Viel mehr als Rest und Upcycle
Leutkirch – Das fängt ja gut an. Kaum schweigen die Silvesterböller, da lockt das Café „drops” in der Bachstraße Leutkirch zu einer Bilderschau an seinen Wände. Also zu so etwas ähnlichem wie das, was Fachleute „Installationen” nennen. Gefertigt und an der Wand befestigt von der Karlsruher Fotografin Monika Titelius. Die Bestandteile dazu stimmen fast alle aus dem Allgäu. Denn hier hat Titelius 45 Jahre gelebt – als Schäferin, Mutter und Köchin. Was sie da aus Fotos und allerhand anderen Ansehnlichkeiten zeigt, bezeichnet Monika Titelius selbst „als Rest und Upcycle”.

Was ist eigentlich „Upcycle”? Der „Entsorgungsbeauftragte” einer Abfallbehörde würde das wohl als „Wertstoff” bezeichnen. Andere nennen’s schlicht „Müll”. Gehört dazu auch eine Zigarre? Dieser rauchige Genussgegenstand befindet sich im Rahmen solch einer „Installation” von Monika Titelius jetzt im “drops”. Neben einem Foto von Che Guevara. Also jenem südamerikanischen Revolutionär (1928 – 1967), dessen Porträt in den 1960er/1970er-Jahren in vielen Jugendzimmern wie ein Heiligenbild hing. Von Ché Guevaras Lieblings-Zigarrenmarke befindet sich ein Original-Stengel in der gerahmten Darstellung Monika Titelius – seit dem 2. Januar im „drops” zu bewundern. Ebenso wie einige gebrauchte T-Shirts, die Titelius kunstvoll eingerahmt hat. „Sieht super aus”, meinten einige Urlauber aus Krefeld.


Monika Titelius beim Aufhängen ihrer Objekte am 2. Januar im „Drops”.
Lange bei den Finkhof-Genossen – dann bei Dorothea Schrade
Monika Titelius aus Karlsruhe lebte 45 Jahre lang im württembergischen Allgäu. Sie gehörte zu jener Lebensgemeinschaft, die die Schäfereigenossenschaft Finkhof in Arnach aufbaute. Außerdem wohnte sie fünf Jahre lang im ehemaligen Gasthof „Adler” Diepoldshofen. Dort kümmerte sie sich zusammen mit Dorothea Schrade unter anderem um Kunst. Gelegentlich sorgte sie bei Veranstaltungen auf Markung Leutkirch auch für guten Geschmack aus Kochtöpfen.

Monika Titelius.
Wie lange lassen sich Titelius‘ Schaffenszeugnisse im „drops” sehen? „Eine Weile”, lautet ihre Antwort. Viele belebende Augenblicke an der „Drops”-Wand – auf längere Zeit.
Öffnungszeiten des Cafés „Drops”
Montags bis samstags ab 8.30 Uhr
Sonntags und an Feiertagen geschlossen
Text und Fotos: Julian Aicher
Weitere Bilder in der Galerie












