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Winterkonzert der Jugendmusikschule: Judith Rundel gab einen Song des Mega-Stars zu Gehör

Taylor Swift auch in Bad Waldsee gefeiert



Foto: Peter Lutz
Blumen für Elena Becker-Schramm, überreicht von Dr. Martha Geiger (in der Mitte Lia Lemmle). Das von Elena Becker-Schramm geleitete Winterkonzert war wieder ein großer Erfolg – dank der von ihr geführten Gesangsinterpreten, die allesamt überzeugende Leistung erbrachten.

Bad Waldsee – Die Gesangsklasse der Jugendmusikschule Bad Waldsee unter Leitung von Elena Becker-Schramm lud zum 21. Winterkonzert in der Schulmensa auf dem Döchtbühl. Zehn Schülerinnen und Schüler bewiesen höchst überzeugend die Breite und Tiefe ihres erlernten Könnens, egal, ob es sich um Neuschüler oder Fortgeschrittene handelt. Wie immer in den Winterkonzerten mussten Titel sowohl aus Klassik als auch aus Pop von allen vorgetragen werden. Becker-Schramm hatte erneut ihr gewohnt glückliches Händchen bei der Auswahl ihrer Eleven für das Winterkonzert. Mit Spannung erwarteten die vorwiegend jungen Konzertbesucher die Interpretation des Taylor-Swift-Titels „Champagne problems“ durch die örtliche Top-Könnerin Judith Rundel.

Die Gesangslehrerin begrüßte erfreut das zahlreiche Publikum, darunter Bürgermeisterstellvertreterin Sonja Wild, Dr. Renate Rettberg (sie fügte seinerzeit Elena Becker in das Lehrerkollegium der JMS ein), Elisabeth Philipp von der Geschäftsstelle der Jugendmusikschule (JMS), Brigitte Brenner vom Fachbereich Schulen und Bildung in der Stadtverwaltung, Michael Dümmler von der Koordinationsstelle Mensa und alle, die zum Gelingen des Konzerts ihren Beitrag leisten.

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Sophie Blust

Eröffnet wurde das Konzert von Sophie Blust (Bild), die zum bisherigen Klavierunterricht seit sechs Monaten auch den Gesangsunterricht besucht und nun ihr Debüt gab, ihr Klassiktitel war „Lascia il lido“ von Nicola Vaccai. Vaccai war selbst Sänger, aber auch Gesangspädagoge und Komponist, der in seinen Lehrbüchern bis heute gültige und grundsätzliche Unterrichtsmaterialien entwickelte. Sophie ließ den im Titel besungenen Schiffer einfühlsam vom Land stoßen. Auch ihr „Unchained melody“, ein stets gern gehörter Lovesong, gelang ihr in allen Stimmregistern bestens.

Leonie Schreiber

Auch Debütantin Leonie Schreiber (Bild) wählte mit „Delira dubbiosa“ eine Arbeit Vaccais, mit der sie ihre bereits überzeugend gebildete Stimme demonstrierte. Ihre Lehrerin dazu: „In Leonie steckt eine Sopranistin, vergleichbar mit einer Königin der Nacht!“ Mit dem oft einfach instrumentierten Südstaatencountry  „Country roads“ von John Denver wählte sie einen exakt auf ihre Stimme zugeschnittenen Evergreen und erntete dafür starken Applaus.

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Rosalie Geiger

Rosalie Geigers (Bild) Klassiktitel „O cessate“ (A. Scarlatti) stellt üblicherweise hohe Anforderungen an seine Interpreten. Mit kräftiger Stimme, sicher in allen Registern und den jeweiligen Inhalten angepassten Lautstärken meisterte sie gewandt die enthaltenen Herausforderungen. Ihr Poptitel „All I need is a miracle“ (Mike and the Mechanics) verlangt ebenfalls sensibles Eingehen auf den Inhalt des Songs, für Rosalie offensichtlich nicht das geringste Problem!

Judith Rundel

Es folgte Judith Rundel (Bild), die zeitweise die Kurstadt verließ und erfreulicherweise wieder in unserer Mitte ist, so Becker-Schramm. Ihr Klassikbeitrag war „Dolente immagine“ (Vincenco Bellini), in dem großartig die nie erlöschende Liebesglut besungen wird. Diese Kammerarie fordert stimmliche und technische Perfektion. Beides beherrscht Judith herrlich, wie auch ihr Klavierspiel, lobte die Lehrerin. Und das mit großer Spannung erwartete „Champagne problems“ von Mega-Star Taylor Swift beschreibt ja auch etwas countryhaft komplexe und zerbrechliche Gefühle nach Enttäuschungen. Exakt diese Stimmung verinnerlichte sie mit grandioser Stimme, eben fast so wie Swift persönlich! Allein die 13 auf der Hand und Bändchen fehlten (noch)!

