Familiäre und gemütliche Atmosphäre beim Zunftmeisterempfang in Haidgau
Haidgau – Die Haidgauer Chadalohs haben im vergangenen Jahr ihren 50er gefeiert. Deswegen fiel der diesjährige Narrensprung mit 48 Umzugspositionen kleiner aus als der des Vorjahres, weswegen es auch beim Zunftmeisterempfang – mit Ausnahme vielleicht bei den Ehrungen verdienter Hästräger durch das ANR-Präsidium – familiär und gemütlich zuging.
Neues gab es gleich zu Beginn des Empfanges: Die Hoigamer Stroaßa Hup´r sahen sich wie schon beim Kuhschwanzlüften personell außerstande, genügend Personal für den Empfang aufbieten zu können, so dass sich wie schon am Dreikönigstag kurzerhand die „Hoigamer Zunftmusi“ bereit erklärte, den Empfang musikalisch zu eröffnen. Das tat diese und brachte sofort den Kreislauf der Zunftvertreter in Wallung.
Gastgeschenk von der Bürgermeisterin
Auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer machte der Haidgauer Narrenzunft ihre Aufwartung und übergab, begleitet von einer kurzen Ansprache in Reimform, den Zunftoberen Daniel Wassner und Peter Rösch ihr Gastgeschenk.
Auszeichnung mit Hästräger-Orden
Danach betrat das vielköpfig vertretene ANR-Präsidium, allen voran Andreas Heine-Strahl, Bad Wurzachs neuer Stadtbaumeister, der als Brauchtumer des ANR in Haidgau ein Heimspiel hatte, die Bühne. Auf dem großen Samtkissen mitgebracht hatte er drei Orden des ANR. Mit dem Hästräger-Orden ausgezeichnet wurden Lennart Kohler und Tobias Hildebrand. Den Ehrenhäs-Orden mit Silberkranz an sein Häs angeheftet bekam Tobias Maucher, eine ganz besondere Ehrung mit der die Haidgauer Narren und der ANR dessen besonderen Leistungen für die Fasnet würdigten.
Sozusagen zur Entspannung hatte im Anschluss daran der Haidgauer Narrensamen mit seinem Tanz einen großen Auftritt, der natürlich die Halle begeisterte und in einer ebenfalls begeisternden Zugabe mündete, die selbst das ANR-Präsidium und die Ehrengäste nicht auf den Sitzen hielt.
Scheitern beim Krawattenbinden
Die erste schwerere Prüfung erlegte „der Schwede“, Zunftmeister der Vogter Heufresser, dem Haidgauer Zunftmeister Daniel Wassner auf. Der dienstlich nicht an Dresscode-gemäßes Outfit gewohnte Zunftmeister (außer in der Fasnet!) sollte innerhalb weniger Minuten gleich mehrere Krawatten binden. Dabei konnte er natürlich sehr zum Gaudium des Publikums nur scheitern, zumal sich schon die erste – in Rot – die sich farblich mit der roten Weste der Haidgauer biss und am Hals von Wassner eher einer Schlinge, die sich nach und nach zuzieht, glich.
Beim nächsten Spiel, das die Vogter vorbereitet hatten, aber zeigte sich, dass Wassner und sein Vize Peter Rösch ein gespieltes Team sind: Von Wassner rückwärts über Kopf geworfene Heubällchen und Tischtennisbälle fing der Vize souverän mit einem Zylinder auf.
Die Alttanner Höllteufel brachten dieses Team zum Tanzen, die Zunftmeisterin Christine Adamski der Bergatreuter Narrenzunft Berengar pflegte ihre innigen Kabbeleien mit Daniel Wassner. Der Zunftmeister der Dornstadter Dora-Weibla, Andrej Niederreiter, hatte wie immer ein Gedicht als Gastgeschenk dabei. Auch bei dieser Zunft fungierten die Haidgauer als „Gette“. Die Vertreterinnen der Hoigamer Stroaßa Hup´r entschuldigten sich noch einmal für ihren Ausfall für den Zunftmeisterempfang.
Dann war wieder der große Auftritt von Turbo Angele. Ein wenig hatte den gelernten Gärtner der Auftritt von Wasi beim Zunftmeisterempfang vor dem Ellwanger Narrensprung an seiner Berufsehre gepackt: Dort hatte Wasi nämlich – wie Angele sich jetzt ausdrückte – „als kotzkähler Allgäuer“ – einen Apfel abgebissen und mit dem Kommentar: „Der wird scho awachsa“ weggeworfen. Im Gegenzug erhielt Wasi als Gastgeschenk einen liebevoll einbetonierten künstlichen Apfelbaum, an dem die Äpfel mit Drähten befestigt waren. Ein besonderes, persönlich an die Adresse der Ehrenzunftmeisterin Doris Bendel gerichtetes Geschenk dabei hatten die Bockstall Narren aus Weingarten, weil Bendel mit ihrem Mann Ernst maßgeblich an der Entwicklung von deren neuester Fasnetsfigur beteiligt war.
Zur Beep-Show wurde der Auftritt der Vertreter der Haidgauer (…) Sippe, die das alte deutsche Volkslied „Lustig ist das … Leben, fahria faria hoh“ zum besten gaben und immer statt dem verbotenen Wort zu einem Beep greifen musste. Hochprozentiges trinken durften die Gastgeber bei den Altheimer Fegsand-Hexa, während der Fanfarenzug Bad Wurzach einen „Selbstgebrannten“ für ruhige Stunden im Narrenstüble dabei hatten, der die Gemarkungsgrenzen von Bad Wurzach nie verlassen hatte.
Apropos Musik: 13 der 48 Umzugspositionen machten Musik, Fanfaren, Schalmeienzüge, Lumpenkapellen und Guggenmusiken machten die Würze des Narrensprunges aus. Oder wie Daniel Wassner zum Abschluss sagte: „En Koch dät saga, Fasnet ohne Musik ka ma essa, schmeckt aber it.“
Text und Bilder: Uli Gresser
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Fotos: Ulrich Gresser
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