Skip to main content
ANZEIGE
Der 9. November

Ein „Hell-Dunkel-Tag” der deutschen Geschichte



Der 9. November ist ein Datum, das in der deutschen Geschichte wie kaum ein anderes für Licht und Schatten, für Glück und Abgrund steht. Es ist ein Tag, der die Extreme deutscher Erfahrungen abbildet – ein „Denktag“, ein „Hell-Dunkel-Tag“, wie es der Publizist Heribert Prantl treffend als bezeichnet.

Der Beginn der Freiheit – Wie ein Zettel Deutschland veränderte

Für Millionen von Deutschen ist der 9. November untrennbar mit dem Jahr 1989 verbunden. Damals führte ein unscheinbarer Zettel, in dessen Folge Günter Schabowski eine missverständliche Ankündigung machte, zur Öffnung der Berliner Mauer. Was als bürokratische Panne begann, entfesselte eine Welle der Freude und wurde zum emotionalen Freudentag der Deutschen. Die spontane Grenzöffnung markierte den Beginn der deutschen Wiedervereinigung, brachte Befreiung und Wohlstand für Millionen von Bürgern der DDR und setzte eine entscheidende Wegemarke der deutschen Demokratiegeschichte.

Warum nicht Nationalfeiertag? Die Bürokratie triumphiert über die Emotion

Gerade angesichts dieser emotionalen Wucht stellt sich die Frage: Warum feiern wir nicht den 9. November als Nationalfeiertag? Stattdessen begehen wir den 3. Oktober, an dem die Wiedervereinigung lediglich formal durch die Unterschrift unter einen Vertrag bürokratisch vollzogen wurde. Das historisch und politisch Wichtige war bereits geschehen: die Währungs- Wirtschafts- und Sozialunion, aber vor allem der friedliche Fall der Mauer, der das Fundament für die Einheit legte. Die Denkwürdigkeit des 9. November in seiner gesamten Bandbreite ist der Nation jedoch kaum bewusst.

Himmel und Hölle: Die Extreme eines Datums

Der tiefere Grund, warum das Datum nicht zum Nationalfeiertag taugt und zugleich so zutiefst deutsch und wertvoll ist, liegt in seiner extremen historischen Bandbreite – er steht für Himmel und Hölle:

  • 1848 – Das Scheitern der Demokratie: Am 9. November 1848 scheiterte die frühe deutsche Demokratiebewegung. Nach der Niederschlagung der Barrikadenkämpfe wurde in Wien der demokratische Freiheitskämpfer und Abgeordnete der Paulskirche, Robert Blum, standrechtlich hingerichtet – ein Fanal gegen die Freiheit. 
  • 1918 – Die Geburt der Republik: An diesem Tag wurde das Ende der Monarchie besiegelt und die Republik ausgerufen – ein Meilenstein in der Geschichte der deutschen Demokratie. 
  • 1923 – Der Putschversuch: Mit dem Hitlerputsch versuchte die völkische Bewegung, den jungen Staat zu stürzen. Die Weimarer Republik behauptete sich, doch es war ein dunkles Vorzeichen. 
  • 1938 – Tag der Schande und des Abgrunds: Die Reichspogromnacht war der schlimmste 9. November überhaupt. Er war der Tag der Schande und des Abgrunds, der den Beginn des Holocausts markierte. Synagogen in Memmingen, Buchau, Laupheim und unzähligen anderen Orten brannten. Kaufhäuser wie das „Zum Anker” der Familie Gollowitsch in Leutkirch, wurden geplündert. 
  • 1939 – Der Widerstand: Am Vorabend dieses Datums, dem 8. November 1939, versuchte Georg Elser mit einem Sprengsatz im Münchner Löwenbräukeller, Hitler zu töten – eine Tat des aufrechten Widerstands.

Diese beispiellose Dichte an Ereignissen macht den 9. November zu einem Tag, der unser kompliziertes Verhältnis zum deutschen Vaterland widerspiegelt. Er fordert eine Aufklärung über Glück und Unglück, über die freiheitlichen Ideale und die Abgründe der Barbarei.

Lassen Sie uns den 9. November daher als Gedenktag begehen, als einen „Gedächtnistag“, der uns in die Trauertage des Novembers einreiht und uns jedes Jahr aufs Neue zur historischen Wachsamkeit aufruft.
Hans Reichert



LESEN SIE HIERZU AUCH …

Ein Tag im Kriegsjahr 1941 in der Provinz

Die Deportation von Fritz und Lilly Gollowitsch

Leutkirch am 28. November 1941. Die Verdunklung dauerte bis 8.20 Uhr. Im Lokalteil des “Verbo”, der damaligen Zeitung, lauten die Schlagzeilen „Brot ist kein Spielzeug“, „Keine Nachlässigkeit bei der Verdunklung“, „Großer Kriegsbauerntag in der Kreisstadt Wangen“. Anzeigen weisen auf die Veranstaltungen der nächsten Tage hin: ein Hausmusik-Abend mit der Stadtkapelle am Samstagabend, die Heldenehrungsfeier der NSDAP-Ortsgruppe Leutkirch am Sonntagnachmittag und der Nikolausmarkt am 1. Dezember…

NEUESTE BEITRÄGE

Bei Mengen

Ein Dutzend Polizeiautos auf Verfolgungsjagd

Mengen – Vor der Polizei davongefahren ist am Dienstagmorgen (10.3.) ein 35-Jähriger und hat letztlich knapp ein Dutzend Polizeistreifen aus den Polizeipräsidien Ravensburg und Ulm beschäftigt. Eine Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Bad Saulgau wollte den Fahrer des Opels gegen 9.15 Uhr im Ortsgebiet Mengen stoppen, da dieser keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte. Anstatt anzuhalten, fuhr der 35-Jährige in normaler Geschwindigkeit weiter in Richtung Blochingen und ignorierte die Anhal…
Das März-Blatt in Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender

