Wurzacher Narren waschen ihre Geldbeutel
Bad Wurzach – Die Geldbeutelwäsche bildet am Aschermittwoch den Abschluss der Fasnet und Fastnacht. Die Geldbeutel sind leer und die Gelegenheit wird genutzt, sie zu waschen und um – einem alten Glauben zufolge – neues Geld in die Beutel zu spülen.
Wie immer am Aschermittwoch um 11.11 Uhr trafen sich auch dieses Jahr wieder die Mitglieder der Riedmeckelerzunft Bad Wurzach am Stadtbrunnen zur traditionellen „Geldbeutelwäsche“. Um dort mit warmen Wasser aus Plastikeimern – der Stadtbrunnen war noch trockengelegt – ihre vom vielen Feiern leeren Geldbeutel zu reinigen. Die Tradition der Geldbeutelwäsche ist in der alemannischen Fasnet im Schwarzwald schon sehr lange weit verbreitet‚ aber auch im bayerischen Fasching ist sie ein wichtiges Ritual geworden.
Nach dieser wegen dem 75-jährigen Jubiläum und der Kürze besonders anstrengenden Saison war Zunftmeister Dominic Neher und seinen Zunfträten schon wenig Erleichterung anzumerken, als sie ihre leeren Geldbeutel auf die zwischen zwei Laternen gespannte Leine zum Trocknen warfen. Obwohl sie beim Kehraus am Vorabend alle noch gejammert hatten: „Mir hond koi Geld me, wer gibt es uns?“ Ebenfalls eine Tradition: Eine Cent-Münze soll in jedem Geldbeutel verbleiben, damit es sich ja wieder vermehren kann.
Arbeitseinsätze
Nach der Geldbeutelwäsche folgt üblicherweise der letzte Arbeitseinsatz der diesjährigen Fasnetssaison. Die Geldbeutelwäsche ist nämlich nur die spaßmachende und motivierende Kür: Der Hauptgrund, warum man sich am Stadtbrunnen traf, waren die Einlagerungsarbeiten der Fasnetsutensilien. Wie im Vorjahr ging es auch in diesem Jahr wieder flott zur Sache: Weil nach dem Abbau des Disco-Zelts am gestrigen Dienstagvormittag ebenfalls noch Zeit und Personal-Kapazitäten vorhanden waren, wurden gleich auch die Fasnetsbändel vom Umzugsweg abgehängt, was früher erst nach der Geldbeutelwäsche erfolgte. Zunftmeister Dominic Neher freute sich, denn dank vieler neuer Mitglieder wurden die Arbeitseinsätze auf mehrere Schultern verlagert und damit konnten sie auch schneller erledigt werden.
Zum Ausklang gabs Kässpätzle
Am Ende der Aktion lockte bereits das ebenso wie die Geldbeutelwäsche zur Tradition gewordene Kässpätzleessen zum gemütlichen Ausklang der Saison.
Bleibt die Hoffnung, dass es am Funkensonntag trocken bleibt und die Winterhexe in den in der Region überall lodernden Funkenfeuer gut verbrennt, damit wirklich einem baldigen und nachhaltigen Frühling nichts mehr im Wege steht.
Text und Bilder: Uli Gresser
Weitere Bilder in der Galerie














