Der Geboldinger Vorfunken
Geboldingen (rei) – Am Samstagabend (21.2.) brannte oberhalb von Geboldingen ein großes Feuer. Manch einer mag für sich gedacht haben: Waren da Unholde am Werk? Wurde der Funken vorzeitig von fremder Hand abgebrannt? Denn das Anzünden des Geboldinger Funkens war im „Grünen Blatt” (Ortsteil Arnach) für Sonntag (22.2) angekündigt gewesen. Ein Anruf bei Manfred Miller, dem Grundstücksbesitzer, am Sonntagmorgen verschaffte Klarheit: Die Geboldinger Funkenbauer, die die ganze Nacht Feuerwache gehalten hatten, hatten sich ein wärmendes Feuer bereitet. Also Entwarnung. Der Geboldinger Funken wurde, wie es seit Jahrhunderten landauf, landab der Brauch ist, am Funkensonntag abgebrannt – eine Tradition, die in Geboldingen seit Jahrzehnten hochgehalten wird.
Angezündet wurde der Geboldinger Funken am Sonntag um 19.00 Uhr. Damit der durchnässte Holz- und Reisig-Haufen Feuer fing, wurde ein Laubbläser quasi als Blasebalg eingesetzt. Die Jugend aus Geboldingen und vom Greut sorgte für Bewirtung.
Anm. d. DBSZ-Red.: Dass das Funkenfeuer seinen Platz am Sonntag Invocavit hat – dem 1. Fastensonntag, drei Tage nach Aschermittwoch – belegt Heimatpfleger Stephan Wiltsche mit einem lesenswerten Aufsatz, den wir in der Bildschirmzeitung am 19. Februar 2024 erstmals veröffentlicht hatten und den wir wegen der da und dort erkennbaren Tendenz, den Funken auf den Samstag vorzuverlegen, erneut publizieren. Es mag Gründe für den Samstagstermin geben – der Besuch ist vielleicht stärken und bleibt länger, für das Aufräumen muss man keinen Urlaubstag am Montag opfern; aus Traditionsgründen, man kann auch sagen, aus kulturwissenschaftlicher Sicht, ist es der falsche Tag.
Lesen Sie hierzu den Beitrag von Stephan Wiltsche, dem Vorsitzenden der Heimatpflege Württembergisches Allgäu:













