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Lob und Anerkennung für das „neue“ Kurhaus

„Ja, es hat sich gelohnt“



Foto: Werwolf
Dezente Musik, gedimmtes Licht, feine Speisen: Der Gala-Abend zum Auftakt des dreitägigen Festes zur Eröffnung der Bad Wurzacher „Kulturschmiede“ kam bestens an.

Bad Wurzach – Gute Stimmung, gutes Essen, gute Musik – das Opening des „neuen” Kurhauses in Bad Wurzach war ein voller Erfolg. DBSZ-Redakteur Gerhard Reischmann war dabei.

Freitag, 25. Oktober, 19.30 Uhr. Vom Parkplatz kommend, erblicken wir ein illuminiertes Kurhaus. Rot- und Grüntöne dominieren. Am Eingang treffen wir Petra Springer. Ein bisschen angespannt sei sie schon, bekennt der Veranstaltungsprofi, den so schnell nichts aus der Fassung bringen kann. Es steht ja heute etwas Besonderes, etwas für Bad Wurzach besonders Wichtiges an: das Eröffnungsfest für das „neue“ Kurhaus. Aus dem darniederliegenden Haus hat eine Träger-Genossenschaft eine „Kulturschmiede“ mit zugehörigem Restaurant „Torfstecher“ gemacht. Diese Revitalisierung des für die Kurstadt Bad Wurzach zentralen Hauses soll heute gefeiert werden.

Sehr konkret und doch fast etwas surreal anmutend: das illuminierte Kurhaus.

Wir betreten den Saal. Fast alle Plätze sind schon belegt. Da, am Ende der mittleren Reihe, sind noch Stühle frei. Rasch machen wir uns mit unseren Tischnachbarn bekannt. Der Herr gegenüber, ein pensionierter Bundeswehroffizier, der mit seiner Frau vor einigen Jahren von Bonn, wo das Verteidigungsministerium nach wie vor seinen Sitz hat, nach Bad Wurzach gezogen ist, outet sich als treuer Leser des „Wurzachers“. Im Laufe des Gesprächs wird deutlich, dass er die Webseite der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Wurzach pflegt. „Dann sind wir seit heute so etwas wie Geschäftspartner“, freut sich der Mann von der Bildschirmzeitung und erläutert den Sachverhalt. „Am heutigen Tag hat die Evangelische Gemeinde einen Button auf der Startseite des „Wurzachers“ gebucht. Der führt auf Ihre Webseite!“

Wurzacher Fügungen.

Eine glückliche Fügung war es auch, dass vor kaum mehr als zwei Jahren sieben Wurzacher den Entschluss fassten, das Kurhaus zu beleben. Jetzt, kurz nach 20.00 Uhr, stehen zwei der Glorreichen Sieben auf der Bühne und mit ihnen zwei, die wichtige Geschäftsfelder betreuen: Es sind die Vorstände Bernhard Schad und Sascha Dargel sowie Petra Springer, ihres Zeichens Event- und Kulturmanagerin, und Giorgio Maucher, der Küchenchef. Im schönsten Wurzacher Schwäbisch stellen die vier sich und ihr Konzept vor und Giorgio macht Appetit auf das Festmahl, das auf die Gäste wartet. „Lond’s Ui schmecka. ‘s Büffet isch eröffnet!“

Zu dezenter Musik der dreiköpfigen Band wird geschmaust. Martin und Andreas „Aja“ Gratz sowie Eugen Ruedel servieren zu den Gaumenfreuden Pop-Klassiker wie „Heart of gold“, Hits von Simon und Garfunkel, Balladeskes wie „Killing me softly“. Garniert da und dort mit wohltuenden Querflötenklängen. Alles konversationsfreundlich temperiert.

Nach dem Hauptgang zieht einer der drei ein goldfarbenes Jackett an und greift zum Saxophon. Geht runter von der Bühne, mischt sich unters Publikum. Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“ ist zu hören, Reinhard Meys „Über den Wolken“, Hannes Waders „Heute hier, morgen dort“.

