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Heilige Messe am Fasnetsonntag

„Zsamma das Wort Gottes höra, horcha au auf seine Lehra“



Foto: Uli Gresser
Mit fröhlichem Ernst: Zunftmeister Dominic Neher (Mitte), sein Zunftrat und Hästräger.

Bad Wurzach – Zum elften Mal begleitete die Stadtkapelle die Narrenmesse in St. Verena musikalisch. Pfarrer Stefan Maier, der seine Predigt wieder einmal in Versform hielt, konnte sich über eine vollbesetzte Stadtpfarrkirche freuen.

Die Stadtkapelle spielte zum Einzug von Pfarrer, Ministranten, Hästrägern und Zunftrat die Toccata in D-Moll, eine Blasmusik-Adaption von Bachs wohl berühmtesten Orgelwerk. Gleich daran anschließend intonierte sie das Kirchenlied „Manchmal feiern wir mitten am Tag“, für die Narren in diesen Tagen wohl ein sehr wahres Wort. Solchermaßen musikalisch auf die diesjährige Narrenmesse eingestimmt, sagte Pfarrer Stefan Maier in seiner Begrüßung – natürlich in Reimform – dass es außer den vier Jahreszeiten noch die Fünfte gebe, in der ein Tag besonders herausrage: der Fasnetssonntag. „Do standet mir zsamme in d‘  Kirchabänk nei, do sind Narre und au Normale dabei. Zsamma das Wort Gottes höra, horcha au auf seine Lehra, dem Herrn im Sakrament begegna und so ´s oigne Leba segna.“

Für die Ausgegrenzten gebetet

Zunftmeister Dominic Neher hielt als Lektor die Lesung aus dem Buch Levitikus. Nach dem Matthäus-Evangelium, in dem Jesus einen Aussätzigen heilt, sowie der Predigt verlasen je zwei Vertreter der Narrenzunft und der Freunde des Ungeziefers die Fürbitten. Darin beteten sie für alle Schwerkranken und Behinderten, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, für alle die sich im Ukraine- und Israelkonflikt um Frieden bemühen und alle, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.

Gereimte Predigt

In seiner in Reimform gehaltenen Predigt ging Pfarrer Maier auf das Tages-Evangelium ein, in dem Jesus einen Aussätzigen heilt. Neben der Last der Krankheit wird der Kranke zusätzlich von der Gesellschaft ausgegrenzt. „Schreiende Angst vor solchen Kranken, Angst in den eigenen Gedanken, dass man sich infizieren möge, und selber so zu Tode käme.“ Es ist erst 200 Jahre her, dass Kranke aus der Stadt auf den Leprosenberg verbannt und ihnen die Gemeinschaft verwehrt worden sei. „Nimm eine Klapper in die Hand, trag am Leib ein Siechengewand, auf dass ein jeder Abstand halte! Zu uns gehörst Du nun nicht mehr.“ Und bevor er ausgeschlossen wurde, da wurde noch – als ob er schon gestorben wäre – ein Art Requiem gehalten. Dies alles müsse man sehen, um zu verstehen, was der Aussätzige aus dem Evangelium durchgemacht habe, der quasi sich aus dem Grabe erhoben hatte und neugeboren wurde. Hier werde der wahre Gewinn der Menschheit angedeutet: Dass durch Jesu Sterben und Auferstehen „sich ewiges Leben in uns senkt.“ Im Evangelium sei das so zusammengefasst: „Unsere Leiden, Nöte und Plagen, unsere Krankheiten hat ER getragen.“ Pfarrer Maier warb darum, auf die Botschaft zu achten: „Es braucht gutes Zuhören und viel Zeit, dann ist man am Ende freilich bereit, den Sinn der Wunder zu verstehen: Dahinter das Reich Gottes sehn.“

Zum Friedensgruß trat Pfarrer Maier zu dem Lied „Wo Menschen sich vergessen“ vor die erste Bank und animierte Zunftrat und Gläubige die Hände zum Zeichen des Grußes zu erheben.

Gutschein für Aschermittwoch

Als Kommunionbegleitung spielte die Stadtkapelle „The Awakening“, in Deutschland besser bekannt als „Tränen lügen nicht“ in einer beeindruckenden Manier.

Am Ende der diesjährigen Narrenmesse hatte Pfarrer Maier noch eine besondere Überraschung für Zunft und Stadtkapelle parat: Ein Dankschreiben direkt aus dem Himmel, in dem Gott den Narren aufträgt, ihre Schutzengel zu schonen und sie sachte zu behandeln. Auch gab es einen Gutschein für den Aschermittwoch: „Do kennet Ihr die Seele putze, des bringt Eich alle große Nutze.“ Gezeichnet war das Schreiben mit: „Es grüßt Euch alle, der das Leben verheißt: Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.“

Schwungvoll mit dem aus „Sister Act“ bekannten musikalischen Glaubensbekenntnis „I will follow him“ geleitete die Stadtkapelle die Hästräger aus der Kirche, auf die bereits der Bus zum nächsten Narrensprung wartete. Die anderen Gottesdienstbesucher verharrten noch und forderten durch ihren Applaus vehement eine Zugabe, die sie dann auch bekamen.

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Fotos: Uli Gresser

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