Häusle, Ulmschneider und Schad sorgten bei Silvesterkonzert für frischen Wind
Bad Wurzach – Üblicherweise spielen die beiden Trompeter Hermann Ulmschneider und Martin Schad gemeinsam mit Robert Häusle an der Orgel fast ausschließlich Werke der Barockzeit.
Hermann Ulmschneider
Hermann Ulmschneider, Trompete, studierte am Landeskonservatorium für Vorarlberg in Feldkirch das Fach Trompete bei Prof. L. Hillbrand. Im Jahr 1992 schloss er sein Studium mit der Diplommusiklehrerprüfung ab. Nach dem Studium besuchte er mehrere Meisterkurse u.a. bei Prof. E. Tarr in Basel und O. Sauter, Staatsoper Bremen. Derzeit unterrichtet er an den Jugendmusikschulen Lindau und Bad Wurzach. Er leitet mehrere Bläser-Ensembles. Zudem ist Hermann Ulmschneider Solo- Trompeter in der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben und Mitglied bei den „Akademischen Schlossbläsern“. Als Trompetensolist tritt er im In- und Ausland auf.
Martin Schad
Martin Schad, Trompete, studierte nach dem Abitur – u. a. im Hauptfach Musik – am Richard Strauss-Konservatorium München bei Prof. Uwe Komischke (Solotrompeter Münchner Philharmoniker) und Prof. Wolfgang Guggenberger. Den Abschlüssen zum Diplom-Musikpädagogen (Hochschule München) und zur Staatlichen Musik- und Orchesterreife folgten Meisterkurse u.a. bei Wynton Marsalis, Hakan Hardenberger oder Prof. Vincent DiMartino. Heute arbeitet er als Lehrer für Trompete an den Musikschulen Memmingen und Bad Wurzach. Seit seiner Studienzeit spielt Martin Schad in verschiedenen klassischen Orchestern (z.B. Münchner Symphoniker), ist Mitglied der „Akademischen Schlossbläser“ oder konzertiert als Solist.
Robert Häusle
Robert Häusle, Orgel schloss seine Schulzeit mit dem Abitur in Bad Wurzach ab. Seine musikalische Ausbildung genoss er in Klavier, Orgel und Violoncello. Es folgten ein Musikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart mit Schwerpunkten in den Bereichen Orgel, Cembalo, Klavier und Gesang sowie das Studium der Geschichte an der Universität Stuttgart. Die Teilnahme an internationalen Kursen ergänzten seine Studien. Nach der Pensionierung als Schulleiter betreibt Robert Häusle weiterhin eine rege Konzerttätigkeit im solistischen, kammermusikalischen und oratorischen Bereich, wie jüngst mit dem Kirchenchor, mit dem er in St. Verena die ersten drei Cantaten von Bach´s Weihnachtsoratorium zur Aufführung brachte.
Das Trio eröffnete sein diesjähriges Silvesterkonzert in der St. Verena nicht wie sonst üblich mit dem sehr festlichen „Einzug der Königin Saba“ aus der Oper Salomon von Georg Friedrich Händel, sondern mit dem Concerto in D-Dur von Francesco Manfredini (1680 – 1748) mit den Sätzen Allegro – Lento – Allegro, das jedoch dem Traditionsstück von Händel an Festlichkeit in nichts nachstand.
Ihm ließen sie mit dem kurzen, eigentlich für Klavier geschriebenen „Pavane (Op. 50)“, eines der bekanntesten Werke von Gabriel Fauré (1845-1924) folgen. Dieses Stück ist einem spanischen Tanz nachempfunden, bei dem die beiden Trompeter im Wechsel mit Häusle genau das zum Ausdruck brachten, was sein Lehrer Camille Saint-Saens über Faurés Musik sagte: Faurés Stücke zeichnen sich durch „parfümfreien Charme und gebändigte Melancholie“ aus. Maurice Greene und später sein Schüler William Boyce waren englische Komponisten des Barock. Von ihnen spielten die Musiker die Suite of Trumpet Voluntaries mit ihren Sätzen Largo Andante – Larghetto – Vivace.
Robert Häusle, der mit Karl-Guter als Registrant ein eingespieltes Team bildet, konzentrierte sich in diesem Jahr bei seinen Orgel-Solo-Werken auf den französischen Komponisten und Organisten Alexandre Guilmant (1837-1911). Er spielte zunächst den Marsch in F-Dur von 1876. Später, als die beiden Trompeter sich auf dem Weg von der Orgelempore zum Altarraum befanden, La Creche (die Krippe) und während ihres Rückweges den Marsch in D-Dur.
Ebenfalls Tradition ist es bei den Silvesterkonzerten, dass das Publikum – an diesem Spätnachmittag waren rund 180 Musikliebhaber in die St. Verena-Kirche gekommen – die Musiker bei mindestens einem Stück zu Gesicht bekommen. Dabei spielten die drei Musiker das Concerto in F-Dur des deutschen Barockkomponisten Johann Friedrich Fasch. Und ausgerechnet dabei geschah der Albtraum aller Musiker: Das kircheneigene elektronische Instrument, auf dem Häusle die beiden Bläser als Organist begleitete, hatte sich aufgrund der sehr niedrigen Temperaturen in der Kirche plötzlich in einen anderen Modus geschaltet, so dass Häusle den bereits begonnen Satz nach wenigen Takten abbrechen musste.
Das offizielle Konzertprogramm beendeten die drei musikalischen Ausnahmekönner wieder auf die Orgelempore zurückgekehrt mit dem Concerto in D-Dur von dem berühmten venezianischen Barock-Komponisten Antonio Vivaldi. Damit wollte sich das Trio vom Publikum verabschieden, doch die stehenden Ovationen wollten kein Ende nehmen, weswegen es als Zugabe noch Händels Wassermusik, also die passende Einstimmung auf die Jahreswechselparty, gab.
Text und Bilder: Uli Gresser
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