O jerum, o jerum, dia Fasnet hot a Loch
Bad Waldsee – Fasnetsdienstag am Abend. Waldsees Narren haben den Aschermittwoch vor Augen. Das Ende der Fasnet. Ein frühes, ja vorzeitiges, ein schmerzliches Ende. Punkt 19.00 Uhr setzt sich der Trauerzug für die verblichene Fasnet in Bewegung. Schmerzvoll bläst die Posaune ihr „O jerum“, während der Trommler den langsamen Takt vorgibt. Bei den obligatorischen Halten vor aktuellen und ehemaligen Wirtshäusern erklingt die traditionelle Frage: „Sind’r au scho im Dreikönig gwäa?“ – „Überall, bloß do noit“, antwortete die Trauergemeinde – wie es Brauch und Sitte vorgeben.


Auf der Hochstatt lodert das Feuer am Narrenbaum und die Schrättele verbrennen unter lautem Wehklagen ihre Besen. Danach zieht man weiter zum Schlossbach. Von der Brücke aus wird der Narr schließlich den Fluten übergeben – das endgültige Zeichen für das Ende der Fasnet.

Trauernde Schrättele auf der Schlossbach-Brüstung.
Mit Spannung erwartet wurde die Frage nach der Nachfolge des langjährigen Narrenpfarrers Franz Daiber. Die Zunft präsentierte mit Franz Mosch einen Würdigen. Er hat alle Stationen der Waldseer Narretei durchlaufen – vom Sammlervölkle über Jungelfer und Elfer bis zum Zunftmeister und Ehrenzunftmeister – und führt seit zwei Jahren als Rössle-Reiter den Umzug an.

In seiner Trauerrede ließ Franz Mosch die Fasnet noch einmal Revue passieren, vergaß keine Gruppe und sorgte zum Schluss für einen Gänsehautmoment: Als Erinnerung an seinen Vorgänger Franz Daiber erklang dessen Stimme vom Tonband: Ein letztes Mal war Franzls Fasnetslied zu vernehmen.

Ein würdevoller, emotionaler Abschied – bis zum nächsten Jahr. Denn: Narra hi und Narre ho – iebers Johr isch wieder so.
Text und Fotos: Erwin Linder
Franz Mosch war Zunftmeister der Narrenzunft nach Franz Daiber (und vor Roland Haag). Er amtierte von 2008 bis 2018. Seit 2024 führt Christoph Mayer die Narrenzunft Waldsee, die mehr als 3000 Mitglieder zählt.













