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Bericht von der Jahreshauptversammlung der Narrenzunft Waldsee

Nach 60 Jahren: Die Zunft hat einen neuen Prinzenwagen



Foto: Erwin Linder
Die Jahreshauptversammlung der Narrenzunft Waldsee e. V. endete mit dem gemeinsamen Singen des Elferliedes, an der Ziehorgel begleitet von Zunftmeister Christoph Mayer. Neben dem Waldseer Zunftmeister steht Elmar Kibler, der Ordenskanzler.

Bad Waldsee – Am Dreikönigsmorgen hielt die Narrenzunft Waldsee im Haus am Stadtsee ihre traditionelle Jahreshauptversammlung ab. Zunftmeister Christoph Mayer und seine Räte gaben ihre Rechenschaftsberichte ab und einen Ausblick auf die kommende Fasnet. Einen Verein mit mehr als 3000 Mitglieder zu führen und die Fasnet mit all ihren Aktivitäten zu organisieren ist keine Kleinigkeit. OB Matthias Henne konnte die Vorstandschaft entlasten und dankte für das ehrenamtlich geleistete Engagement.

Unter den ca. 200 anwesenden Mitgliedern konnte Zunftmeister Christoph Mayer neben OB Matthias Henne die Ehrenzunftmeister Franz Mosch und Gerold Klöckler sowie den fasnetsaffinen Künstler René Auer – Schöpfer des Federle-Brunnens auf der Hochstatt – begrüßen.

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René Auer, ein großer Freund der Waldseer Fasnet. Neben dem 91-Jährigen sitzt Zunftrat Fussenegger.

Bevor Zunftmeister Christoph Mayer (Bild) seinen Bericht vortrug, gedachte er der verstorbenen Mitglieder und insbesondere des erst vor kurzem verstorbenen Ehrenzunftmeisters Franz Daiber.

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Auch der neue Prinzenwagen wird von Pferden gezogen

Die Zunft bekommt einen neuen Prinzenwagen. Herbert Kohl, Gere und Claus Frick von den Königstälern, Stefan Strauss und Manne Kucharowics wurden für ihren Einsatz besonders gelobt. Familie Hymer trug mit einer Spende in Höhe von 40.000 € ebenfalls wesentlich zum Gelingen des Projektes bei. „Und unser Prinzenwagen wird auch in Zukunft von zwei Pferden gezogen. Am Zügel sorgen Vater und Sohn Wirbel für Sicherheit.“

Am Gumpigen um 11.11 Uhr

Der Prinzenwagen wird am Gumpigen Donnschtig um 11.11 Uhr auf der Hochstatt dem närrischen Publikum präsentiert. „Hier sieht man, dass sich in unserer Zunft doch etwas bewegt.“

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Die Stadthalle bekommt eine irisch-schottische Anmutung

Die Bälle der Narrenzunft sind immer ein gesellschaftliches Ereignis. Dass die Stadthalle auch in diesem Jahr wieder mottogetreu glänzen kann – diesmal in Irish Green und Scottish Highland – dafür sorgt das Deko-Team, dem ein ganz besondere Dank gelte.

Das Narrenrecht wird bereits um 18.00 Uhr abgeholt

Das Narrenrechtabholen am 11. Februar beginnt eine Stunde früher als gewohnt, also um 18.00 Uhr. Damit startet auch die Nacht der Narren eine Stunde früher.

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Das Zunftblättle nun auch digital

Das Zunftblättle gibt’s seit diesem Jahr nicht nur gedruckt, sondern auch digital (wir haben es hier im „Waldseer“ unter „Downloads“ hinterlegt). Für die perfekte Umsetzung ging ein besonderer Dank an Sven Hillebrecht.

250 Jahre Fasnetsvergraben

Die Narrenzunft feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: 250 Jahre Fasnetvergraben. Der „Zunfte“ rief sein Narrenvolk auf, doch zahlreich zum Trauerzug zu erscheinen. „Jahr für Jahr wird der Umzug kürzer. Haltet die Tradition aufrecht und kommt mit schwarzer Trauerkleidung und Trauerflor.“ Wer als „Fasnetspfarr‘“ amtieren wird – in den vergangenen Jahren markant dargestellt vom verstorbenen Franz Daiber – wurde nicht bekanntgegeben.

