Diesjährige Feierabend-Gaudi glänzte mit Top-Programm
Bad Wurzach – Die achte Auflage der Feierabend-Gaudi der Narrenzunft d´Riedmeckeler Bad Wurzach hatte an Mittwochabend, 11. Februar, alles, was ein guter „Zunftball“ braucht: Mit Wild-Bock eine gute Party- und Stimmungsband, ein hervorragendes, zum Großteil selbstgemachtes, Programm und ein toll mitgehendes Publikum.
Nachdem die Band schon einige musikalische Runden gedreht hatte, darunter für ein Geburtstagskind namens Heidi das entsprechende Lied aus der Schweiz sowie das obligatorische Happy-Birthday, begrüßte Zunftmeister Dominic Neher das Publikum im Namen der Narrenzunft zu dieser wegen des Jubiläums ganz besonderen Feierabend-Gaudi, durch dessen Programm Kathrin Neher und Markus Birk führten.
Dann wurde es laut: Die Vollgas Band enterte die Bühne über eine extra für diesen Zweck gebaute mobile Treppe bzw. die großzügige, zuvor auch schon fleißig genutzte Tanzfläche.
Moderiert von Kathrin Neher und Markus Birk
Danach betraten die Moderatoren erstmals die Bühne, die dann zwischen den einzelnen Programmpunkten nicht nur kurze Ansagen machten, sondern auch einen Rückblick auf die 75jährige Geschichte der 1951 gegründeten Zunft warfen. Die Highlights waren dabei der erste Rosenmontagsumzug im Jahre 1965, die Einführung der in den Stadtfarben gewandeten Schnepfle´s Maske 1968 – in einer Zeit, wo es noch fünf Bälle in Bad Wurzach gab. 1973 brachten einige Masken der Zunft die Fasnet nach Irland und 1996 nach Prag, 1979 mussten die gerade angeschafften Wimpel für den Umzugsweg gleich wieder abgehängt werden, weil sie nicht den Vorstellungen des Stadtbauamtes entsprachen. Perfektes Timing bewiesen die Organisatoren des großen Marktes im Jahr 2000, als der Kinderumzug direkt zwischen den Marktständen hindurch defilierte. Stargast bei der Party zum 50-Jährigen war 2001 Jürgen Drews, beim 66-Jährigen 2017 kam Schlagersängerin Mia Julia ins Festzelt bei der Riedsporthalle. Im selben Jahr fand erstmals die Feierabendhockete statt, die dann zur Feierabend-Gaudi wurde.
Maskentanz
Das Programm eröffneten die Masken der Zunft mit ihrem Maskentanz. Es war eine sportlich-akrobatische Höchstleistung, die die Hästräger auf der Bühne boten. Für die obligatorische und lautstark geforderte Zugabe bauten die Tänzerinnen und Tänzer hinter dem geschlossenen Bühnenvorhang verschiedene Pyramidenkombinationen.
Die beiden zunfteigenen Zauberer Siegfried und Joy sorgten mit ihren lustigen – mehr oder weniger funktionierenden – Tricks für so manchen Lacher oder ließen auch mal einen aus, mit dem Argument: „Sie kennen ja den Trick mit dem Seil, das man zerschneidet und dann wiederzusammensetzt? Na dann sparen wir uns viel Zeit und lassen das.“
Ein Fixpunkt bei der Feierabend-Gaudi sind inzwischen die Mädels des Zunftballetts der Narrenzunft Brochenzell. Die 15 jungen hübschen Damen verfügten über eine hervorragende Kondition, bewegten sich wieselflink und synchron mit einer Präzision, die der Perfektion von professionellen Tanzgruppen sehr nah kam.
Den zweiten Teil nach einer gut genutzten Tanzpause eröffneten die Tänzerinnen und Tänzer der Zunft mit dem „Jahrzehnte-Tanz“, bei dem die einzelnen Gruppen aus jedem Jahrzehnt die damals aktuellen Tanzmoves präsentierten wie etwa den Disco der 70er oder etwa den von Michael Jackson erfundenen Moonwalk in den 80ern. Bis hin zu den Corona-Maskentragenden 2020ern. Zum großen Finale standen dann die Einzel-Gruppen gemeinsam auf der Bühne und boten dem begeisterten Publikum ein Finale á la Garde.
Im Torfbähnle lässt es sich trefflich über das Stadtgeschehen philosophieren, vor allem wenn es sich nur virtuell bewegt: Themen der Gesprächsrunde war natürlich der nicht vorhandene Aussichtsturm im Ried, der Hausärzte-Mangel „Ich sehe meinen Arzt höchstens mal beim Bäcker“. Aber auch die Elterntaxis auf dem Schulweg wurden in Theorie und Praxis thematisiert: „In der Praxis laufen die Kinder und die Eltern fahren nebenher“ hieß es da recht bissig.
Mit den Zipfelklatschern servierte die Narrenzunft den Feierabend-Gaudi Besuchern noch einmal einen „Spezialtanz“, nachdem das Moderatoren-Duo und Zunftmeister Dominic Neher sich zunächst bei den Sponsoren bedankt hatte und noch einmal für die „Riedbeben“ getaufte Jubiläumsfeier am kommenden Sonntag die Werbetrommel gerührt hatten. Nach einem erneuten Auftritt der Vollgas-Bänd war es für die Besucher an der Zeit, selbst das Tanzbein zu schwingen und/oder die Angebote der Bar zu inspizieren.
Text und Bilder: Uli Gresser
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