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Anna Martinez-Schellong

Anna Martinez-Schellong (Bild) ist wohl Becker-Schramms ganz besondere Jungschülerin, die sie absolut ausnahmsweise mit erst acht Jahren aufnahm und die mit inzwischen zehn Jahren schon ein unglaubliches Stimmvolumen beherrscht. Mit „Mädchenlied“ (Johannes Brahms) bewies Anna erneut ihr reifes Können. Die darin am Spinnrad ihre Brautschätze spinnenden Mädchen konnte man bestens erahnen, nur noch nicht, für wen diese Schätze eigentlich geschaffen werden. Auch die Wahl des Poptitels sprach für die junge Musterschülerin: „La cintura“  (Alvaro Soler), ein spanischer Titel, den Anna mit großer Emotion und natürlich original vortrug, ein echter „Gutelaune-Song“, der etwa an „Macarena“ erinnert.

Celine Schwarz

Celine Schwarz (Bild) brachte in französischer Sprache „Si tu le voulais“ von Paulo Tosti auf die Bühne, ein berührendes Liebeslied. „Ich liebe deine Stimme und denke dabei an Blumenwiese und Frühling“ war das hochverdiente Lob der Gesangspädagogin. Auch mit Adeles „Skyfall“ traf Celine das Herz ihrer Lehrerin. Es ist ein balladenhafter und romantischer Song aus dem gleichnamigen Bond-Film von 2012. Nicht nur stimmlich, sondern auch mit stilechter Körpersprache konnte man mit verbundenen Augen Adele hören und genießen!

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Lia Lemmle

Lia Lemmle (Bild) trug lupenrein in allen Registern Händels „Ah, mio cor“ vor. Mit schwingender Stimme beherrschte sie die schwierigen Wechsel über ganze Oktaven. Mit ihrem „Jar of hearts“ (Christina Perri) tat sie es in der Manier einer starken Frau, wie eben von Perri vorgegeben nach einer endgültigen Trennung.

Benedikt Rundel

Benedikt Rundel entführte die Besucher authentisch in die spanische Stierkampf-Arena, wo Bizet in „Carmen“ die „Arie des Toreador“ zur Eroberung Carmens singen lässt. Die darin enthaltene berühmte Passage „Auf in den Kampf, Torero“ konnte das Publikum fast zum Mitsummen führen. Ganz anders dagegen Lionel Richies Ballade „Hello“ aus dem Jahr 1983, in der es um schöne Beobachtungen und Komplimente geht – zum Dahinschmelzen. Benedikt interpretierte den Evergreen mit rauer bis wunderbar warmer Stimme absolut stilecht.

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Martha Geiger

Martha Geiger (Bild) scheute trotz beruflicher Anspannung wieder mal keine noch so große Herausforderung bei der Wahl ihrer Beiträge, zuerst mit Vaccais Fortgeschrittenlektion „Ah, si tu dormi’, das sie einfühlsam und trotzdem mit imponierend raumfüllender Stimme interpretierte. Noch eindrucksvoller war ihr „Evermore“ aus dem Disney-Film „Die Schöne und das Biest“. Sie erinnert mit ihrer Perfektion geradezu an die großen Interpreten diesseits und jenseits des Atlantiks. Die Musikpädagogin bewunderte ihre Starschülerin mit den Worten: „Das war der Wahnsinn“, eine bessere Benotung konnte man nicht geben. Martha ergriff auch die Initiative zum Vortrag eines Duetts gemeinsam mit Benedikt Rundel. So trugen die Beiden Mozarts „La ci darem la mano“ beinahe schon fast professionell vor, wofür sie von ihrer Lehrerin und vom Publikum begeistertes Lob bzw. Applaus ernteten.

Niklas Dümmler

Niklas Dümmler (Bild) ist ja nicht mehr Schüler, aber die Musikpädagogin hält ihn in ihrer Klasse und lädt ihn weiterhin zu den Konzerten ein. Dafür hat Niklas die Freiheit, sich nicht exakt an die Konzertregeln halten zu müssen. Sein erster Beitrag „Love me or leave me“ (Little Mix) würde sich aber wie Klassik anfühlen, meinte er. Das darin enthaltene Flehen um eine Liebe hat er, begleitet aus der Konserve, wunderbar besungen und erhielt dafür von Becker-Schramm anerkennend ein großesLob. Niklas bedankte sich in Teil zwei des Konzerts mit gleich zwei Beiträgen: „Burning’ und Rocketman“. In beiden Titeln zeigte Niklas seine wunderbar ausgebildeten Stimmmöglichkeiten bis hin zur Kopfstimme, womit er sich wohl auch seine Mitwirkung beim Sommerkonzert der Gesangsklasse gesichert haben dürfte.

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Gekonnt motiviert, einfühlsam begleitet

Es war ein herausragendes Winterkonzert, auch deshalb, weil Elena Becker-Schramm es wie immer versteht, ihre Schüler mit pädagogisch geschickter Motivation zu sehr beachtlichen Leistungen zu führen. Insbesondere gelingt das natürlich auch damit, dass sie am Klavier außergewöhnlich einfühlsam ihre Schüler begleitet, egal, wozu sie sich entscheiden. Absolut zutreffend dankte ihr Martha Geiger beim Überreichen eines Blumengebindes mit den Worten: „Du hast uns zu dem gemacht, was wir alle heute sind!“
Text und Fotos: Peter Lutz   




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