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Von der “Linde” über die Filmbar zum Hotel-Restaurant

„Truschwende 4“ besteht seit zehn Jahren



Foto: Ernle
Der weit gediehene Neubau. Das Eröffnungsfest am 1. Mai 2015 wird schon beworben.

Truschwende – Am 1. Mai 2015 wurde es offiziell eröffnet: das Restaurant und Hotel in Truschwende Hausnummer 4. Wie es dazu kam und was sie in diesen Jahren alles erlebt haben, erzählen Roland Ernle und Melanie Sonntag, das Betreiberpaar, kurz vor dem kleinen Jubiläum. Unser Reporter Uli Gresser hat sie in ihrem gastlichen Haus besucht.

“Truschwende 4” (Hotel und Restaurant), günstig gelegen an der Straße, mit viel Parkplatz, Biergarten und Spielplatz.

Das Gasthaus „Zur Linde“ in Truschwende, das mehrere Jahrhunderte als Raststation für Fuhrleute gedient hatte, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre ein beliebtes Ausflugslokal. Nach dem Verkauf durch die Familie Schnell Anfang der 80er-Jahre wurde die „Linde“ zu einem Nachtlokal namens „Tilbury“, „das über die Landesgrenzen hinaus sehr bekannt wurde“, wie es in der Chronik heißt. In den 1990er-Jahren wechselten immer wieder die Betreiber und das Nachtlokal wurde nun zu „Eva’s Filmbar“. Bis zum Jahre 2007 leuchtete nachts der anrüchige Schriftzug über der Eingangstüre; dann schloss das einschlägig bekannte Lokal seine Pforten und stand acht Jahre leer. Wasserschäden und Schimmel sowie ein verwahrloster Garten – das war die traurige Optik eines Gebäudes mit einer mehr als 300 Jahre alten Geschichte.

Die “Linde” in Truschwende um 1920.

Gemälde von Maria Frisch, 1972.

Maroder Zustand kurz vor dem Abriss.

Abriss 2014.

Im Sommer 2013 erfolgte ein Anruf von Alois Jäger: Die Familien Burkhart, Feirle, Jäger und Ernle beschlossen, das Gebäude zu kaufen, es abzureißen und – Vorschrift vom Denkmal- und Bauamt – in gleicher Größe wieder aufzubauen. Denn eine Kostenschätzung hatte ergeben, dass eine Sanierung keinen Sinn machen würde. Rasch wurde aus dem ursprünglichen Plan einer Bäckerei mit einem Café mehr, denn wie sollten die zusätzlichen Räume genutzt werden. Als dann die DeHoGa auf den Plan trat, war schnell klar, dass man ein Hotel mit Restaurant bauen würde. Das Ziel der Gruppe war es, ein gemütliches und modernes Restaurant mit Biergarten und Kinderspielplatz zu bauen, damit dieser Ort ein Ausflugsziel für die Wurzacher Bevölkerung und auch für alle anderen Gäste werden sollte.

Und weil sowohl Roland Ernle als auch Markus Feirle gelernte Zimmerleute sind und Roland Ernle auch noch viel Erfahrung mit Betonarbeiten hatte, konnten viele Gewerke in Eigenleistung erstellt werden. Ende 2013 wurde das alte Gebäude ausgeräumt. Kurz danach wurde abgerissen und im Frühjahr 2014 war Baubeginn.

Rohbau 2014.

Die Generalprobe für Küche und Hotel erfolgte im April 2015, knapp zwei Wochen vor der offiziellen Eröffnung: Eine Gästegruppe aus der französischen Partnerstadt Luxeuil-les-bains unterzog Gastronomie und Hotellerie eines ersten Härtetests. Mit einem Handwerkerfest inklusive Maibaumstellen mit den Tafeln der beteiligten Firmen am Vorabend des 1. Mai 2015 rückte die termingerechte Eröffnung des Gebäudes in den Fokus. Bereits im Juni desselben Jahres wurden Hotel & Restaurant „Truschwende 4“ von der Deutschen Hotelklassifizierung mit drei Sternen ausgezeichnet.

Eröffnung am 1. Mai 2015 mit Maibaum und Festzelt.

An zwei Tagen wurde im Mai 2015 gefestet – mit zwei Bands. Auch Wirt Roland griff zum Mikro und bewies Sangeskünste.

