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Narrenzunft Bahwaldbohle

Narrensprung in Ellwangen



Foto: Ulrich Gresser
Nicht zimperlich gingen die Ampfelbronner Holzwürmer mit den beiden Ansagern Günter Turbo Angele und Alex Wild (re.) um.

Ellwangen – Vor 25 Jahren startete die Narrenzunft Bahwaldbohle Ellwangen in das Abenteuer “Narrensprung zuhause”, der an Samstag (17. Januar) nach einem Zweijahresrhythmus und einem Corona-Ausfall zum 12. Mal stattfand.

Kein Wunder, dass Zunftmeister Günter „Turbo“ Angele also beim Zunftmeisterempfang am Vormittag von den befreundeten Zünften ein Prinzessinnen-Krönchen mit 25 stilisierten Kerzen ins in dieser Zeit grauer und lichter gewordene Haupthaar gedrückt bekam.

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Ganz vorne dabei: die Ellbachzwerge vom Kindergarten

Bereits vor dem Sprung war viel los im Festzelt beim Sportplatz und der Elbach-Halle. Traditionell eröffnet die ausrichtende Narrenzunft immer den Narrensprung. In Ellwangen ticken die Uhren anders: Hier eröffnete der Kindergarten mit seinen Ellbachzwergen hinter dem Fanfarenzug Zell Graf zu Erbach-Erbach den Ellwangener Narrensprung. Ihm folgten mit allen 55 (plus drei ehemaligen) Schülern samt ihrem Lehrpersonal die Waldwichtel der Grundschule Ellwangen-Dietmanns. Ihnen folgten die Bobohle aus Rot an der Rot, dem Ort, zu dem auch Ellwangen gehört. Kein Wunder, dass sich beim Ellwanger Rathaus, wo Turbo Angele und Alex Wild als männliche Sonja Schreckleins das närrische Geschehen kommentierten, sich auch der Roter Bürgermeister Andreas Maaß einfand.

Und es gab für das „Dreamteam“ viel zu kommentieren: Etwa die riesige Narrenschar, die sich vom benachbarten Eberhardzell mit allen Masken in das kleine Dorf am Ellbach aufgemacht hatte. Egal ob schwarze Katz, Hansel oder Neideck Hexe, alle waren sie gekommen um mit den Ellwangern deren Straßenfasnet zu feiern.

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Da, wo die Ampfelbronner Holzwürm durchgelaufen sind, da haben sie ihre Hobelspäne-Spuren in den Haaren hinterlassen, bei hübschen jungen Mädchen wie bei dem schon etwas angegrauten Straßen-Moderatorenpaar Alex Wild und Günter „Turbo“ Angele.

„Siesch dr Butz gucka – mit ra Zahlucka“ schallte es unter den Masken der Unterschwarzer Butza hervor. Wobei die Zähne der jungen Gardemädchen durchaus – dank ihres Lächelns –ganz ansehnlich waren. Ansager Alex Wild fragte angesichts der beiden einen Ghettoblaster schwingenden Gardemädchen aus Unterschwarzach, ob man die jetzt wohl als Boxenluder bezeichnen dürfe? Als „Buße“ durfte der durchaus fitte Wild – bei guter Tagesform schafft er auch einen Spagat – danach gemeinsam mit den Gardemädchen aus Eberhardzell einen flotten Can-Can auf die Ellwanger Hauptstraße zaubern.

Akrobatik vom Feinsten

Ob Narren-Karussell wie bei den Mühl-Hexen, Pyramidenbau wie bei den Neideck-Hexen, die davon gleich zwei parallel aufbauten, oder ein Besenritt wie bei den Fegsand-Hexen, vor allem in den Hexenzirkeln wurde Akrobatik groß geschrieben.

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Ob die Bad Wurzacher Riedmeckeler wohl noch den Bürgerentscheid gegen den Turm im Hinterkopf hatten? Auf jeden Fall bauten sie einen solchen, auf dessen Spitze sich der Hopeditz präsentierte. Die Großgemeinde war mit fünf Zünften und drei Musiken vertreten. Neben den Wurzachern selbst und Schwaazer Butz waren natürlich die Haidgauer Chadaloh mit dabei, die seit Urzeiten den Ellwangern freundschaftlich verbunden sind.

Die Hauerzer Baadgoischdr durften natürlich als Nachbarn nicht fehlen. Und D´Langjupp Seibranz hatte sich im Gefolge der Vollgasbänd die Dienste eines ganz prominenten Däfeles-Bua gesichert: der Seibranzer Zunftmeister Willi „WilliBu“ Butscher höchstpersönlich kündigte seine Narrenzunft mit der überdimensionalen Langjupp-Figur an. Einen ganz besonderen „Chef“ hatten auch die Schalmeien d`Riedspatza dabei: Wolfgang Lahl ist im Hauptberuf Bürgermeister von Weil im Schönbuch. Die dritte „Musik“ war der Fanfarenzug Bad Wurzach, der im vergangenen Jahr seinen 60er feierte und sich dafür fasnetlich neu einkleidete, mit topmodischer Leo-Hose und Lila Kunstpelz-Jacke.

Einen echten Drehwurm hatten hinterher die Mädchen, die bei den Daaschora-Weibla Tannheim „zufälligerweise“ in deren Dreh-Gretta fielen. Nach zwanzig wahnwitzig schnellen Runden links herum und ebenso vielen rechts herum war das aber auch kein Wunder…

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Viel Qualm dabei

Nach dem Motto „Nach mir die Sintflut” (bzw. der Waldbrand) ließen es die Waldhexen aus Osterhofen richtig qualmen. Ähnliches boten auch die Otterswanger Grottafanger mit ihrem qualmenden Spinnenmobil.

Mit den weitesten Weg auf sich genommen hatten die Lauinger Hexen, die Heimatzunft von Alex Wild sowie die beiden Ulmer Zünfte mit Gauga Ma und Hagelhex. Den Abschluss des Zuges bildete dann der „Mischwald“ bestehend aus einigen Bahwaldbohle und den Baindter Rasplern.

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Zum Umzug trugen alle Vereine des Ortes ihren Teil bei, um die zahlreichen Narren und Gäste zu versorgen. So gab es bei der Feuerwehr Kaffee und Kuchen, in der Halle und um die Halle sorgte die Zunft für die Verpflegung. Bei der Grundschule versorgte der Musikverein Ellwangen die Narren und Zuschauer mit Leberkäs-Wecken, die so gut mundeten, dass „Neandertaler“ Walter Engeser schon während des Umzugs den Ausverkauf vermelden musste. Aber Flüssignahrung – zwei Bier ersetzen eine ganze Mahlzeit – half dem einen oder anderen über diesen Schmerz hinweg.
Text und Bilder: Uli Gresser

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Fotos: Ulrich Gresser

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