Goißawäsch mit Maskenwecken in Reute
Reute – Am 10. Januar fand im Gasthaus Stern die diesjährige Goißawäsch mit Maskenwecken statt und lockte zahlreiche Besucher an. Pünktlich um 20.00 Uhr begann die Veranstaltung im Saal des Gasthauses “Stern”, der bis auf den letzten Platz gefüllt war – beste Stimmung von Anfang an. Unter dem Motto „Fischers Fritze fischt in Reute nicht nur Fische, liebe Leute“ erschienen die Gäste fantasievoll und passend gekleidet. Von Meeresbewohnern über Fischer bis hin zu Seefahrern war alles vertreten und sorgte für ein farbenfrohes und ausgelassenes Bild.
Begrüßt wurden die Anwesenden von Gildemeisterin Claudia Schmidt. Durch das abwechslungsreiche Programm führte souverän Präsidentin Julia Schuster. Sie übernahm die Moderation des Abends in charmanter Weise und verstand es immer wieder, den ganzen Saal mitzunehmen und aufzuheizen. Den musikalischen Auftakt machte der Fanfarenzug Reute, der das Publikum sofort mit seinen Klängen mitriss.Traditionell marschierten die Zigeuner, die älteste Gruppe der Narrengilde, begleitet von der Schnurrermusik, auf die Bühne beim Maskenwecken. Mit ihnen wurde die geheimnisvolle „Trucha“ auf die Bühne gehievt. Gespannt blickte der ganze Saal auf die Truhe, während gerätselt wurde, was sich wohl darin befinden mag. Trotz mehrmaliger Versuche ließ sich der Deckel zunächst nicht öffnen.
Marie Baur als Truchanarr
Plötzlich öffnete sich die Trucha wie von Zauberhand, und der Truchanarr entstieg ihr. In diesem Jahr verkörpert von Marie Baur, die damit in die Fußstapfen ihres Bruders trat. In launiger Reimform erweckte sie die Masken und Häser aus der Truhe zum Leben und begeisterte das Publikum. Anschließend spielte die Schnurrermusik noch einige Stücke, bevor eine große Schunkelrunde folgte. Der gesamte Saal schunkelte mit, während von der Bühne aus ein stimmungsvolles Bild eines Meeres mit Wellen den närrischen Moment perfekt untermalte.
Die Goiß im Mittelpunkt
In diesem Jahr steht die Goiß ganz besonders im Mittelpunkt, denn sie darf auf ein stolzes Jubiläum zurückblicken. Vor 55 Jahren wurde die charakteristische Maske entwiofen, die bereits 1971 erstmals beim Fasnetsumzug in Reute mitlief. 1974 folgte schließlich gemeinsam mit den Masken Riedrälle und Schussentäler die offizielle Aufnahme in den Alemannischen Narrenring (ANR).
Kopfwäsche
Zur Goißawäsch gehört traditionell auch die Kopfwäsche der neuen Maskenträger. Da Ziegen bekanntlich als äußerst wasserscheu gelten, war das Gelächter im Saal groß, als sich ein Geißbock kurzerhand von der Bühne entfernte, durch die einzelnen Reihen des Publikums lief und scheinbar das Weite suchte. Die Flucht war jedoch nur von kurzer Dauer: Die Bauern fingen die Goiß schließlich wieder ein und führten sie zum Brunnen, wo die unvermeidliche Wäsche vollzogen wurde. Auch in diesem Jahr entkam keiner dem Wasser.
Die Durlesbachschalmeien sorgten anschließend für musikalische Unterhaltung und heizten die Stimmung weiter auf.
Einen besonderen Programmpunkt boten die Turnerinnen des TSV Reute. Gekonnt wurden Flickflacks gezeigt und Saltos gesprungen. Das war eine Vorstellung auf höchstem Niveau.
Ehrengildemeisterin Sonja Münsch trat danach mit ihrer „Gang“ auf. Sie verstand es, die allerjüngsten mit dem Song „Gute Laune“ auf die Bühne zu bringen. Wenn man die Begeisterung der Kleinen sah, braucht man sich keine Sorgen machen um den künftigen Nachwuchs. Einen weiteren Programmpunkt boten die in diesem Jahr neu ins Leben gerufenen Garde-Heroes. Larissa Bächtle und Yvonne Mock hatten gemeinsam mit den Männern einen Auftritt einstudiert, bei dem zunächst niemand wusste, was ihn erwarten würde.
Arielle auf der Bühne
Plötzlich erschienen die Akteure als Matrosen verkleidet in selbst gebastelten Booten im Saal und zogen zu dem Song “Rum” durch die Reihen in Richtung Bühne. Warum sich der Vorhang anschließend schloss, blieb dem Publikum zunächst ein Rätsel. Nach einer kurzweiligen Melodie zur Überbrückung öffnete sich dieser erneut – und das Partylied „Arielle“ erklang. Zum Vorschein kamen die Herren nun umgezogen als Arielle-Figuren: oberkörperfrei, mit BH, Fischleggings und aus Tüll gefertigten Flossen. Mit einer schwungvollen und bestens einstudierten Choreografie sorgten sie für große Begeisterung im Saal.
Kaum war das Lied verklungen und der Applaus ertönt, schloss sich der Vorhang erneut. Wenige Augenblicke später betrat die Gruppe – wieder umgezogen – als Tanzgarde die Bühne. Passend zum Song „Wellerman“ präsentierten sie ein beeindruckendes Männerballett, das mit sportlicher Höchstleistung überzeugte. Mit dabei waren Tim Engler, Jochen Mock, Michael Oberhofer, Florian Schech, Julian Sommer und Sebastian Litter. Die Begeisterung über den Auftritt der Garde Heroes war so groß, dass das Publikum lautstark eine Zugabe forderte, der die Gruppe mit einem weiteren „Wellerman“-Auftritt gerne nachkam.
Wie spontan die Mitglieder der Narrengilde sein können, zeigte anschließend Claudia Schmidt. Kurzerhand übernahm sie den Programmpunkt „Fischers Fritz“ für den erkrankten Heiko Gscheidle und begeisterte das Publikum mit einem gelungenen Liedbeitrag. Tatjana Neuth und Natalie Rux präsentierten mit den Pädaplantschern einen weiteren schwungvollen Programmpunkt. Mit viel Charme und guter Laune animierten sie das Publikum, beim Lied „Perfekte Welle“ aktiv mitzumachen. Schnell machte der ganze Saal mit und folgte den Bewegungen, sodass sich eine mitreißende und fröhliche Stimmung verbreitete.
Statt der kleinen Kneipe präsentierten Hubrecht Matthijs Dankervoort, Lude Madlener und Achim Strobel „Das kleine Café an de Haven“. Die Präsidentin gab noch den Tipp, bis zum nächsten Mal sollten sie noch ein wenig in der Textsicherheit üben. Immer wieder ein Highlight des Programms sind die Hupfdohlen unter der Leitung von Claudia Schmidt. Hier durfte Uschi Steiner ihre Premiere feiern und hat diese hervorragend bestanden. Mit einer großen Polonaise ging ein launiger Abend zu Ende.
Text: Michael Oberhofer
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