Als Glücksfall bezeichnet Ernle die Übernahme des Kurhauses Anfang 2020 durch das T4-Team, auch wenn diese Ära – vor allem wegen Corona – nur von kurzer Dauer sein sollte. Dann kam der 2. Juli 2020: Bei einem Starkregenereignis wurde das kleine Bächlein, das im Normalfall gemächlich neben dem Gebäude Truschwende 4 dahinfließt, plötzlich zum reißenden Strom und der Keller des Hauses mit seiner technischen Infrastruktur wurde überflutet. Danach waren die Betreiber froh, ihr Personal halten zu können, es konnte im Kurhaus weiterbeschäftigt werden.

Der Parkplatz Richtung Bundesstraße steht unter Wasser (Hochwasser 2020).

Die Sache mit dem Namen

Roland Ernle und seine Frau legen großen Wert auf die Bezeichnung „Truschwende 4“, nicht wie ursprünglich die Kurzform T4. Denn die Bezeichnung hat ihnen schon eine Reihe unschöner Emails und Schreiben von Anwälten eingebracht. Denn „Aktion T4“ ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für den systematischen Massenmord an mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1941 unter Leitung der Zentraldienststelle T4, benannt nach deren Adresse Tiergarten 4 in Berlin. Ernle nimmt es zwar mit Humor: „Berlin liegt ja hier gleich um die Ecke“, sagt er, aber je nachdem, wie groß die Intensität der juristischen Angriffe gerade ist, spielt er schon mit dem Gedanken, eine Namensänderung vorzunehmen. Eine Linde hat er jedenfalls schon mal gepflanzt …

Als der Adel im Truschwende logierte

Roland Ernle und Melanie Sonntag schwärmen von ihrer Zeit als Gastronomen und Hoteliers. Man habe in den zurückliegenden zehn Jahren wunderbare Begegnungen mit besonderen Gästen gehabt. Als auf Schloss Zeil eine der Töchter des Fürsten heiratete, waren die adligen Gäste des Hauses Württemberg in ihrem Hotel einquartiert. Die beiden waren voll des Lobes über ihre hochrangigen Gäste. „Das waren wirklich nette und ganz normale Leute“,  sagt Roland Ernle dazu. Seine Frau erinnert sich daran, dass vier Friseursalons im Restaurant und im ganzen Haus zweimal an jenem denkwürdigen Tag den Damen und Herrschaften die Haare anlassgemäß machen durften: Morgens war eine „hutverträgliche“ Frisur gefragt, für die abendliche Feier war eine Umgestaltung der adligen Haarpracht angesagt. Ein besonderes Vorkommnis ist Roland Ernle dabei noch in Erinnerung: Einer der Gäste des Hauses Württemberg wollte sich in Festeslaune im Gastraum eine Zigarre anzünden. Das konnte und wollte der Hausherr nicht durchgehen lassen und der Adlige zeigte sich einsichtig.

Ein Familienbetrieb

Ernles Mitgesellschafter wandten sich 2022 anderen Zielen zu und so übernahmen sie deren Anteile. Seit 2022 sind Roland Ernle und Melanie Sonntag alleinige Betreiber des Hotels und Restaurants „Truschwende 4“ und führen das Haus mit ihrem Team als Familienbetrieb.

Öffnungszeiten

Blick ins Restaurant.

Das Restaurant hat folgende Öffnungszeiten: Sonntag von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr und von 16.30 Uhr bis 22.00 Uhr; Montag bis Mittwoch von 16.30 Uhr bis 22.00 Uhr; Freitag und Samstag jeweils von 16.30 bis 22.00 Uhr. Am Donnerstag ist Ruhetag. Reservierungen für Gruppen und Veranstaltungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Tel. (07564) 93 79 900; Mail: info@truschwende4.de

Weil das Haus einen wunderbaren Biergarten und Kinderspielplatz besitzt, ist das „Truschwende 4“ wie früher das Gasthaus „Zur Linde“ für Familien ein lohnendes Ausflugsziel am Wochenende.

Das Jubiläumsfest

Zehn Jahre „Truschwende 4“, das muss gefeiert werden, sagten sich Melanie Sonntag, Roland Ernle und ihr Team. Also wird an am Donnerstag, 1. Mai, das Trio „Mundart 2.0“ aus Biberach mit ihrem Programm „Lieblingslieder“ ab 11.00 Uhr im und um das Restaurant für gute Laune sorgen.
Uli Gresser / Fotos aus dem Album von Ernles




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