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Stadt und Vereine und Institutionen bieten Hilfe und Informationen zur neuen Heimat

50 Neubürger kamen zum Empfang der Stadt



Foto: Ulrich Gresser
Bürgermeisterin Scherer unterhält sich mit einem neuzugezogenen Paar.

Bad Wurzach – Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Martin Tapper vom Bürgermeisteramt informierten im Rahmen des Neubürgerempfanges neu nach Bad Wurzach gezogene Bürger über die geographische und politische Struktur, die wichtigsten Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten und Feste der Stadt, und über die zahlreichen Möglichkeiten, sich einem Verein anzuschließen.

Musikalisch eröffnet von Linda Weishaupt und Leni Angele

Musikalisch begleitet wurde der Empfang, den rund 50 Neubürger besuchten, von zwei Klavierschülerinnen der Jugendmusikschule. Linda Weishaupt eröffnete den Empfang mit „Regentropfen-Prelude“, und Leni Angele setzte den musikalisch-würdigen Schlusspunkt.

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Grußwort der Bürgermeisterin

Bürgermeisterin Alexandra Scherer freute sich in ihrer Begrüßung, dass so viele neue Bürger der Stadt der Einladung gefolgt waren, ehe sie in ihren Vortrag einstieg. Bad Wurzach sei eine Gemeinde mit vielen Aspekten: Die 182 Quadratkilometer der drittgrößten Flächengemeinde Baden-Württembergs bestehen zu 45 Quadratkilometer aus Wald, 103 Quadratkilometer werden landwirtschaftlich genutzt. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche, die größer als das Fürstentum Lichtenstein ist. Leider habe man nicht dessen Finanzkraft. Neben dem Kernort gehören noch neun Ortschaften und insgesamt 234 Weiler und Wohnplätze zur Gemarkung Bad Wurzach. Bad Wurzach ist das älteste Moorheilbad Baden-Württembergs und trägt seit 1950 den Titel Bad. Es besitzt mit dem Wurzacher Ried ein mit dem Europa-Diplom ausgezeichnetes Naturschutzgebiet und kann mit dem Heilig-Blut-Fest die zweitgrößte Reiterprozession Mitteleuropas bieten.

Bad Wurzach unterhält vier Städtepartnerschaften – seit 1988 mit Luxeuil-les-bains in Frankreich, seit 2000 mit Wallingford (England) und Popielow (Polen) sowie seit 2002 die geschichtsträchtigste mit St. Helier auf der Kanalinsel Jersey.

Neben dem Heilig-Blut-Fest als größtem religiösen Fest ist ein weiteres kulturelles Highlight der alle zwei Jahre vergebene Friedrich-Schiedel-Literaturpreis. Er ist einer der höchstdotierten Literaturpreise Deutschlands. Preisträger waren unter anderem schon Golo Mann, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt und Martin Walser, der aktuelle Preisträger Prof. Ewald Frie war am vergangenen Sonntag mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Mittlerweile über 15.000 Einwohner

Dass Bad Wurzach als Zuzugsstadt beliebt ist, zeigt die Bevölkerungsentwicklung in den letzten 35 Jahren: Seit 1990 stieg die Einwohnerzahl von rund 13.800 auf 15.043 im Sommer 2024 (nach Zensus). Rund 4.000 Sozialversicherungspflichtige erwirtschaften in den Branchen Maschinenbau, Handwerk, Handel, Kur/Gesundheit, Landwirtschaft und Verpackungsindustrie die entsprechenden Steuereinnahmen, mit denen die Stadt ihre Infrastruktur unterhält. Rund 400 Mitarbeiter sind bei der Stadt, in den Ortsverwaltungen, im Kurbetrieb, in Schulen und Kindergärten, der Bücherei, dem Bauhof und der Kläranlage beschäftigt. Insgesamt gibt es für die Kinderbetreuung sechs städtische Kindergärten (inkl. zwei Kinderkrippen und einem Waldkindergarten) sowie sechs kirchliche Kindergärten.