Nach dem Geschmack des Publikums

Dann ein erster Programm-Höhepunkt: Julia und Daniel, Toptänzer aus Augsburg, zeigen Standardtänze auf professionellem Niveau. Beim Langsamen Walzer durchmessen die beiden die volle Breite des Kursaals mit gaaanz langen Schritten, geradezu schwebend. Auch die anderen Tänze  – Tango, Wiener Walzer, Slow Fox und Quickstep – sind Hingucker.

„Ob man da abklatschen darf“, scherzt ein Mutiger an unserem Tisch.

Trotz des kessen Wortes: Der Funke will noch nicht recht überspringen.

„Wenn nicht getanzt wird, gibt’s keinen Nachtisch“, frotzelt der Sprecher der Band.

„Ich hab‘ Schulter“, „Er hat Knie“, murmelt man an unserem Tisch.

Inzwischen ziehen vier Paare ihre Kreise. Sie machen gute Figur, stellen wir Tanzmuffel neidlos fest. Die Lust am Tanzen ist im Publikum geweckt. Und die Band weiß, was Paare wünschen. „Que sera“ wird gespielt, „Guantanamera“ und „It never rains in Southern California”.

Man hat gut gespeist, erste Paare wagen sich auf die Tanzfläche.

21.55 Uhr ist es inzwischen. Die Panna Cotta ist ertanzt und mundet auch den Nichttänzern.

Nach dem Dessert wird’s rockiger. „Lay down, Sally“ von Clapton ist zu hören und „Proud Mary” von Creedance Clearwater Revival, auch das melodiöse „Tür an Tür mit Alice“. Die Musik ist ganz nach dem Geschmack des überwiegend gesetzteren Publikums. Und die Tanzfläche nun gut voll.

Moortaschen und mehr

Dann der zweite große Programm-Punkt: das Kurhaus-Quiz. 15 Tische wetteifern miteinander. Sie können sich über einen QR-Code einloggen und Fragen von Petra Springer beantworten. Fragen wie etwa, „Wann wurde die Kurhaus-Genossenschaft gegründet?“ (Mai 2023), „Wieviele Genossen gibt es?“ (899; mehr als 1300 Anteile) und „Wie alt ist der älteste Genosse?“ (99 Jahre); die Altersfrage hat übrigens niemand richtig beantwortet, so hoch wollte keiner gehen.

Mit viel Wortwitz wurde die Bitte um Vorschläge für Gerichte beantwortet. Da gab es Namenskreationen wie „Torfbrikett“, „Moortaschen“, „Ach-Wasser“ und „Versenkter Turm“.

Gewonnen hat Tisch 5. Eine Gruppe, die mit gesundem Selbstbewusstsein ausgestattet war, hatte sie sich doch den Namen „Mirsinddiawogwinnet“ gegeben.

Schlagfertig zeigten sich Vertreter einzelner Tische beim Spontan-Interview. Auf die Frage von Petra Springer, „Hat es sich gelohnt?“ – gemeint war: der Neustart durch die Kurhaus-Genossenschaft – hagelte es Superlative. Das Kurhaus-Konzept sei eine „tolle Idee“ und „die Ausführung noch viel besser“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Scherer. Das neue Kurhaus sei „die“ Adresse in Bad Wurzach geworden, der Service sei „super“, man spüre, mit wieviel Herzblut die Kurhaus-Macher bei der Sache seien. Das neue Kurhaus sei ein Musterbespiel für den Gemeinsinn der Wurzacher. „Ja, es hat sich gelohnt“ – mit diesen Worten schloss Frau Scherer ihre kleine Stegreif-Rede.

In dieselbe Kerbe schlugen eine junge Frau, die das Wir-Gefühl der Wurzacher lobte („Mir sind mir“), und Stadtrat Manfred Braun, der den genossenschaftlichen Geist der Wurzacher betonte: „Viele schaffen, was einzelne nicht schaffen.“ Er schloss seine Eloge mit den Worten: „… dann schaffen wir auch noch den Turm.“

Als wir Ü-60er das Lokal um halb zwölf verlassen, ist der Saal noch gut voll. Es heißt, die Party sei noch lange gegangen.

Fazit: Ein toller Abend. Ihr seid auf gutem Kurs, liebe Kurhaus-Genossen.
Text: Gerhard Reischmann / Fotos: Werwolf



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