Bilder von Wiggenreute, wie es früher war

Kißlegg-Wiggenreute – Das März-Blatt in Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender ist dem Kißlegger Teilort Wiggenreute gewidmet. Ortsheimatpfleger Bernd Mauch schreibt:
Ab jetzt kann man abstimmen

Bad Wurzach im Rennen um Deutschlands schönsten Wanderweg 2026

Bad Wurzach – Seit dem 2. März läuft die bundesweite Publikumswahl um den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 2026“. Der „Moor-Weg – Ried pur erleben“ in Bad Wurzach ist offiziell nominiert und zählt zu den zehn besten Tagestouren Deutschlands.
Vom 11. bis zum 24. März im Landratsamt Ravensburg

Wanderausstellung „Integration im Landkreis Ravensburg – Geschichte der Vielfalt“

Kreis Ravensburg – Was geht in einem Menschen vor, der alles Vertraute zurücklässt, um in einem neuen Land neu anzufangen? Vom 11. bis zum 24. März 2026 gibt die Wanderausstellung „Integration im Landkreis Ravensburg – Geschichte der Vielfalt“ im Foyer des Bürgerbüros im Landratsamt Ravensburg darauf eine Antwort: Sie gibt der Statistik ein Herz und den Zahlen ein Gesicht.
Organisatoren und Künstler stellten das Programm der Wangener Festspiele 2026 vor

Flotte Pariser Komödie und Grimm‘sches Märchen

Wangen – Bis zur ersten Premiere bei den Wangener Festspielen des Jahres 2026 ist es noch etwas hin. Beim Pressegespräch des Festspielvereins mit Oberbürgermeister Michael Lang und den künstlerisch Verantwortlichen wurde aber klar, dass die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen – und dass sich die Wangener wieder auf einen attraktiven Festspielsommer freuen können.

MEISTGELESEN

Entwendeter Bankautomat wurde ungeöffnet im Wald aufgefunden

Einbruch in der Volksbankfiliale Arnach

Arnach – In der Nacht von Freitag auf Samstag (6.3./7.3.) um 2.51 Uhr versuchten zwei bislang unbekannte Täter auf dreiste Art und Weise, den Bankautomaten in der Volksbankfiliale Arnach zu stehlen. Die Täter befestigten einen Spanngurt um den Bankautomaten und hängten diesen an einen VW Golf an. Anschließend gaben sie Gas, zogen den Bankautomaten aus der Bank und schleiften ihn über die Straße Richtung Hagenjörges in ein nahegelegenes Waldstück (bei der Arnacher Kläranlage). Die zeitnah eint…
Landesmeisterschaft

Fünffacher Triumph für die Haarwerkstatt aus Kißlegg

Kißlegg – Großer Jubel bei der Landesmeisterschaft 2026 des Fachverbands für Friseure und Kosmetik Baden-Württemberg: Ramona Egger aus der Haarwerkstatt in Kißlegg sicherte sich gleich dreimal Gold – und darf sich nun dreifache Landessiegerin nennen.
mit Bildergalerie
veröffentlicht am 5. März 2026
Ausführlicher Bericht

Bad Wurzach lehnt Biosphärengebiet ab

Bad Wurzach (dbsz) – Bad Wurzach steigt aus dem Prüfprozess zur Schaffung eines Biosphärengebietes in Oberschwaben aus. Mit 17 zu 4 Stimmen wurde am Montagabend (13.10.) in der Gemeinderatssitzung der Antrag der CDU-Fraktion angenommen. Ein Antrag der zweiköpfigen Fraktion der Grünen auf Vertagung einer Beschlussfassung wurde mit derselben Mehrheit abgelehnt. Die Entscheidung Bad Wurzachs gilt als schwerer Rückschlag für den Prozess, verfügt die Stadt doch mit dem Wurzacher Ried über ein Herz…
Dietmanns

Mann bei Arbeitsunfall tödlich verunglückt

Bad Wurzach-Dietmanns – Bei einem Arbeitsunfall auf einem Gehöft bei Dietmanns ist am Donnerstagmittag (5.3.) ein 68-Jähriger tödlich verunglückt.
Ausführlicher Bericht über die Eröffnung

Auto-Fink setzt BMW-Tradition in Leutkirch fort

Leutkirch – In Leutkirch öffnet mit der Firma Fink wieder ein BMW-Autohaus. Im Vorfeld erhielten Vertreter der Stadt Einblicke in neueste Trends bei der Digitalisierung von Kraftfahrzeugen. Am Samstag, 7. März, bot ein Tag der offenen Tür Besuchern von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr Aktionen und ein Gewinnspiel rund um die moderne Mobilität. Natürlich gehörte auch die Vorstellung des neuesten Modells iX3 aus dem Hause BMW dazu. Der Standort, Beim Hammerschmied 12, befindet sich im Gewerbegebiet an de…

TOP-THEMEN

Kißlegg-Wiggenreute – Das März-Blatt in Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender ist dem Kißlegger Teilort Wiggenreute gewid…
Bad Wurzach – Seit dem 2. März läuft die bundesweite Publikumswahl um den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 202…
Wangen – Bis zur ersten Premiere bei den Wangener Festspielen des Jahres 2026 ist es noch etwas hin. Beim Pressegespr…

VERANSTALTUNGEN