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Alle Schularten geboten

Bad Wurzach bietet das komplette Spektrum an Schulen: rund 2100 Schüler werden in 100 Klassen unterrichtet: In acht Grundschulen, dem SBBZ, einer Werkrealschule, einer Realschule und dem Gymnasium Salvatorkolleg. Dazu kommt noch die Volkshochschule sowie die Sprachheilschule in Arnach.

Neben dem mit dem Europa Diplom ausgezeichneten Ried, aus dem nach dem ersten Weltkrieg Brenntorf bis nach Stuttgart geliefert wurde – daran erinnert noch der damals daraus entstandene Stuttgarter See – als Naturdenkmal liegen in ihm auch die Wurzeln für den Titel Moorheilbad: Bereits 1936 wurde von den armen Schulschwestern im Kloster Maria Rosengarten das erste Moorbad abgegeben. Gemeinsam mit der Therme (100.000 Besucher im Jahr), der 2018 sanierten Moorbadeabteilung und dem 2020 sanierten Kurhotel bietet Bad Wurzach Erholungsuchenden echtes FeelMoor-Feeling.

Das 1985 gegründete Naturschutzzentrum, das für die Riedpflege zuständig ist, hatte vor wenigen Wochen sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Dessen Erlebnisausstellung Moor-Extrem wurde 2013 eingerichtet. Ein weiteres Highlight ist das Oberschwäbische Torfmuseum und das Torfbähnle, das während der Sommersaison alle zwei Wochen Fahrten ins ehemalige Torfabbaugebiet macht. Weitere Sehenswürdigkeiten sind neben dem Schloss mit seinem Barocktreppenhaus und dem Deckengemälde, das den Griechischen Götterhimmel zeigt, die Gottesbergkirche auch das Leprosenhaus mit Sepp Mahler Museum.

Martin Tapper gibt Überblick über Vereine

Martin Tapper – bei der Stadtverwaltung u.a. für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig – gab danach einen kurzen Abriss über das Vereinswesen in der Stadt und den Teilgemeinden. Neben zahlreichen Sportvereinen gibt es in fast jeder Gemeinde einen Blasmusikverein, dazu einen Posaunenchor der evangelischen Kirche, aber auch viele Chöre (kirchlich wie weltlich) die sich über Verstärkung freuen würden. In jeder Gemeinde gibt es eine Feuerwehrabteilung, beim Feuerwehrhaus in der Stadt wird der Feuerwehrnachwuchs ausgebildet. Neben den verschiedenen Ortsvereinen von Hilfsdiensten wie DRK, JRK und DLRG gibt es zahlreiche weitere Vereine mit sozialer Ausrichtung: Den Krankenpflegeverein, Altenpflegeverein, eine Hospizgruppe, die Betreiber des Tafelladens, Herz und Gemüt oder Treffpunkt Asyl. Freunde des Bauerntheaters kommen in Arnach, Hauerz und Ziegelbach auf ihre Kosten. Insgesamt sieben Narrenzünfte pflegen in der fünften Jahreszeit das Fasnetsbrauchtum. Der Partnerschaftsverein pflegt die Verbindungen zu den einzelnen Partnerstädten. Im ökumenischen Miteinander arbeiten die vier christlichen Gemeinden zusammen: Bei Gottesdiensten, Friedensgebeten, Essen für alle und beim Kleiderladen Jacke-wie Hose arbeiten sie harmonisch zusammen. „Ich lade sie ein, deren Angebote anzunehmen,“ schloss Martin Tapper seinen Vortrag.

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Bei Häppchen und Getränken hatten die Neubürger danach Gelegenheit, mit den rund 30 Vertretern von Vereinen und Institutionen, den Gemeinderäten und Ortsvorstehern ins Gespräch zu kommen und das Willkommensgeschenk der Stadt am Informationstisch der Vereine und Institutionen in Empfang zu nehmen.
Text und Bilder: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



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Fotos: Ulrich Gresser

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