Die Kirchengemeinde Reute trauert um ihren langjährigen Seelsorger
Schnell verbreitete sich in Reute und Gaisbeuren die Nachricht, dass Karl Eiberle, der langjährige Pfarrer von Reute, am Montag, 9. Februar, von seinem Schöpfer ins ewige Leben gerufen wurde. Geboren am 5. März 1937 in Baltringen, wirkte er mehr als drei Jahrzehnte als Seelsorger in der Kirchengemeinde Reute. Neben der Guten Beth war dem passionierten Segelflieger auch der naheliegende Flugplatz Grund genug, um 36 Jahre hier als Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde die Treue zu halten.

Karl Eiberle (Foto: Andy Schupp, 2013), welcher in Tübingen und Innsbruck Theologie studierte, wurde im Jahre 1964 in Stuttgart-Bad Cannstatt zum Priester geweiht. Nach kurzen Stationen in den Kirchengemeinden Blaubeuren und Vaihingen/Enz war der Seelsorger von 1968 bis 1976 Kaplan in Bad Waldsee. Seine erste und einzige Pfarrstelle hatte er von 1976 bis zum Ruhestand im Jahre 2012 in Reute inne. Da Pfarrer gut beraten sind, ihren Ruhestand nicht am letzten Wirkungsort zu verbringen, fand er in Aulendorf-Tannweiler seinen wohlverdienten Altersruhesitz. Als vor ein paar Jahren seine Gesundheit immer mehr Probleme machte, belegte Eiberle einen Pflegeplatz im Jordanbad.
Bei seiner Verabschiedung im Jahre 2012 nannte Anna Mayer, Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Karl Eiberle einen „guten Seelsorger, dem der ganze Mensch mit all seinen Sorgen und Nöten am Herzen lag“. Nie habe er jemanden abgewiesen, der an der Pfarrhaustüre geklopft habe, in welchen Anliegen auch immer. Mayer weiter: „Uns Kirchengemeinderäten war er in Glaubensangelegenheiten immer ein Vorbild, seine Überzeugung war für uns Anspruch und Leitlinie.“
Generaloberin Schwester Paulin vom Kloster Reute dankte bei der Verabschiedung Pfarrer Eiberle für sein langes seelsorgerliches Wirken in Reute mit den Worten: „Lieber Karl, es war eine gute Zeit der Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kloster. Ohne große Bürokratie konnten wir Franziskanerinnen immer unsere besonderen Gottesdienste in der großen Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul abhalten.“ Unter Beifall der Gläubigen bezeichnete Schwester Paulin die Gute Beth als Schatz des Klosters, der Gemeinde und auch der Diözese: „Sie möge auch weiterhin für Dich sorgen – Vergelt’s Gott, lieber Karl“.
Seit Pfarrer Eiberles Auszug im Jahre 2012 war das Pfarrhaus, ein 26 Räume umfassendes denkmalgeschütztes ehemaliges Gerichtsgebäude, vakant. In Tannweiler musste Karl Eiberle sich an kleinere Räume gewöhnen. Als rüstiger Pensionär war er noch viele Jahre gerne bereit, bei Anfragen in verschiedenen benachbarten Pfarreien Gottesdienste, Hochzeiten und auch Beerdigungen zu halten.
Schon während seiner Zeit im Konvikt in Ehingen war Karl Eiberle vom Fliegen begeistert. So war es nur folgerichtig, dass er schon als Kaplan von Bad Waldsee Mitglied beim Fliegerverein Bad Waldsee wurde. In dieser Zeit gab es konkrete Verhandlungen mit der Stadt Bad Waldsee und dem Kloster Reute mit dem Ziel, auf deren Gelände einen Flugplatz zu errichten. Mit viel Eigeninitiative – Eiberle als treibende Kraft – konnte geplant und gebaut werden. Die erste Landung am neuen Flugplatz Bad Waldsee-Reute war im Juni 1975. In vielen Jahrzehnten schätzten ihn die Reutener Flieger als hilfsbereiten Kameraden, welchem keine Arbeit und kein Einsatz zu viel war.
Am Aschermittwoch findet in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Reute, um 19.00 Uhr ein Requiem statt. Die Beerdigung/Beisetzung ist am Donnerstag, 19. Februar, um 10.30 Uhr auf dem Friedhof in Baltringen.
Rudi Heilig










