Rund um den Funkensonntag bauten Ehrenamtliche die Funken
Bad Wurzach – Um den ersten Sonntag nach Aschermittwoch wurden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Funkenfeuer angezündet. Bereits am Samstag brannten in Haidgau und Gospoldshofen-Schwande die Funkenfeuer. Am Sonntag folgten dann diejenigen in Arnach-Schlesis, Geboldingen, und Ziegelbach.
Es ist ein sehr alter Brauch: Diese Feuer sollen mit zur Vertreibung des Winters beitragen. An der Spitze eines jeden Funkens ist dabei eine Strohpuppe angebracht, die eben diesen symbolisiert. Der Ursprung dieses Brauches lässt sich nicht mehr verifizieren. Ob er nun den heidnisch-germanischen Brauch, den Winter zu vertreiben, widerspiegelt, oder ob seine Ursprünge in einem römischen Brauch mit dem Entzünden eines „Heiligen Feuers“ zum römischen Jahresanfang am 1. März liegen. Oder aber die dritte Möglichkeit: Er kann auch christlichen Ursprungs zur Einleitung der Fastenzeit sein. Aber diese Tradition gibt es nicht nur bei uns, sondern sie ist in vielen mitteleuropäischen Ländern verbreitet.
Wetterprobleme gab es in Form von Dauerregen vor allem am Samstag: Die Funkenbauer in Oberschwarzach und in Seibranz sagten das Abbrennen an diesem Tag ab. Probleme beim Bau ihres Funkens hatte an diesem Tag der bunt gemischte Haufen der Funkenbauer in Ziegelbach: Tiefe Spuren hatten die schweren Maschinen auf dem Acker an der Verbindungsstraße zwischen Bechtingers und Rohrbach hinterlassen, die Funkenbauer selbst waren rasch bis auf die Haut durchnässt.
Der Funken in Schlesis, der traditionell am Funkensonntagabend auf einem Hügel beim Anwesen Vetter abgebrannt wird, ist sehr kinderfreundlich. Seit über 50 Jahren wird dort an der Gemeindegrenze zu Immenried, dessen Theaterverein dabei die Bewirtung der Besucher übernimmt, der Funken abgebrannt. Und das auch bereits schon vor 18.00 Uhr, also an diesem Sonntag noch bei Tageslicht. Was zu der einmaligen Konstellation führte, dass auf dem Hügel der Funken brannte und dahinter dank des tagsüber herrschenden Föhns die beeindruckende Alpenkette zu sehen war. Wer den Schlesis-Funken beim Abbrennen beobachten wollte, musste früh da sein und bekam – weil der Funken trotz der vielen Feuchtigkeit sehr gut brannte, ein relativ kurzes Schauspiel geboten.
Ganz anders in Ziegelbach: Nur mit Mühe schafften es die Funkenbauer, genügend Hitze zu entfachen, damit dem rund sechs Meter hohen Haufen das Element Feuer den Garaus machen konnte. Und zwischendurch mussten sie immer wieder nachbessern, da die Flammen zu verlöschen drohten. Die vielen Besucher, den Autokennzeichen der an Straße geparkten Autos nach kamen sie teilweise von weit her (HH, M, sogar aus der Schweiz aus Zürich), störten sich nicht daran: sie wurden bestens mit Funkenwurst, Pommes und Waffeln sowie Bier, Glühwein und Punsch bewirtet.
Dass das „Phänomen des „ins Feuer schauen“ – wissenschaftlich belegt – beruhigende Wirkung auf uns Menschen hat, bewiesen auch an diesen beiden Tagen die vielen hundert friedlich miteinander Feiernden an der Schwelle zur Fastenzeit.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
Weitere Bilder in der Galerie













