Fasnet in Bewegung: Dynamische Fotos der fünften Jahreszeit
Bad Wurzach – Unter dem Titel „Fasnet im Ländle“ präsentiert der Bad Wurzacher Künstler Manfred Montwé Fasnetsbilder aus der Region in der Galerie im Maria Rosengarten.
Die 260. Kunstausstellung der städtischen Galerie wurde mit einem besonderen Highlight eröffnet: Anlässlich des Jubiläums „75 Jahre D’Riedmeckeler Bad Wurzach“ waren mehrere Vertreter der Narrenzunft D´Riedmeckeler im „Häs“ anwesend.
Doris Schäfer, die gemeinsam mit Christel Linge die Ausstellungen in der Stadtbücherei organisiert, begrüßte die Vernissage-Besucher im Namen der Galerie, während Klaus Schütt als Stellvertreter für Bürgermeisterin Alexandra Scherer im Namen der Stadt die „fünfte Jahreszeit“ einläutete. Philipp Kohler untermalte die Vernissage mit Stimmungsmusik auf seinem Akkordeon.
Der Künstler Manfred Montwé, der die Gäste persönlich in die Ausstellung einführte, studierte von 1958 bis 1963 Grafikdesign und Fotografie an der Werkkunstschule Wuppertal, arbeitete als Art Director in Düsseldorfer Werbeagenturen und ist seit 1980 als selbstständiger Grafik-Designer tätig. Seine Mitarbeit an der Ausstellung des koreanischen Musikers und Komponisten Nam June Paik, dem Erfinder der Videokunst, im Jahre 1963 in einer Galerie in Wuppertal, begründete seinen großen Ruf: Die Fotoserie zu dieser Ausstellung fand ihren Weg in die Staatsgalerie Stuttgart, ins Museum Moderne Kunst in Wien, aber auch ins Nam June Paik Art Center im fernen Korea.
Seit vielen Jahren in Steinental wohnhaft, dokumentierte er gemeinsam mit Adelgund Mahler und dem Dokumentarfilmer Günther Vlieckx die Zeitzeugen der Torfarbeit im Wurzacher Ried. Das Naturschutzzentrum beauftragte ihn 2011 mit der Filmdokumentation des Wurzacher Riedes für die neue Ausstellung „Moor Extrem“.
Dynamik der Fasnet festhalten
In seiner nun eröffneten Ausstellung zeigt er nun eindrucksvolle Fotografien von verschiedenen Fasnetsumzügen, darunter auch Aufnahmen der Narrenzünfte aus der Region, die in der Zeit zwischen 2012 und 2016 entstanden sind. Dabei war es ihm wichtig, die Dynamik der Fasnet festzuhalten. „Ich kenne den Karneval in Düsseldorf und im Rheinland aber ich halte die Fasnet für ursprünglicher und persönlicher.“ Ein wichtiger Aspekt für ihn sei auch der Identitätswandel, der bei den Hästrägern mit ihrer im Wortsinne „aufgesetzten“ Maske erfolgt. Ihn faszinierte auch die Energie, die von den auf den Bildern abgebildeten Umzugsteilnehmern ausging.
Riedmeckeler präsentierten Originalhäser
Viel Zeit investiert hatten auch die Mitglieder Kathrin Neher, Bastian Tetzlaff und Niki Riss des Zunftrates der Riedmeckeler, die der Ausstellungseröffnung mit einigen Originalhäsern, in denen Schaufensterpuppen steckten, ein besonderes Flair verlieh. Die Zunft feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum. Daher präsentierten die Zunftmitglieder als besondere Zugabe die Sagen, die hinter den einzelnen Figuren Riedmeckeler, Schnepfle, Moorweible, Muetes, der Einzelmaske der Burgfrau und dem Till Eulenspiegel ähnlichen Hoppeditz stecken, die alljährlich in der Fasnet unterwegs sind.
Ausstellung läuft bis 16. März
Die Ausstellung ist im „Maria Rosengarten“, Rosengarten 3, im 2. Obergeschoss in der Stadtbücherei zu sehen und kann bis zum 16. März während der regulären Öffnungszeiten besucht werden. Der Eintritt ist frei.
Die Öffnungszeiten der Stadtbücherei: Dienstag 10 – 12 Uhr, 14 – 18 Uhr, Mittwoch. 14 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 18 Uhr, Freitag 14 – 18 Uhr, Samstag 10 – 12 Uhr.
Weitere Infos: Stadt Bad Wurzach, 07564 302-110 oder Christiane Linge, 07564 2483 bzw. Doris Schäfer, 07564 3674.
Text und Bilder: Uli Gresser
Viele Bilder in der Galerie
















