Das Februar-Blatt gilt der ehemaligen Eisenhandlung Kling
Kißlegg – Das Kalenderblatt vom Februar 2026 in Bernd Mauchs Kißlegg-Kalender ist der ehemaligen Eisenhandlung Kling in der Jägerstraße gewidmet. Das Gebäude wurde ca. 1752 errichtet, ist also eines der ältesten Häuser in Kißlegg. Ortsheimatpfleger Bernd Mauch stellt seinen Kalender vor:

Eisenhandlung Kling 1933.
Als Ladengeschäft wurde es erstmals 1906 von Kreszentia Schneider, der Ehefrau des Schulmeisters Eduard Schneider, betrieben. Verkauft wurden dort Fahrräder, Mähmaschinen, landwirtschaftliche Geräte sowie Haus- und Küchengeräte. Später wurde der Laden von der Tochter Thekla und ihrem Ehemann Eduard Kling übernommen und das Sortiment wurde um viele Dinge des täglichen Bedarfs erweitert. Schwerpunkt lag auf den Eisenwaren; vom Stacheldraht über Werkzeug bis hin zur Mausefalle konnte dort alles erworben werden. Rodelschlitten, Kinderski und die passenden Skistöcke fand man hier genauso wie Luftgewehre und Messer. Viele Haushaltsartikel wie Töpfe und Pfannen waren in der Auslage, Nägel, Schrauben, Haken in den unzähligen kleinen Schubladen der Wandschränke und später, als die AKO in Kißlegg produzierte, konnte man beim Kling auch Weidezaundraht, Isolatoren und Weidezaungeräte kaufen. Waren, die im Laden keinen Platz fanden, wurden im 30 Meter entfernten Magazin untergebracht, wo bis heute noch der Hebekran an der Decke zu sehen ist.
1958 wurde der Laden umgebaut und man konnte die Waren fortan auch in den großen Schaufenstern bestaunen.
1974 übernahm Sohn Willi Kling das Geschäft und führte es bis zu seinem Tod 1994 erfolgreich weiter, die endgültige Schließung erfolgte 1995.

Willi Kling mit Kundschaft. 1988.
Das Haus selber wurde 1998 an den Möbelrestaurator Anton Frei verkauft, der es umfangreich zu einem wahren Schmuckstück sanierte und seither seine Möbelrestauration darin betreibt. Das Magazin erwarb 1998 Architekt Franz Kussauer, der nach Sanierung seither sein Büro und Künstleratelier dort unterhält.
Die Eisenwarenhandlung Kling ist in Kißlegg aber nicht ganz verschwunden. Klings ehemaliger Lehrling Roland Martin eröffnete 1996 in der ehemaligen Garage der Mehlhandlung Kimpfler seine eigenes Eisenwaren- und Haushaltsgeschäft. Bis heute findet man dort nun die ganzen Sachen, die man früher beim Kling kaufen konnte.
Nebenbei: Eisenwaren-Martin verkauft auch Bernd Mauchs Kißlegg-Kalender. Es gibt noch Restexemplare (10,00 €).

Eisenhandlung Kling 1936.

Aufnahme von 1992.

Anzeige von 1924.

Anzeige im “Kißlegger Marktanzeiger”. 1954.

Anzeige im “Kißlegger Marktanzeiger”. 1953.

Anzeige im “Kißlegger Marktanzeiger”. 1955.

Anzeige im “Kißlegger Marktanzeiger”. 1956.

Werbe-Dia Kino Weiland 1957.

Werbe-Dia Kino Weiland 1958.

Das Februar-Blatt von Bernd Mauchs Kißlkegg-Kalender.

Fahrrad-Klingel mit Firmenlogo von Wilhelm Kling. Nach 1974.
Alle Fotos aus dem Archiv Mauch


















