Haushalt gebilligt – Viele lokale Anliegen im Fokus
Hauerz – Der Ortschaftsrat Hauerz hat in seiner jüngsten Sitzung dem Haushaltsplan 2026 der Stadt Bad Wurzach einstimmig zugestimmt. Damit setzte das Gremium ein deutliches Zeichen für Geschlossenheit – wie bereits die anderen neun Teilorte Bad Wurzachs. Am 26. Januar soll der Gemeinderat den Haushalt endgültig verabschieden. Zuvor war der umfangreiche Entwurf bereits in den städtischen Fachausschüssen beraten worden.
Stadtkämmerer Stefan Kunz erläuterte den Mitgliedern des Ortschaftsrats die Eckdaten des rund 400 Seiten starken Planwerks, das auf der Homepage der Stadt eingesehen werden kann. Mit einem Gesamtvolumen von 86,04 Millionen Euro und einer erwarteten Pro-Kopf-Verschuldung von nur 143 Euro steht Bad Wurzach finanziell solide da – deutlich besser als der Landesdurchschnitt von 532 Euro. Kunz erinnerte in seinem Vortrag mit Blick auf den Kurbetrieb an die Worte von Bürgermeisterin Alexandra Scherer beim Neujahrsempfang: „Ein Weiter-so kann es nicht geben. Das Jahr 2026 wird ein Jahr der Weichenstellungen.“
Zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich im Rathaus Hauerz eingefunden. Besonders interessierten sie sich für die geplante Sanierung der Bachstraße und die finanziellen Mittel für den gesicherten Betrieb des örtlichen Freibads.

Was wohl der Heilige Nepomuk zum Zustand der Bachstraße denkt?
Im Anschluss an die Haushaltsvorstellung kamen im Ortschaftsrat dann jene Themen zur Sprache, die die Hauerzer Bürgerinnen und Bürger unmittelbar bewegen. Robert Müller sah die im Haushalt vorgesehenen 200.000 Euro für die Sanierung der Bachstraße als zu niedrig an. Stadtkämmerer Stefan Kunz entgegnete, dass bei höheren Kosten ein Vorgriff auf den nächsten Haushalt möglich sei.



Die Bachstraße in Hauerz ist sanierungsbedürftig.

Marodes Geländer am Bach.
Ortsvorsteher Kurt Miller berichtete, dass junge Familien immer wieder nach Bauplätzen im Ort fragten. Ratsmitglied Burrasch bedauerte, dass viele junge Leute Hauerz verlassen müssten – und das, obwohl es im Dorf zahlreiche Leerstände und ungenutzte Grundstücke gebe. Kunz verwies auf die Möglichkeit einer unkomplizierten Innenentwicklung durch Nachverdichtung: „Es müssen halt die Eigentümer mitziehen“, sagte er.

Auch die Zukunft des leerstehenden Asylheims (Bild) kam zur Sprache. Ob dort etwa Räume für den Kindergarten möglich wären, blieb offen: Das Gebäude gehört dem Landkreis, und über dessen Pläne liegen der Ortschaft bislang keine Informationen vor.

Das andernorts grassierende Graffiti-Problem ist nun auch in Hauerz angekommen.
Freibad-Saison 2026 ist gesichert
Für das Hauerzer Freibad sind im Haushalt Mittel für die Dachsanierung des Toilettengebäudes vorgesehen; außerdem soll eine neue Kinderrutsche beschafft werden. Die Personallage für die kommende Saison sei gesichert, berichtete Ortsvorsteher Miller. Das Freibad feiert in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen – ein Anlass, der bei den Hauerzern auf besondere Resonanz stößt. „Heute kam schon die erste Anfrage nach einer Saisonkarte“, freute sich Miller.
Abschließend erinnerte Ortschaftsrat Robert Müller daran, dass auch die Turnhalle, die inzwischen 48 Jahre alt ist, zunehmend Sanierungsbedarf zeige. Besonders die Duschen und die Heizungsanlage seien nicht mehr in zufriedenstellendem Zustand.
Zimmermeister Sebastian Kohler wies außerdem auf die zahlreichen Schlaglöcher im Ortsteil Steinental hin, die dringend ausgebessert werden müssten.
Anlieger hat Recht bekommen
Für Diskussion sorgte schließlich ein Thema, das das Ortsbild betrifft: An einer Kreuzung in der Ortsmitte wird demnächst eine große Werbetafel aufgestellt. Der Grundstückseigentümer hatte gegen den ablehnenden Beschluss des Ortschaftsrats geklagt – und Recht bekommen. Baurechtlich sei die Aufstellung nicht zu verhindern, so der Hinweis aus der Verwaltung. „Unverständlich“, fand Anlieger Hermann Aumann, „dass die Nachbarschaft nicht informiert und einbezogen wurde.“ Die Werbetafel werde jedem Autofahrer sofort ins Auge stechen und könne, so Befürchtungen im Gremium, vom Verkehrsgeschehen ablenken. Mehrfach wurde geäußert, das Schild verschandele das Ortsbild. In diesem Zusammenhang wurden auch neue Graffiti im Dorf beklagt – „leider haben wir so etwas jetzt auch hier“, hieß es.
Text und Fotos: Hans Reichert
















