Seit zwei Monaten im Amt
Bad Wurzach – Seit Anfang des Jahres heißt der Stadtbaumeister von Bad Wurzach Andreas Heine-Strahl. Der in Ehrensberg Wohnende nennt sich „Grenzgänger“, weil der Wohnplatz zwar politisch und kirchlich zu Bad Waldsee bzw. Haisterkirch gehört, er selbst aber seit vielen Jahren in der Narrenzunft Haidgau aktiv ist. Und nun in Bad Wurzach seinen Arbeitsplatz hat. Ein Portrait.
Nach dem Realschulabschluss machte Andreas Heine am Technischen Gymnasium in Ravensburg „auf dem zweiten Bildungsweg“ das Abitur. In Biberach studierte er danach Architektur, bis zum siebten Semester aufs Diplom, konnte dann innerhalb eines Monats seinen Bachelorabschluss ablegen, um danach in vier Semestern den Abschluss „Master of arts“ (M.A.) zu machen. 2007 stieg er in Ravensburg bei einem Architekturbüro ein, bei dem er bis 2014 blieb. Im Dezember 2014 wechselte er als Architekt ins Hochbauamt der Stadt Bad Waldsee, wo er sich um die städtischen Gebäude kümmerte. Eine seiner ersten großen Aufgaben war 2015 der Bau von Flüchtlingsheimen. 2019 wurde er zum Leiter des Hochbauamtes ernannt und bewarb sich, als die Stelle vakant wurde, auf die Stelle des Bad Waldseer Stadtbaumeisters, die er dann ab März 2022 innehatte. Seit Januar 2026 amtiert er nun in entsprechender Position in Bad Wurzach. Es sei für ihn ein großer Reiz, diese Stadt mit ihren neun Ortschaften baulich mitzugestalten.
Wenn er aus seinem Arbeitszimmer zu Hause in Ehrensberg schaut, sieht er den Kirchturm von St. Martin in Eintürnenberg. Der 46-jährige Familienvater kennt die Verhältnisse in Bad Wurzach und seinen Ortschaften schon sehr gut und freut sich auf die neuen Aufgaben. In den ersten Wochen seiner „Amtszeit“ hat er sich schon in mehreren Ortschaften vorgestellt, bis Ende März möchte er sich in jeder Gemeinde vorgestellt haben.
„Im Stadtbauamt Bad Wurzach fühle ich mich sehr wohl, komme gerne zur Arbeit“, sagt er über die Aufnahme in seinem neuen Wirkungsfeld und spart auch nicht mit Komplimenten für die neuen Kollegen, die nach dem Weggang von Frau Kreutzer den „Laden am Laufen“ gehalten haben, und die Sekretärin, „die gute Seele des Hauses.“ Ein besonderes Anliegen ist ihm der Dank für Andreas Haufler, der „als Interims-Stadtbaumeister eine enorme arbeitstechnische Zusatzbelastung hatte und dies sehr gut gemeistert und das Dezernat sehr gut geführt hat“.
Über sein Aufgabenfeld sagt Heine-Strahl: „Es sind die gleichen Aufgaben wie in Bad Waldsee, also nichts Unbekanntes.“ Die Arbeitsbelastung sei höher, weil Bad Wurzach mehr Ortschaften und eine größere Fläche hat. Sein Motto hilft ihm da weiter: „Mit de Leit schwätza und sie abhola.“ Er sieht sich als entscheidungsfreudiger Mensch und müsse – oft auch schnelle – Entscheidungen treffen. Dass dabei auch Fehler passieren können, sollte natürlich nicht sein. Aber niemand sei perfekt.
Anstehende Projekte
Bei den anstehenden Projekten steht die Mehrzweckhalle Seibranz kurz vor der Fertigstellung (im Sommer), die Einweihung ist für September geplant. Bei der Rathaussanierung in Bad Wurzach ist man ebenso wie bei dem Umzug des Kindergartens ins Schulgebäude Seibranz in der Phase der Planersuche. Im Schulzentrum in der Breite soll der Wärmeplan realisiert werden. In Unterschwarzach wird die Erschließung des Baugebietes Unterschwarzach-Nord angegangen. Neben der PV-Anlage auf dem Kurhaus, die demnächst installiert werden soll, sind noch mehrere weitere auf öffentlichen Gebäuden geplant. Die restlichen, noch nicht sanierten Brücken im Kurpark sollen angegangen werden, ebenso Verkehrsberuhigung im Bereich Biberacher Straße und Ravensburger Straße innerhalb des Stadtsanierungsgebietes West. Weiter will er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern das Flächenmanagement in der Großgemeinde optimieren.
Uli Gresser












