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Kommentar

Die Sprache ist der Schlüssel



In Grundschule und Berufsschule spitzt sich das Sprachproblem zu

Martin Bloching von der Kreishandwerkerschaft Ravensburg brachte es auf den Punkt. Beim Ministerbesuch in der Schreinerei Wirth-Bucher in Bad Waldsee sprach der Mann aus der Praxis Klartext: Kernproblem in der Berufsschule seien die fehlenden Sprachkenntnisse. Auch in Mathe sind die Kenntnisse der Berufsschüler – auch der deutschsprachigen – oft völlig unzureichend. Bei den migrantischen Lehrlingen käme eben verschärfend noch die Sprachbarriere dazu. Das Unterrichten sei für die Lehrkräfte überaus anstrengend und frustrierend.

Bloching wandte sich namens der Kreishandwerkerschaft, die mit gleich vier Mann am Tisch saß, an die Vertreter der Landesregierung – Finanzminister Dr. Danyal Bayaz und Gesundheitsminister Manfred Lucha – und an die Abgeordneten Petra Krebs MdL und Dr. Anja Reinalter MdB (beide Die Grünen) mit dem Vorschlag, eine Plattform einzurichten, bei der die Azubis einen Tag in der Woche in Pflichtpräsenz in Deutsch und Mathe unterrichtet würden. Der Tag solle bezahlt werden und ergänzend zur Berufsschule stattfinden. So würden die Azubis nach drei Jahren Ausbildung genügend Deutsch und genügend Mathe-Kenntnisse für ihren Beruf erlernt haben.

Der Tag soll bezahlt werden, was heißt das? Es wäre ein Arbeitstag, der den Betrieben verloren ginge. Dennoch wäre es eine sinnvolle Investition. Denn einen Dreisatz sollte ein Azubi im dritten Lehrjahr schon beherrschen und er sollte auch der Verkehrssprache in unserem Land mächtig sein. Vermutlich denkt Bloching an staatliche Förderung seiner Idee.

Wie ratlos die Politik in punkto sprachliche Integration ist, wurde in der Antwort von Anja Reinalter deutlich: Sie verwies auf Austauschprogramme und berichtete, dass in Ägypten Deutsch als Fremdsprache von „sehr vielen“ erlernt würde. Gleichzeitig forderte sie, die Prüfungssituationen zu erleichtern, indem in jener Sprache geprüft werde, in der im Betrieb gesprochen werde.

Was für ein Armutszeugnis! Sollen die Ägypter unsere Sprachprobleme lösen? Anzunehmen ist ohnehin, dass jene Ägypter, die Deutsch als Fremdsprache lernen, eher jenen Schichten angehören, die nicht als Fachkräfte nach Deutschland kommen.

„… in jener Sprache, in der im Betrieb gesprochen wird“? Die Rede ist von Betrieben, die in Deutschland ansässig sind! Und können die Prüfer das überhaupt leisten, in fremder Sprache Wissen abfragen.

Was Frau Reinalter da kundtut, ist kein Weg zur Integration, das ist Resignation.

Ähnlich dramatisch ist die Situation in der Grundschule. Es kann nicht angehen, dass 40 Prozent oder mehr der Erstklässler ohne ausreichende Sprachkenntnisse eingeschult werden.

Das ist das Gegenteil von Integration, das erzeugt Frustration. Da ist der Knick in der Schulkarriere und in der Berufslaufbahn schon vorprogrammiert.

Die Stadt Bad Wurzach, die einen besonders hohen Anteil an türkischer Einwohnerschaft hat, hat im Kindergarten seit 1999 ein Angebot zum Wörter-Erlernen. In Kleingruppen zu etwa fünf Kindern werden spielerisch – zum Beispiel mit Memory oder mittels Handpuppen – Alltagswörter eingeübt. Das verpflichtende Angebot wird einmal in der Woche für 1 Stunde bereitgestellt und kostet 15,00 € im Monat.

Das Bad Wurzacher Angebot ist aller Ehren wert. Aber es reicht nicht.

Es braucht ein verpflichtendes Vorschul-Sprachjahr. Und eine Spracheingangsprüfung bei der Einschulung. Und Zurückstellungen, wenn die Sprachkenntnisse nicht ausreichen.

Im Interesse der Kinder. Damit Integration gelingt.
Gerhard Reischmann



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