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Wächsebrauch an der Becker‘schen

Der Wächsebrauch, ursprünglich am Haus Albrecht ausgeübt, zuletzt am „Hirschen“ praktiziert, bekommt dieses Jahr einen neuen Platz. Die traditionsreiche Kinderbeschenkung, von Wachszieher Albrecht im 19. Jahrhundert begonnen, findet nun ihren Platz an der Becker’schen Apotheke. Florian Becker mit Frau Nadine geben den Großkopf-Figuren dort eine Heimstatt, so dass die Schulkinder in ihrem Sternmarsch wieder den traditionellen Platz ansteuern können – dem Haus Albrecht gegenüber. Neben Wurst und Wecken sowie Guetsle fliegen auch 20.000 kleine Schoko-Täfelchen, gesponsert von der Firma Fränkel, Friedrichshafen, aus luftiger Höhe in Kinderhände.

Jungelfer wirten im „Hirsch“

Wie im vergangenen Jahr wirten die Jungelfer wieder im „Hirsch“. Sowohl am „Mittwoch vor d’r Fasnet” und am Gumpigen Donnerstag als auch am Samstag und am Fasnetsmontag wird der „Hirsch“ spätestens ab 17.00 Uhr seine Türen öffnen, teilweise sogar schon etwas früher.

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Das Ölmühle-Museum lädt die Kinder ein

Alle Kindergärten bekommen vor der Fasnet Gelegenheit zu einem Besuch im Ölmühle-Museum. Den Museumsführern Hermann Pfaff, Karl-Heinz Lamperle, Franz Mosch, Werner „Wigge“ Gros, Conny Zehrer und Nico Feldmann galt hierfür der Dank des Zunftmeisters.

„Fasnet und Narretei, das ist kein Freibrief für Vandalismus“ sagte der „Zunfte“ zu den verstörenden zerstörerischen Vorfällen an Remise und Zunfthaus. Sein Dank galt der Stadt, die für die Beseitigung der Schäden aufgekommen ist.

Drei neue Zunfträte

Ein weiterer Dank ging an Dr. Johannes Glaser, der nach vielen verdienstvollen Jahren den Zunftrat auf eigenen Wunsch verlässt. Bei den Wahlen, die alle offen per Handzeichen durchgeführt wurden, wurden drei neue Zunfträte, Patrick Ackermann, Sebastian Linder und  Klaus Maucher, einstimmig gewählt. Anwärter sind Matthias Birk, Andreas Hage und Sebastian Beller. Als neuer Kassenprüfer wurde Christian Hertkorn einstimmig gewählt.

Zum Schluss seines Berichts teilte der „Zunfte“ noch mit, dass man sich um die Ausrichtung des Landschaftstreffens Oberschwaben/Allgäu 2029 beworben habe.

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Pin-Verkäufer gesucht

Die Berichte der Ausschüsse fielen alle durchweg positiv aus. Der Säckelmeister konnte bei einem Umsatz von 329.000 Euro einen Überschuss von ca. 23.000 Euro verbuchen. Er warb darüberhinaus um Pin-Verkäufer. Die Pins seien eine wichtige Einnahmequelle der Zunft und der Verkauf sei auch noch attraktiver durch eine bessere Vergütung der Verkäufer. Vereine und Einzelpersonen, die am Verkauf interessiert wären, sollten sich doch bei der Zunft melden.

Die Kassenprüfer Hajo Leuther, Alfred Maucher und Erich Kibler befanden die Buchführung für in Ordnung und so konnte OB Matthias Henne die Entlastung vornehmen, die durch die Versammlung einstimmig erteilt wurde.

Nach alter Sitte endete die Jahreshauptversammlung mit dem gemeinsamen Singen des Elferliedes.

Text und Fotos: Erwin Linder

Zum neuen Prinzenwagen findet sich im Zunftblättle auf Seite 3 ein ganzseitiger Bericht. Der neue Prinzenwagen sei „mehr als nur ein Fahrzeug“, schreibt Zunftmeister Christoph Mayer dort. „Er ist ein fahrendes Symbol für unser Brauchtum, unsere Gemeinschaft und unsere Waldseer Narrenzunft. Wir sind stolz darauf, dass wir es geschafft haben, dieses Projekt gemeinsam umzusetzen!“

Das gesamte Zunftblättle mit lesenswerten Beiträgen zu Gegenwart und Vergangenheit der Waldseer Fasnet finden Sie hier im „Waldseer“ unter „Downloads“.



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