.

Fazit des Hafendeckel-Korrespondenten: Schiff seetüchtig, Narren wetterfest, Stimmung unsinkbar. Narre hi und Narre ho – übers Johr isch wieder so.
Text und Fotos: Erwin Linder

Viele Bilder in der Galerie

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