Karl Mayer zu Grabe getragen
Bad Wurzach – Eine sehr große Trauergemeinde hat gestern (5.2.) Karl Mayer auf seinem letzten Weg begleitet. Der ehemalige Bauhofleiter und langjährige Ortsvorsteher war am 29. Januar im Alter von 71 Jahren gestorben. Bei der Trauerfeier in der katholischen Pfarrkirche St. Verena Bad Wurzach sprachen Karl Wessle für die Freie Christengemeinde und Bürgermeisterin Alexandra Scherer für die Stadt Bad Wurzach. Der Stadt Bad Wurzach diente Karl Mayer, der Landwirt gelernt hatte und dann zum Bautechniker umschulte, über 40 Jahre. Von 1999 bis 2014 stand Karl Mayer der Teilgemeinde Gospoldshofen vor.

Starb mit 71 Jahren: Karl Mayer.
Wessle wie auch Pastor Christian Harfmann würdigten die engagierte Leistung des Verstorbenen beim Aufbau der Freien Christengemeinde in Bad Wurzach, zu deren Gründern Karl Mayer zählte. Pastor Harfmann ging in seinem Lebensbild auch auf die Kindheit Karl Mayers ein, der 1954 auf einem Bauernhof in Albers als jüngstes von fünf Kindern das Licht der Welt erblickte. Als er sieben Jahre alt war, starb die Mutter.
Bewegend waren die Abschiedsworte der drei erwachsenen Kinder, die das Bild eines liebevollen, fürsorglichen, pflichtbewussten und fleißigen Vaters zeichneten. Pflichtbewusstsein, Fleiß, Empathie, die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen und zwischen ihnen zu vermitteln – diese Tugenden wurden in den Nachrufen mehrfach herausgestellt.
Die Trauerfeier wurde von einer kleinen Band sehr melodiös gestaltet. Zu hören waren neben dem bekannten Bonhoeffer-Lied „Von guten Mächten“ weitere spirituelle Lieder. Im Lied „Die Ewigkeit ist mein Zuhause“ finden sich Zeilen wie „Ich sehne mich nach einem Ort, wo alles Leid ein Ende hat. Ich weiß: Du hast den besten Plan, auf den ich mich verlassen kann. Als Bürger deines Himmelreichs, werd‘ ich für immer bei Dir sein.“
Zahlreiche Bürger Bad Wurzachs, Freunde, Weggefährten, Stadt- und Ortschaftsräte, Stadtbedienstete verabschiedeten Karl Mayer am offenen Grab mit einem letzten Gruß, mit Blumen oder einem Schäufelchen Erde. Die Feuerwehr der Ortschaft Gospoldshofen und die Landjugend Gospoldshofen standen mit ihren Fahnen Spalier. (rei)
Nachstehend der Nachruf der Bürgermeisterin im Wortlaut:
Sehr geehrte Familie Mayer,
verehrte Trauergäste,
die Stadt Bad Wurzach und die Ortschaft Gospoldshofen nehmen Abschied von Herrn Karl Mayer!
Wir nehmen Abschied von
einem verdienten Ortsvorsteher,
von unserem verdienten ehemaligen Bauhofleiter der Stadt Bad Wurzach,
von einem engagierten Christen,
von einem Vereinsmenschen durch und durch.
- Karl Mayer hat schon seine Ausbildung zum Bauzeichner bei der Stadt Bad Wurzach absolviert und war ab diesem Zeitpunkt als Bauzeichner angestellt.
- Nach seiner Fortbildung zum staatlich geprüften Bautechniker und Ergänzungsprüfung Ingenieurbau wurde er
- 1983 zusätzlich Leiter des Bauhofs, was er bis zum Eintritt in die Rente im Jahr 2018 war.
- Und auch nach dem Renteneintritt hat er ehrenamtlich bei der Organisation des Stadtfests und des Weihnachtsmarkts mitgewirkt
- und hat seit 2021 auch die Bad Wurzach-Info als Rad- und Wanderwegewart unterstützt sowie Radtouren angeführt.
Neben seinem Hauptamt bei der Stadt war Karl Mayer von 1999 bis 2014 ehrenamtlicher Ortsvorsteher der Ortschaft Gospoldshofen. 15 Jahre lang stand er als vertrauensvoller Ansprechpartner für die Bürger von Gospoldshofen zur Verfügung. Mit einer Mischung aus Besonnenheit, Empathie und sachlichem Urteilsvermögen fand er stets gute Lösungen – nicht nur bei großen Projekten wie der Erschließung von Baugebieten, sondern auch bei alltäglichen Anliegen der Bürger. Die Interessen der landwirtschaftlich geprägten Ortschaft Gospoldshofen hatte er stets im Blick, zuletzt beim Festakt zu 50 Jahren Eingemeindung, als er „seine“ Ortschaft auf der Bühne noch einmal vertreten hat. Er hat die Interessen der Ortschaft nachdrücklich vertreten und dabei immer einen Ausgleich zwischen Naturschutz und Landwirtschaft angestrebt, denn er war sehr naturverbunden. Ein offenes Ohr hatte er auch immer für die Landjugend Gospoldshofen, als Bauhofleiter hat er mit ihnen zusammen den Kreisel bei der Ziegelwiese gestaltet.
Karl Mayer war jemand, der wusste, was es heißt, Verantwortung zu tragen, der aber auch die Notwendigkeit verstand, die Menschen in den Ortschaften mitzunehmen. Man konnte auf ihn zählen, und er verstand es immer, in schwierigen Situationen den richtigen Ton zu finden. Er hatte dabei ein feines Gespür für die Menschen und ihre Bedürfnisse. „Mit den Leuten reden, ihnen zuhören und dann im Rahmen meiner Möglichkeiten Lösungen finden“, so beschrieb Karl Mayer selbst seine Aufgabe. Und diese Worte, diese Haltung, spiegeln wider, wie er nicht nur seine Arbeit, sondern auch das Leben in unserer Stadt verstanden hat.
Er war stets ein Dienstleister im besten Sinne des Wortes und hat sein ganzes berufliches Leben in und für die Stadt Bad Wurzach eingebracht.
So wollen wir Herrn Karl Mayer in Erinnerung halten, wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und sagen heute Danke für sein großartiges und nachhaltiges Wirken in der Ortschaft Gospoldshofen und der ganzen Stadt Bad Wurzach.
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern und der ganzen Trauerfamilie.









