Bilderbuchwallfahrt in Haisterkirch am Sebastianstag 2026
Haisterkirch – Wie eh und je am Sebastianstag kamen Hunderte von Gläubigen am 20. Januar aus nah und fern nach Haisterkirch. Am Gedenktag des hl. Sebastian wird traditionsgemäß um 9.00 Uhr in der Pfarrkirche Haisterkirch ein Festgottesdienst angeboten mit anschließender Prozession hinauf zur Kapelle St. Sebastian. Im Volksmund wird diese auch „Bastiane- oder Baschtiane-Kapelle“ genannt. Die Pfarrkirche war deutlich vor Gottesdienstbeginn schon voll belegt.
Pfarrer Stefan Werner begrüßte die Gottesdiensbesucher, darunter Oberbürgermeister Matthias Henne und die Ortsvorsteher Achim Strobel (Reute-Gaisbeuren) und Matthias Covic (Haisterkirch). Gekommen waren auch Minister a. D. Rudi Köberle und die frühere Ortsvorsteherin Rosa Eisele. Weitere Ehrengäste, so auch Gemeinderäte und Ortschaftsräte, gehörten dazu.
Acht Geistliche
Die besondere Bedeutung dieses Gedenktags erkannte man auch daran, dass sich acht Priester und Diakone um den Altar versammelt hatten. Es waren dies von der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee Pfarrer Thomas Bucher, Pfarrer Stefan Werner und Pater Hubert Vogel, von der Seelsorgeeinheit Bussen Pfarrer Alfred Tönnis, von der Seelsorgeeinheit Weißenau Pfarrer Fabian Ploneczk und Diakon-Ausbilder Erik Thouet, dazu Superior Ulrich Steck vom Kloster Reute, Superior Konrad Werder von den Salvatorianern Bad Wurzach; der 90-jährige Dekan i. R. Josef Mattes hatte Platz genommen im Altarraum. Hauptzelebrant war Pfarrer Thomas Bucher.

Einzug der Geistlichen in die Haisterkircher Pfarrkirche St. Johannes Baptist.
Haisterkircher Kommunionkinder wirkten mit

Zur Eucharistiefeier waren auch Kommunionkinder der Haisterkircher Grundschule gekommen, die dann auch die Fürbitten vortrugen.
„Unser Auftrag ist es, die Liebe in die Welt hinauszutragen“
Der Festprediger Alfred Tönnis, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bussen, begab sich mit dem Mikrofon in der Hand auf Augenhöhe zu den Gottesdienstbesuchern. In freier Rede legte er auf überzeugende Weise und ausdrucksstark dar, was Menschsein und Christsein bedeutet und wie wir dies in unserem Leben in der Nachfolge von Jesus umsetzen können und sollen. Der heilige Sebastian könne dazu als leuchtendes Vorbild dienen. Es gelte, Liebe in vielerlei Abwandlungen in die Welt hineinzutragen. „Das ist unserAuftrag.“ Dazu gibt es auch in unserem Altag, auch in kleinster Gemeinschaft, viele Gelegenheiten, dies mit Hinwendung zum Nächsten und animiert durch die Glaubensstärke des hl. Sebastian, umzusetzen und zu verwirklichen. Christliche Tugenden seien gerade in der heutigen „Ellbogen- und Unfrieden-Welt“ von größter Bedeutung und eine stete Herausforderung.

Beeindruckende Predigt: In freier Rede warb Pater Alfred für ein christliches Zeugnis in der Welt.
Hermann Hecht und „Brassd scho“
An der Orgel begleitete Hermann Hecht meisterlich all die passend ausgewählten Liedbeiträge für den Gottesdienst. Mächtigen Applaus gab es zudem für das Bläserensemble „Brassd scho“ unter Leitung von Manuel Zieher (Biberach). Die vier Blechbläser verstanden es, zuerst im Altarraum und dann auf der Empore, diesen besonderen Festtag klangvoll mit musikalischem Hochglanz zu bereichern.

Die vier Bläser von „Brassd scho” umrahmten die Festmesse mit ihren Klängen.
Rolf Heber dankte

Den Priestern und Diakonen, den Minis, dem Organisten, dem Bläser-Quartett, den Lektorinnen, Claudia Waibel als Verantwortlicher für die Mesnerdienste und all den Helferinnen und Helfern dankten am Schluss des Festgottesdienstes der Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats Rolf Heber (Bild). Dankbaren Beifall spendeten die Gottesdienstbesucher. Der Beifall schwoll an, als dem Festprediger Alfred Tönnis ein Präsent von der Kirchengemeinde übergeben wurde.
„Die Wallfahrt ist für mich Pflicht“

Als sich die große Pilgerschar nach der Festmesse betend und singend hinauf zur Sebastianskapelle auf den Weg machte, herrschte eitel Sonnenschein bei Temperaturen knapp unter 0 Grad.. Der stete Anstieg ist durchaus beschwerlich, aber auffallend viele ältere Menschen meisterten diese Herausforderung ganz gut, darunter auch der 94-jährige Hermann Kemmler. „Die Wallfahrt ist für mich Pflicht“, meinte der treue Mitpilgernde. Die Wegstrecke war mit Kies rechtzeitig bestreut worden, da sich der Schneebelag im Waldbereich doch teilweise in Eis verwandelt hatte. Oben erstrahlte die Kapelle im hellem Sonnenlicht unter blauem Himmel, umgeben vom prachtvollen winterlichen Fichtenwald.
Bewirtung in der Gemeindehalle

Gut versorgt wurden die Pilger in der Haisterkircher Gemeindehalle.
Streng hatten es die Mitglieder des Kirchengemeinderats und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – viele davon mussten sich ja auch einen Urlaubstag nehmen – denn sie hatten ganztägig dafür Sorge getragen, dass sich die Pilger in der Gemeindehalle mit Speisen und Getränken sowie Kaffee und gespendeten Torten und Kuchen stärken konnten. Das Serviceteam im Küchenbereich wie im Saal schaffte es zur Mittagszeit, als alle Stühle belegt waren, die etwa 250 Essensgäste rasch und freundlichst zu bewirten.
Text und Fotos: Rudi Martin
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