Böiger Wind behindert Narrenbaumsetzen und Kinderfasnet
Bad Wurzach – Es war wieder einmal ein Gumpiger beim Narrenbaumsetzen, wie man ihn sich nicht wünscht: Nachdem am Morgen noch die Sonne gescheint hatte, pfiffen just um 14.00 Uhr, als die Zimmerleute mit dem Narrenbaum am Rathaus ankamen, unwirtliche Böen ums Rathaus.
Da nützte auch der zeltähnliche Angler-Regenschirm den Zunftoberen nichts, als sie gemeinsam vom Amtshaus, wo zuvor Stadtbaumeister Andreas Heine-Strahl seine Gumpiger-Donschtig-Stadtbauamts-Fasnet-Premiere gefeiert hatte, auf dem Weg zum Rathaus nicht viel. Denn durch seine Größe bot er eine ideale Angriffsfläche für den Wind.
Wie immer musikalisch begleitet wurde der Narrentross von der Lumpenkapelle der Stadtkapelle.
Währenddessen kamen von der St. Verena Kirche her im „Windschatten“ des Fanfarenzugs die Entourage der Zimmerleute mit dem Narrenbaum, im Schlepptau die Hästräger der Narrenzunft Bad Wurzach. Nachdem die Zimmerleute den Baum fürs Aufrichten vorbereitet hatten, konnte Zunftmeister Dominic Neher mit der närrischen „Machtübernahme“ beginnen.
Bevor der Zunftmeister „Rothausdir“ zuschmiss, wie er es in seinem Gedicht zur Schlüsselübernahme formulierte, baute er noch einen Werbeblock für die am Sonntag steigende Jubiläumsparty zu „75 Jahre Narrenzunft D´Riedmeckeler“ ein. Und hatte auch gleich Befürchtungen, dass die Stadtoberen, sobald sie mitbekämen, wie gut sie ihrer Feier planten, sie gleich noch für die Planung von Kurhausbrücken und Hallenbadparkplätzen einspannen würden…
Die Schlüsselübergabe
Ab jetzt gelten die Gesetze der Narren. „Ich sag eich, ihr kennet heit auf d`Rutsch bis nachts noch de viere, Feira lacha gsellig sei, bis in de friea Morgen nei.“
Große Aufgaben für die Narren
Nach der Schlüsselübergabe versuchte Bürgermeisterin Alexandra Scherer sich noch verbal und ebenfalls in Reimform zu wehren. Sie habe gedacht, dass bei der Zunft nun mit 75 Jahren die Vernunft siegen würde. Aber da habe sie wohl falsch gedacht. Daher gab sie ihnen nur ein paar kurze Anweisungen, was die Narren in den sechs Tagen alles erledigen sollten: Kurbetrieb auf Vordermann bringen, die beiden Wahlen vorbereiten: „Dr Landtag ond dr Bürgermeischder werrat gwählt, ihr wisst – Jede Stimme zählt.“ Was sie jedoch auch zugab und weswegen sie die Rathausschlüssel gerne abgebe: die Machtübernahme komme fast einem Urlaub für sie gleich.
Danach war wieder „Chief-time“: Der gelernte Zimmermann Franz-Josef Maier genannt Chief dirigierte in gewohnt souveräner Manier seine Kollegen. „Hau – ruck, zwoi ananand, drei Zenka hot Gabel, vier Räder am Waga, fenf Fenger an dr Hand.“ Auf dass sie den Baum zum Schluss auch gut und vor allem senkrecht verkeilten. Nicht, dass der Redakteur der Zeitung am Ende etwas Entsprechendes schreiben müsste.
Nach dem obligatorischen Zimmermannsklatsch führte der Fanfarenzug die großen und vor allem kleinen Narren zum Kurhaus, wo im Saal die Narrenzunft für die kleinen „Mäschkerla“ ein buntes Programm zusammengestellt hatte, unter anderem mit einem „Gute – Laune Tanz“ des Narrensamen der Zunft.
Ein Teil des Zuges, die „Gefolgschaft von der Stadtbaumfasnet“, darunter die Verwaltungsspitze, Gemeinderäte und andere Mitarbeiter der Stadt, bog auf Höhe der Lebensräume links ab, um die Bewohner und Besucher bei deren donnerstäglichem Kaffeeklatsch mit Gesang und lustigen Sprüchen in Fasnetsstimmung zu bringen.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
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