Weiberfasnet in Bad Wurzach
Bad Wurzach – Der Gumpige Donnerstag gehört abends den Frauen, die sich auch in Bad Wurzach in Gruppen verschiedener Größe zum Feiern aufmachen.
Weiberfastnacht gibt es auch in den Karnevalshochburgen im Rheinland rund um Köln, aber auch in Mainz. Weiberfasnet in Schwaben wird am Donnerstag vor Aschermittwoch gefeiert. Gemein ist allen Bräuchen zur Weiberfastnacht, dass den Frauen für einen Tag das Regiment überlassen wird. Diese Idee gibt es seit dem Mittelalter. In einer Zeit, als die Frauen den Männern in allem untergeordnet waren und die Männer über die Frauen die Geschlechtsvormundschaft ausübten, galt es als „verkehrte Welt“, wenn den Frauen die Macht zugestanden wurde. In vielen Orten entwickelte sich diese Weiberfastnacht auch aus den Weiberzechen, auf denen die Frauen von der Herrschaft zu Wein eingeladen wurden.
In der heutigen Zeit gehen die Damen am Donnerstagabend in Gruppen mit gemeinsamer Verkleidung auf Kneipen-Tour. Frisch gestärkt gingen in Bad Wurzach die meisten Gruppen vom La Fontana oder da Roberto „auf Tour“. Mit dabei waren die reinen Damengruppen wie die Schneemänner bzw. gendergerecht Schneefrauen. Vor allem der an diesem Wochenende beginnende Bürgermeisterinnenwahlkampf wurde aufs Korn genommen
Aus der Pizzeria beim Amtshaus starteten gleich mehrere Gruppen. Und so startete von dort auch die gemischte Gruppe, sich alljährlich um das Stadtgeschehen kümmert. Als fast Stadtfarben-Hoppeditze mit Musik sorgten sie mit dem nicht ganz politisch korrekten Lied „Lustig ist das Zigeunerleben“ für Stimmung in der Pizzeria.
Ein Hotspot war wie in den letzten Jahren immer die Stadtwirtschaft, wo sich neben einigen Versprengten von der Stadtbauamtsfasnet auch andere zum Feiern trafen. Was sicher auch an Günther Musch und seinem Akkordeon lag. Dabei ist festzustellen: Alter schützt vor Feiern nicht, auch Damen ,die dem Seniorenkreis bzw. -Rat zuzuordnen sind, konnten sich dort ordentlich austoben.
Im Casa Rustica waren die Damen dann schon mittendrin im Feiern: die Gruppen der Spa-Frauen mit ihren selbst gehäkelten Entspannungsbrillen und den Werbe-Jutetaschen für die Rehaklinik waren früh am Abend mit dem Gute Laune-Lied schon ordentlich in Fahrt. Einen Aperol in der Hand und mit cooler Miene stellten sich vier Damen im Rustica dem Fotografen, die gut und gerne einem Science-Fiktion-Film entsprungen sein könnten. Auch im Pap konnte man ein Damenquartett bewundern, das als Skihasen auf dem Weg zur aktuell laufenden Winterolympiade sich statt im mondänen Skiresort im FeelMoor Resort bzw. in der Kneipe unweit der Luxeuil-Brücke wiederfand. Vielleicht waren sie auch nur auf dem Weg zur finalen Sause. Denn die meisten Gruppen treffen sich denn auch später, wenn bei diversen Lokalitäten die Jalousie heruntergegangen ist, wieder im Sapperlott, wo alljährlich feiermäßig das Finale stattfindet.
Aber dort waren schon zu früherer Stunde einige Damen-Pärchen zugange, vielleicht auch, um sich dort ein wenig tänzerisch austoben zu können, solange es dort noch genügend Platz auf der Tanzfläche gab.
Text und Bilder: Uli Gresser
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