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Daniel Lämmle und Thomas Högg

Zwei Stadtjäger für Bad Waldsee



Foto: Brigitte Göppel
Daniel Lämmle (re.) und Thomas Högg (li.) wurden am Montag offiziell als Stadtjäger eingesetzt und sind künftig für Wildtiere im Stadt- und Wohngebiet zuständig.

Bad Waldsee – Die Stadt Bad Waldsee hat früh erkannt, dass Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier im urbanen Raum (Siedlungs- und Wohnbereich) zunehmen und neue Lösungsansätze erfordern. Statt erst bei akuten Problemen zu reagieren, haben sich die Verantwortlichen der Stadt rechtzeitig mit der Thematik des urbanen Wildtiermanagements (Umgang mit Wildtieren in der Stadt und im Wohngebiet) auseinandergesetzt und ein strukturiertes Angebot geschaffen.

„Wir haben es geschafft, für eine aufkommende Wildtierproblematik frühzeitig eine gute Lösung für alle zu finden. Die Anfragen zu diesem Thema haben sich in den letzten zwei Jahren deutlich erhöht – das Thema an sich gab es aber schon immer“, erklärt Armin Brutschin von der Stadt Bad Waldsee. Die Stadtjäger seien sowohl für Privatpersonen als auch für die Stadt selbst erreichbar, die entstehenden Kosten würden jeweils vom Auftraggeber übernommen. Zuständig bei der Stadt ist die Abteilung Grünflächen.

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„Mit diesem vorausschauenden und tierschutzgerechten Ansatz können wir für mehr Sicherheit, Klarheit und Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger sorgen“, freut sich Oberbürgermeister Matthias Henne.

Zwei Stadtjäger für Bad Waldsee

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So helfen Daniel Lämmle und Thomas Högg bei Konflikten mit Wildtieren

Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier nehmen auch in Bad Waldsee zu. Ob Marder auf dem Dach, Dachs im Garten oder Fuchs im Wohngebiet – solche Situationen können für Betroffene belastend sein. Um Bürgerinnen und Bürger fachkundig zu unterstützen, setzt die Stadt Bad Waldsee auf zwei anerkannte Stadtjäger: Daniel Lämmle und Thomas Högg. Im Interview erklären sie ihre Aufgabe und geben Einblicke in ihre Arbeit.

Was genau machen Stadtjäger?

Stadtjäger unterstützen bei Konflikten mit Wildtieren im sogenannten befriedeten Bezirk, also in Wohn- und Siedlungsgebieten. Wir sprechen bewusst von urbanem Wildtiermanagement, denn es geht nicht in erster Linie ums Jagen. Im Vordergrund stehen Beratung, Prävention und tierschutzgerechte Lösungen.
Durch die zunehmende Bebauung und Verdichtung der Landschaft kommt es häufiger zu Überschneidungen zwischen menschlichem Lebensraum und Wildtierlebensräumen. Reguläre Jagdausübung ist in Wohngebieten jedoch nur sehr eingeschränkt möglich. Hier setzen wir als Stadtjäger an. Unsere Zuständigkeit endet an der Grundstücksgrenze, meist am Gartenzaun.

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Wer kann sich an die Stadtjäger wenden?

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Privatpersonen in Bad Waldsee, die Probleme mit Wildtieren im Wohnumfeld haben. Auch die Stadt selbst kann die Stadtjäger bei Bedarf beauftragen.

Welche Wildtiere verursachen besonders häufig Probleme?

Typische Fälle sind Marder auf Dachböden oder an Photovoltaikanlagen, Dachse im Garten oder Füchse im Wohngebiet. Diese Tiere können Schäden verursachen und teilweise auch Krankheiten übertragen. Zunehmend rückt auch der Waschbär in den Fokus. Er ist eine invasive Art, sehr anpassungsfähig und breitet sich weiter aus. In anderen Regionen sind die Bestände bereits stark angestiegen, und auch hier ist künftig mit mehr Sichtungen zu rechnen.

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Wie läuft ein Einsatz ab?

In der Regel beginnt alles mit einer kostenlosen telefonischen Erstberatung. Dabei wird das Problem geschildert und es werden erste Hinweise gegeben. Häufig ist anschließend ein Vor-Ort-Termin sinnvoll, um die Situation genau zu beurteilen. Ziel ist es zunächst immer, den Lebensraum für das Tier unattraktiv zu machen und es zu vergrämen. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die stetig weiterentwickelt und auch mit Fachstellen und Wildbiologen abgestimmt werden.

Was passiert, wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen?

Wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann als letztes Mittel die Fallenjagd in Betracht gezogen werden – selbstverständlich nur nach Rücksprache mit den Betroffenen. Dabei gelten strenge rechtliche Vorgaben. Zum Einsatz kommen ausschließlich moderne, zugelassene und elektronisch überwachte Lebendfallen. Der Tierschutz hat dabei oberste Priorität.
Sollte in Ausnahmefällen ein jagdliches Vorgehen notwendig sein, erfolgt stets eine enge Abstimmung mit dem zuständigen Jagdausübungsberechtigten.

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Gibt es Situationen, in denen Wildtiere toleriert werden müssen?

Ja. Wer am Ortsrand wohnt, einen offenen Garten ohne Einzäunung hat und viele Rückzugsmöglichkeiten bietet, muss damit rechnen, dass auch einmal ein Wildtier vorbeikommt. Nicht jede Begegnung stellt automatisch ein Problem dar.

Wer sind die Stadtjäger von Bad Waldsee?

Daniel Lämmle, wohnhaft in Unterschwarzach, ist angestellter Stuckateurmeister. Er besitzt seit 2011 den Jagdschein, ist Revierpächter, anerkannter Stadtjäger seit 2023, Revierhegemeister, aktiver Hundeführer und engagierter Wildtierschützer.

Thomas Högg, wohnhaft in Ziegelbach-Haid, ist Beamter im Landratsamt Ravensburg. Er ist seit 2019 Jagdscheininhaber, seit 2022 Naturpädagoge beim Landesjagdverband und engagierter Wildtierschützer, aktiver Hundeführer, Begehungsscheininhaber, jagdlich im Wurzacher Ried tätig und ebenfalls anerkannter Stadtjäger sowie Revierhegemeister.

Kontakt
Bei Fragen oder Problemen mit Wildtieren können sich Bürgerinnen und Bürger direkt an die Stadtjäger wenden.
Eventuell entstehende Kosten werden direkt mit den jeweiligen Auftraggebern abgerechnet.

Daniel Lämmle, Tel.: 0170/1248658, E-Mail: d.laemmle-wtm@freenet.de
Thomas Högg, Tel.: 0151/28144991, E-Mail: t.hoegg@yahoo.de

Für die Stadt Bad Waldsee, Abteilung Grünflächen, Armin Brutschin, Telefon: 07524 944005 oder E-Mail:a.brutschin@bad-waldsee.de.




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