Zehn Meter hoch, gekrönt mit einer Hexe
Kümmerazhofen – Trotz Regen und Kälte, die Kümmerazhofer Funkenbauer ließen sich ihren Funken vom Wettergott nicht vermiesen.
Aufbau bei Regenwetter
Am Samstag stand der Aufbau ganz im Zeichen des Wetters: nass, kalt und ungemütlich. Die Funkenbauer hatten die Köpfe tief in den Jacken vergraben, der Regen tropfte beständig – doch die Stimmung ließen sie sich nicht verderben. Eine gute Portion Humor, auch ein Fläschchen Bier in der Hand, zusammen wurde geschafft, gebaut, die Erdlöcher gegraben, die langen Stangen hinein versenkt, die Querhölzer angebracht, alles mit brennbarem Material aufgefüllt. Und am Abend stand er prächtig da, gute zehn Meter hoch, gekrönt mit einer Hexe, parat, mit lodernder Flamme den Winter auszutreiben.
Trockener Sonntag, viele Besucher

Am Sonntagabend (22.2.) war es trocken. Gute und gerne 200 Leute hatten sich mit Kind und Kegel eingefunden, um den Funken brennen zu sehen. Gutes Schuhwerk war Gold wert. Denn es ging, wie wir Schwaben sagen, in „Kuahranzanacht“ über Stock und Stumpen. Im schmierigen Ackergelände blieb man beinahe stecken. Ein bisschen Abenteuer muss sein.
Getränke- und Speisenstand waren ordentlich frequentiert. Besonders der Braten im Wecken hatte es den Besuchern angetan. Die Preise waren moderat, und so schmeckte die Rote, das Bier oder der Sprudel gleich noch mal so gut. Die Funkenbauer zeigten sich zufrieden mit dem Umsatz. „Aber wenn es uns dann nach der Abrechnung noch zu einem gemeinsamen Essen reicht, dann sind wir mit dem Geschäft schon zufrieden“, schmunzelte einer.

Krach bumm, der Funken fiel um
Um 19.00 Uhr wurde der Funken angezündet. Die Flammen loderten schnell hoch. Fraßen sich durch den Funken nach oben. Gerade leckten die ersten Flammenzungen nach der Hexenpuppe da – krachte der Funken zusammen und fiel funkenstiebend auf eine Seite. „Hat wohl die vorderste Stange nicht gehalten.“ „Oder einer hat sie heute Nacht angesägt“ meinte ein zweiter.
Wie auch immer, es war ein ordentlicher Holzstoß, der da auf der Seite lag und aus dem weiterhin die Flammen schlugen. Gotteseidank war rund um den Funken weiträumig angesperrt, so dass niemand zu Schaden kam.
So bleibt der Funken 2026 in Kümmerazhofen als denkwürdiges und stimmungsvolles Ereignis in Erinnerung. Schön, dass es engagierte Menschen wie die Funkenbauer von Kümmerazhofen gibt, die eine schöne alte Tradition am Leben erhalten.
Text / Fotos: Erwin Linder













